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Südamerika mit dem Wohnmobil

Chile / Argentinien mit dem Wohnmobil

 

1. Januar 2019 südliches Feuerland Chile

Nach dem Frühstück stehen wir wieder vor dem Schlagbaum. Felíz Ano Nuevo, begrüßt uns der junge Mann in Uniform und begleitet uns ins 50 m entfernte Gebäude zur Abwicklung der Ausreise. Niemand ist da, wir warten und schon bald kommt jemand, geht aber gleich wieder, weil er die nötigen Stempel vergessen hat, ist aber gleich wieder mit einer Sammlung Stempel zurück. Wir dürfen ausreisen, aber um das Fahrzeug mitzunehmen, ist noch ein Zöllner nötig, der auch gleich erscheint, ordentlich in Uniform, die Jacke noch im Kommen anziehend. Wir geben ihm die zeitlich befristete Einfuhrgenehmigung der letzten Grenze, die er abstempelt, ins Ablagefach legt und damit sind die Grenzformalitäten erledigt. Buen Viaje!

Nach ein paar Kilometer stehen wir vor der chilenischen Grenze. In den wenigen Häuschen an der Straßenseite rührt sich nichts. Beim Ersten ist ein Schild Policia, aber verschlossen. Das Zweite Aduna (Zoll) ist zwar offen, aber verwaist. Heike und Dieter laufen die Straße an den weiteren Häuschen entlang und versuchen durch lautes Sprechen auf uns aufmerksam zu machen. Als das auch nichts nutzt, hupt Erwin 2-mal kurz und vorsichtig. Auf keinen Fall will man Grenzer und/oder Zöllner verärgern. Aus einer der kleinen Häuser schaut jemand raus und schon bald kommt der ganze Stab mit 3 Mann, bestehend aus Polizei, Zoll und Lebensmittelkontrolle in Aktion. Internet gibt es wohl nicht, stattdessen müssen Listen und Formulare zur Einreise und Einfuhr des Fahrzeugs ausgefüllt werden. Nicht zu vergessen, die unterschriebene Erklärung keine verbotenen Lebensmittel einzuführen. Für den Lebensmittelkontrolleur muss Erwin alle Schränke und Schubladen öffnen. Zurück im Gebäude wird alles mögliche abgestempelt. Dann haben wir wieder diesen kleinen Zettel in der Hand und nachdem wir zwischenzeitlich gelernt haben, dass dieser auch mehrere Stempel braucht und bei einer Final Control Station abgegeben werden muss, frag ich nach wo diese ist. Oh! Darauf fehlen tatsächlich noch Stempel, was umgehend nachgeholt wird, aber wo dieser abgeben sollen, konnten wir nicht erfahren. Wir werden ihn sorgfältig im Pass aufbewahren, für den Fall dass doch noch jemand danach fragt. Buen Viaje!

  Chilenische Grenzstation Bella Vista

Feuerland besteht aus einer Hauptinsel und einigen südlich vorgelagerten Inseln. Der Archipel ist 73.500 km² groß. Mit mehr als 52.000 km² gehört zu Chile der größere Teil, ist aber mit rund 10.000 Menschen erheblich dünner besiedelt als der Argentinische mit ca. 126.000. Vor allem in den letzten 10 Jahren ist die Bevölkerung im argentinischen Teil stark gewachsen. Mit Steuerfreiheit werden auch internationale Unternehmen angelockt, die Arbeitsplätze schaffen. Die Ruta 3 ist bis Ushuaia nahezu durchgehend asphaltiert, der Hafen ist für Fracht- auch Kreuzfahrtschiffe geöffnet und ein Flughafen ist vorhanden. Der Parque Nacional Tierra del Fuego bietet Wandermöglichkeiten. Der Slogan Fin del Mundo wird zum Markenzeichen. An der Aktivierung des Wintertourismus mit Skifahren und Hundeschlitten Touren wird gearbeitet. Der internationale Tourismus tummelt sich in Ushuaia! Ganz im Gegensatz dazu ist der chilenische Teil Feuerlands nahezu menschenleer. Der größte Teil lebt im Norden in oder in der Umgebung von Porvenir. Zur Aktivierung des Fremdenverkehrs hat die chilenische Regierung den Bau einer nicht asphaltierten Straße beschlossen. Über mehrere Pässe, am östlichen Rand der Darwin-Kordillere (Mte. Darwin 2488 m), soll sie bis zum Canal Beagle gehen, an die argentinische Grenze, des heutigen Fin de Mundo im P. Nac. Tierra del Fuego. 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Von den geplanten ca. 130 km sind gut 2/3 fertig. Außer der Straße gibt es noch nahezu keine weitere touristische Infrastruktur. Gut für uns! Dadurch können wir mit dem Womo weit in die Wildnis vordringen, mit außergewöhnlichen Landschaften und zahlreichen Tierbeobachten, u.A. erheben sich neben der Straße mehrere Condore in die Luft und ziehen direkt über uns ihre Kreise, bis sie mit der notwendige Thermik in die Höhe schweben. Leider hat aber auch hier die Nagewut der Biber deutliche Spuren hinterlassen. Wir übernachten am Lago Fagnano. Der See ist 100 km lang, keinerlei Bebauung noch überhaupt ein Licht, soweit wir sehen.

 

Übernachtungsplatz am Lago Fagnano     Condor über uns. 

 

2. Januar 2019 Cameron

Nach knapp 20 km Richtung Süden endet der bisherige Ausbau der Straße. Schilder warnen vor Explosionsarbeiten. Der letzte Abschnitt der Straße wird über Pässe durch die Berge führen.

Nach Norden 37 km vor Cameron leitet uns ein kleiner Abzweig nach rechts zu einem denkmalgeschützten englischen Goldschürfbagger von 1904. Die Zeit des kurzen Goldrausches ist längst vorbei.

Am späten Nachmittag kommen wir in Cameron an der Bahía Inútil an. Der Ort entstand bei den Wirtschaftsgebäude einer großen Schaf-Estancia. Cameron sieht aus wie eine Mini-Stadt. Ungefähr 30 Häuser gruppieren sich um eine kleine Kirche, eine Krankenstation, einen Kindergarten und Gemeinschaftsraum. Nur der kleine Supermarkt hat wohl endgültig geschlossen.

Am Rande des Ortes, über der Bucht, bei den Klippen finden wir einen Platz für die Nacht. Nieselregen, 7°C und heftiger Wind fühlen sich kalt an.

 

3. Januar 2019 Porvenir

Die Straße nach Norden verläuft eng an der Bahiá Inútil. Die „Nutzlose Bucht“ benannten sie die Seefahrer nachdem die Suche nach der Ost-West-Passage hier erfolglos war. An der Bucht zwischen dem 53° und 54 ° Breitengrad S, hat sich vor einigen Jahren eine kleine Kolonie von Königspinguinen angesiedelt. Eine Besonderheit, da diese Tiergattung ansonsten ausschließlich rund um die Antarktis vorkommt. Der Eintritt zur Kolonie kostet für Chilenen 3000 Pesos (~ 4 €) für Ausländer das fünffache! Der Schutz der Tiere hat Vorrang. Man kann sie nur hinter einer Bretterwand beobachten. Die Kolonie besteht aus 130 Königspinguinen, wovon z.Zt. 25 Paare brüten.

Königspinguine                                        Mitte Bild: Junger Königspinquin

Wir erreichen Porvenir, mit etwas mehr als 5000 Einwohner die größte Stadt im chilenischen Teil Feuerlands. Die meisten sind Nachfahren kroatischer Siedler, die im Zuge des Goldrausches um 1880 hierher kamen. Als Fährhafen zum Festland lebt sie heute teilweise vom Tourismus. Für Morgen kaufen wir uns die Fahrkarten für die Fähre nach Punta Arenas. Heike und Dieter suchen sich ein Hotel, wir treffen uns später wieder in einem Restaurant zum Abendessen.

4. Januar 2019 Punta Arenas

Die Fähre legt pünktlich um 12.30 Uhr ab und gut 2 Stunden später erreichen wir Punta Arenas (Sandige Spitze) die Hauptstadt der Region Magallanes. Die südlichste Kontinentalstadt der Welt mit ca. 125.000 Einwohner. Beim Mercado/ Fischmarkt kaufen wir frischen Fisch fürs Abendessen. Erwin entdeckt im iOverlander den Hinweis auf eine biologische Gärtnerei an den Hügeln des Stadtrandes. Wir fragen Heike und Dieter ob wir da hin sollen, die beiden Bioland Gärtner stimmen begeistert zu.Huerto und seine Frau Berni haben in 6 Jahren aus unbewirtschafteten Land eine Gärtnerei mit biologischen Anbaumethoden geschaffen. Der Anbau umfasst neben Gemüse, Salat und dreißig Sorten Kartoffeln, viele Kräuter und essbare Blüten. Das Meiste gedeiht wegen der Kälte und dem Wind nur in Gewächshäusern. Über 3 Stunden nehmen sie sich Zeit uns alles zu zeigen und zu erklären. Ihr gärtnerisches Wissen haben sie sich selbst beigebracht, bei einigen Pflanzen, deren lateinischen Namen sie nicht kennen, kann Heike weiterhelfen, was sie eifrig notieren. Dann laden sie uns auch noch zum Kaffee ein und als wir fragen ob wir neben der Gärtnerei über Nacht stehen bzw. zelten können, ist das selbstverständlich, sie bieten sogar ein Zimmer in ihrem Haus an. Spät abends richtet … essbare Blüten, Kräuter und Salat her. Ein Gourmet Koch ist auf sie aufmerksam geworden und kommt morgen um eine Probebestellung abzuholen. Wir drücken den Beiden ganz fest die Daumen!

Huerto und Berni, im Hintergrund Punta Arenas

 

5. Januar 2019 Puerto Natales

Beim Autovermieter in der Stadt verabschieden wir uns von unseren sehr angenehmen Reisegefährten Heike und Dieter. Die Beiden haben die südlichen chilenischen und argentinischen Nationalparks bereits vor einigen Jahren besucht und wollen direkt weiter ein Stück nach Norden. Wir werden uns wiedersehen! Hata luego!

In Puerto Natales sitzen wir in der Kirche, als eine Hochzeit stattfindet. Es sind nur sehr wenige Gäste. .Ein junger Mann in Uniform führt seine Mutter zum Altar und übergibt sie dort dem ergrauten Bräutigam.

Hochzeit in der Kirche in Puerto Natales

Außerhalb der Stadt sehen wir von Weitem an einem Fjord einen Bootssteg und ein Segelboot. Das Gatter ist offen, wir fahren durch, fragen den Mann der mit einem Auto und Anhänger neben dem Weg steht, ob wir weiterfahren und unten übernachten dürfen. Si, claro! Er heißt Willi, fährt uns voraus und erklärt, dass er über Nacht das Gatter zuschließt.

 

6. – 8. Januar 2019 Parque Nacional Torres del Paine

  Wanderung zum Gletschersee am Torres del Paine (2.850 m) 

Am Base de las Torres angekommen, sitzen wir windgeschützt vor einem Felsen. Ich bin mit mehreren Lagen dick angezogen. Ein kleines Schild verbietet das Schwimmen. Ich sag zu Erwin; „Wer kommt schon auf die Idee in einem Gletschersee zu schwimmen!“ Wenige Minuten später zieht sich ein Mann bis auf die Unterhose aus und legt sich ins eiskalte Wasser.

  Pehoé Lago vor den Gipfeln des Torres del Paine

 

9. - 10. Januar 2019 Torres del Paine (Chile) und El Calafate (Argentinien)

Wasserfall vor den Zacken des Torres    Guanakos im Park

Ein Graufuchs unterwegs im Park.          Lago Azul vor dem Massiv des Torres del Paine)

 

Strahlender Sonnenschein, schon am Vormittag 13° C und windstill. Die Gipfel des Torres del Paine zeigen sich unverhüllt vor blauem fast wolkenlosen Himmel. Wir fahren in den nordöstlichen Teil des Parks, der nicht durch den Bustransfer bedient wird und damit sehr viel ruhiger ist. Am Wasserfall sind wir allein und am Lago Azul sind nur wenige Besucher.

Auch Fahren ist bei schönem Wetter sehr viel interessanter, so beschließen wir weiterzuziehen. Wir wollen zum Parque Nacional Los Glaciares, dessen Gletscher die Ausläufer des patagonischen Inlandeises sind. Mit 22.000 km² erstreckt sich hier, abgesehen von den Polregionen, die größte zusammenhängende Eismasse der Erde.

Die chilenisch/argentinische Grenze verläuft über dem Rückgrad der Anden. Die beiden Nationalparks berühren sich in ihrer Nord- bzw. Südgrenze beinahe. Doch gibt es hier keinen öffentlichen Grenzübergang. Wir fahren nach Westen zum Grenzübergang Rio Don Guillermo. Dank Internet geht die Ausreise aus Chile rasch und unproblematisch. Und wir haben auch den kleinen, richtig abgestempelten Zettel (!) der letzten Einreise, den wir hier abgeben dürfen. Gut 10 km später ist die argentinische Grenzstation. Auch hier läuft alles rasch und gut organisiert. Nach El Calafate sind es gut 200 km durch öde Pampa, davon fast 70 km auf übler felsiger Schotterstraße. Weit geht der Blick zurück auf die abrupt aufragenden schneebedeckten Berge des Torres del Paine. Temperatur 20° C (!)

El Calafate an der Straße zum südlichen Zugang des Parque Los Glaciar, liegt am Südufer des Lago Argentino. Der See gespeist mit milchig-grünem Gletscherwasser, der Größte Argentiniens, hat eine Fläche von 1600 km² und ist der drittgrößte See Südamerikas. Der Ort selbst bietet keine Sehenswürdigkeiten. Die ca. 18.000 Einwohner leben nahezu alle direkt oder indirekt vom Tourismus des Nationalparks.

11. Januar 2019 Parque Nacional Los Glaciares, Glaciar Perito Moreno

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 Glaciar Perito Moreno

Eine der Besonderheiten der patagonischen Gletscher ist, dass sie sich fast bis auf Meereshöhe hinabziehen. Der größte Gletscher im Nationalpark ist mit einer Ausdehnung von 595 km² der Uspsala-Gletscher, er gehört auch zu den größten der Welt. Nicht der größte, aber der spektakulärste der patagonischen Gletscher ist der Perito-Moreno-Glaciar, dessen Gletscherzunge sich als Eiswand bis zu 70 Meter hoch und 4 km breit aus dem Lago Argetino erhebt. Er ist auch in soweit eine Besonderheit, dass er zu den wenigen wachsenden Gletscher weltweit gehört.

Wir haben nur wenige Kilometer vom Parkeingang entfernt übernachtet. Und schon kurz nach Parköffnung stehen wir vor der Gletscherwand. Erwin betrachtet sich, nur mit einer kurzen Unterbrechung, 11 Stunden das faszinierende Schauspiel der kleinen und großen Abbrüche der Eismassen aus der Wand, die mit dröhnendem Grollen in den See stürzen, untertauchen und immer wieder auftauchend, eine stabile Lage suchen und als kleiner Eisberg im See langsam wegtreiben.

  Rotfuchs 

12. - 14. Januar El Chaltén Parque National Los Glaciares 

Um mit dem Fahrzeug in den nördlichen Teil des Nationalparks zu kommen, muss man an der kompletten Südseite des Lago Argentino entlang nach Osten, auf der Ruta 40 ein Stück nach Norden und entlang des Nordufers des Lago Viedma zurück nach Westen gut 250 km fahren.Das Kernstück ist hier das Bergmassiv um den Monte Fitz Roy. Mit 3405 Metern gehört er zwar zu den niederen Bergen der argentinischen Anden, doch mit seinen spitzen Zacken und mit Schnee bedeckten Gipfeln rundum, sieht man ihn, aus der trockenen, flachen Ebene der Pampa kommend , schon weit vorher aufragen und beim näherkommen immer höher werdend. Das Städtchen El Chaltén wurde erst 1985 am Zusammenfluss des Rio de las Vueltas und Rio Fitz Roy gegründet, bietet am Fuße des Fritz Roy Gebietes liegend, die nötige touristische Infrastruktur für Bergsteiger und Wanderer.

Monte Fritz Roy                                       El Chaltén im Hintergrund der Fitz Roy

 Wanderung zum Lago am Cerro Torre

 

15. Januar 2019 Gobernador Gregores

Die legendäre Ruta 40 „Cuarenta“ beginnt im Süden beim Cabo Virgenes und endet nach 5144 km im Norden bei La Quiaca an der bolivischen Grenze. 1935 wurde ihr Verlauf abgesteckt und mit dem Bau der Schotter-/Erdstraße (Ripio) begonnen. Zwischenzeitlich ist sie weitgehend asphaltiert, nur im Süden in der Provinz Santa Cruz und im Norden in den Provinzen Jujuy und Salta fehlen noch mehrere hundert Kilometer Asphalt. In Ihrem Verlauf bildet sie die die westliche Nord/ Süd Achse,bis sie an der chilenischen Grenze entlang nach Osten schwenkt und am Atlantik endet.

Wir sind in der Provinz Santa Cruz unterwegs. Die Cuarenta führt immer mehr oder weniger 100 km entfernt parallel zur Andenkordillere, meist durch öde Pampa. Zu den Nationalparks in den Anden führen entsprechend lange nicht asphaltierte Stichstraßen. Von einem zum anderen Park gelangt man mit dem Fahrzeug nur über diese langen Umwege, zurück zur Ruta 40.

Entlang des Lago Viedma fahren wir zurück zur Ruta 40. Endlich wieder Asphalt unter den Reifen Nach gut 60 km ist es aus mit dem Spaß. Die nächsten 70 km geht es weiter auf staubigem Ripio mit felsigen, spitzen Wellblechstrecken. Die folgenden 62 km bis Gobernador Gregores sind asphaltiert. Seit El Chaltén gibt es außer wenigen Estancien keine Siedlungen. Die kleine Stadt liegt schön im Flusstal des Rio Chico. Bei der Anfahrt sieht man von oben weit in das Tal, wo der mäandernde Fluss ein breites grünes Vegetationsband in der gelbbraunen Pampa geschaffen hat. Aus touristischer Sicht vielleicht nicht schön, ist die Stadt wichtiges Wirtschafts- und Versorgungszentrum einer weiten Umgehung. Wir können uns endlich mit Diesel der besseren Qualität versorgen, den wir langsam dringend brauchen. Wir schaffen es hier auch endlich, uns erfolgreich nach einer Verkaufsstelle für die Geschwindigkeitsaufkleber durchzufragen, die in Argentinien und Chile eigentlich Pflicht sind, aber fast keiner am Fahrzeug kleben hat. Bei Tankstellen, Kfz.werkstätten, Läden für Kfz.ersatzteile, -hilfs- und Betriebsstoffen gibt es sie nicht. Aber bei Matheo im kleinen Laden für Baumaterial, Farben, Sämereien, Agrobedarf etc. in einer Seitenstraße. Wir kaufen die Luxusausführung, extra groß, reflektierend für € 12, den Betrag für 12 Flaschen guten argentinischen Wein. Er hat aber keine Andere! Na gut, das stimmt die Verkehrspolizei bestimmt positiv!

16. – 17. Januar 2019 Parque Nacional Perito Moreno

Der 127.000 ha große Nationalpark wird sehr wenig besucht. Er liegt weitab, selbst von Goberador Gregores sind es noch über 200 km, von der Stadt Perito Moreno im Norden fast 350 km. Es gibt keine Öffentlichen Verkehrsmittel die zum Park fahren. Im Park gibt es nur einfache Zeltplätze und wenige Betten, die eine Estancia anbietet. Die Natur konnte dadurch ihre Ursprünglichkeit und Ruhe bewahren.

Wir biegen von der Ruta 40 ab. 90 km bis zum und im Park Ripio. Erwin lässt etwas Luft aus den Reifen. Am Parkeingang muss man sich anmelden. Niemand da! Ein Rancher, noch im Laufen sein offizielles NP Hemd über das Andere ziehend kommt hinter den anderen Häusern hervor. Er erklärt uns sehr ausführlich auf einer Karte in bestem Englisch den Park und die Wanderwege und was man sonst noch wissen will. Formulare müssen ausgefüllt werden, was er sorgfältig nach unseren Angabe erledigt Erst der Eintrag ins große Anmeldebuch. Ich schiele hinein, heute sind vor uns gerade mal 4 Personen eingetragen, es bereits später Nachmittag. Im nächsten Formular, werden außer den üblichen Angaben wie Name, Passnummer, Herkunftsland, Kfz-Kennzeichen, auch mögliche chronische Erkrankungen, regelmäßige Einnahme von Medikamenten, Krankenversicherung, physische Konstitution und eine Person die im Ernstfall benachrichtigt werden soll, abgefragt. Und dann noch Angaben zur Ausrüstung; Zelt, Schlafsack, Kocher? Wir unterschreiben, der Parkrancher ebenfalls und dann wird unser Zutritt mit einem Stempel abgesegnet. Der Park bietet bis zu 3700 m hohe Berge, Gletscher und Gletscherseen. Wir sehen Guanako Herden, deren Hengste sich mit gesenktem, weit nach vorn gestrecktem Hals gegenseitig jagen und versuchen zu beißen. Nandus, Flamingos, Schwarzkopfschwäne, Enten, Gänse und einen Condor.

Stellplatz im Park

Verkehrsschild im Park

Eine frühere Estancia gehört heute zum Park. Ein Zimmer, mit Gegenständen der früheren Siedler ausgestattet, wurde zu einem kleinen Museum. Die Tür zum Museum ist offen. Auf der ganzen Estancia ist niemand da.

Erwin sieht eine Grube die üblicherweise zu Kfz.Reparaturen verwendet wird. Ideal, schließlich müssen mal zwei Gummipuffer des vorderen Stabilisators ausgetauscht werden. Er fährt drauf, macht sich an die Arbeit, dann hör ich das Wort Supergau! Eine Schraube ist gebrochen und steckt im Gewinde. Trotz Einsatz aller unserer Werkzeuge, nebst Bohrmaschine lässt sie sich nicht herausdrehen. Wie wir da so etwas ratlos stehen, fährt ein Nationalpark Fahrzeug her. Ein junger Mann in blauem Arbeitsoverall steigt aus. Für uns wahrscheinlich gerade viel hilfreicher als die mit kakifarbenen Hemd und Rancherhut. Das passende Werkzeug hat er auch nicht, aber ein Schweißgerät! Er richtet es her, Erwin fährt mit dem Womo hin, legt sich darunter und schweißt. Alles hält wieder, unsere Reise kann weitergehen!

18. Januar 2019 Perito Moreno Lago Buenos Aires

 

Erstmal wieder zurück Richtung Osten. Bei der Abzweigung zur Ruta 40 packt Erwin den Kompressor aus und erhöht den Luftdruck der Reifen Endlich wieder Asphalt, doch gleich auch das erste Schild „Zona de Baches“ (Schlaglöcher). Auf der weiteren Strecke folgen davon viele, mal mit oder ohne Vorwarnung. Jedes Mal wenn die Straße über eine Entwässerungsdohle führt ist mit einer tiefen Mulde zu rechnen. Einfach fahren und in die Landschaft gucken ist nicht! Nach 109 km auf der Ruta 40 erreichen wir Bajo Caracoles, eine kleine Ortschaft an der Kreuzung zur Ruta 39. Ein paar Häuser, ein kleines Hotel mit Zeltplatz, nur die von uns erwartete Tankstelle gibt es nicht mehr. Wir grübeln über der Straßenkarte. Unser Plan war, auf die Ruta 39 nach Westen abzubiegen, nach dem Lago Pueyredon ein Stück zurück und nach Norden beim Paso Roballos die chilenische Grenze zu passieren. Wir befürchten, dass es erst weit nach der Grenze in Cochrane eine Tankstelle gibt. Alles Schotterpiste, das könnte selbst mit unseren 80 Liter Ersatztank eng werden. Wir fahren bis Perito Moreno weiter nach Norden. Auf der Fahrt werden wir auf weiter Strecke mit Blick auf faszinierend bunte Vulkanberge belohnt. Wir folgen der Ruta 43 nach Westen bis zum Lago Buenos Aires. Der See zieht sich nach Westen über die Grenze nach Chile. Dort heißt er Lago General Carrera. Über 180.000 ha groß ist er nach dem Titicacasee (Boliven/ Peru) der zweitgrößte See Südamerikas. Bei 26° C sind heute argentinische Familien am See. Der See wird von Gletscherwasser gespeist, hat geschätzt sicher nicht mehr als 15°C. Trotzdem gibt es ein paar Mutige im Wasser. Die letzten Badegäste fahren schon bald weg. Nach Einbruch der Dunkelheit, sind nur die Lichter des 40 km entfernten Grenzstädtchens Los Antiguos an dem sonst ringsum dunklem Ufer zu sehen. Der Vollmond spiegelt sich konkurrenzlos im See.

 

19. Januar 2019 Los Antiguos auf der Straße zum Paso Roballos

 

Los Antiguos liegt direkt am Lago Buenos Aires. Die üppige Vegetation um die Stadt, steht im Kontrast zu der sonst trockenen Pampa. Ein mildes Klima und hohe Pappelbäume als Windschutz um die Obstplantagen, lassen vor allem Kirschen gedeihen. Es ist Erntezeit, wir kaufen welche und das von der Verkäuferin versprochene muy rica können wir bestätigen!

Die chilenische Grenze Chilo Chico wäre in ein paar Kilometer zu erreichen. Wir biegen jedoch nach Süden ab, wo eine Schotterpiste, landschaftlich beeindruckend, entlang der Anden zur Grenze Paso Roballos führt. Auf halber Strecke, wo der Bach das Tal etwas geweitet und ein paar Picknickstellen Platz gemacht hat, bleiben wir übernacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare (5)

Argentinien mit dem Wohnmobil

.. Fortsetzung Südamerika mit dem Wohnmobil 

Unterwegs in Argentinien

 7. Dezember 2018 Gualequaychu

Schon vor der Grenze stehen viele Lkws. Wir fahren langsam vorbei, bis die Grenzstation zu sehen ist. Ein Pfeil zeigt für Omnibusse und Lkws nach rechts. Wir fahren einem argentinischen Pkw hinterher der geradeaus zielstrebig zu der Kontrollstelle fährt. Er ist schnell abgewickelt und dann sind auch schon wir an der Reihe. Daten unserer Reisepässe werden in einem PC erfasst. Primero lugar de destino? (Erster Zielort?) werden wir gefragt. Buenos Aires! Fällt mir spontan ein. Es ist egal welchen Ort man angibt. Hauptsache man gibt irgendeinen an. Buen Viaje! Wünscht uns der Polizist und reicht uns die Pässe. Ein paar Meter weiter steht winkend der Zöllner. Er weist uns an, das Fahrzeug abzustellen und ihm ins Büro zu folgen. Unser Womo braucht eine Declaracion Jurada Admision temporaria Vehiculos de Turistas (zeitlich begrenzte Einfuhrgenehmigung für Touristenfahrzeuge). Dazu wird der Kfz.schein und Reisepass des Fahrzeughalters benötigt. Keine 5 Minuten später kriegen wir ein Papier mit eben dieser Declaracion und einen kleinen Zettel mit einem Stempel, dessen Bedeutung uns nicht klar ist Die Einfuhrgenehmigung für Uruguay, die wir in Montevideo erhalten haben, gibt er dem uruguayischen Zoll, der praktischerweise gleich am Schalter nebenan sitzt. Buen Viaje!

Das ging ja einfach, denken wir noch, bis wir vielleicht 100 m weiter bei der Final Control halten müssen. Er fragt uns etwas und deutet auf den kleinen Zettel, den ich noch in der Hand halte. Aus seinem spanischen Wortschall entziffern wir, dass irgendwelche Stempel darauf fehlen. Deswegen er uns zurück schickt. „Unser“ Zöllner ist gerade beschäftigt, ein Anderer kümmert sich sofort um uns. Wir zeigen im den Zettel, versuchen was mit Stempel zu sagen, er lacht, drückt noch weitere zwei Stempel drauf. Der Final Controller ist jetzt auch zufrieden. Buen Viaje! Etwas weiter kommt nochmals eine Kontrollstelle, doch wohl nur für Omnibusse und Lkws. Der Kontrolleur winkt uns mit Adios amigos! Durch. Wie schon in Montevideo schaut niemand ins Womo, fragt nach einzuführende Waren oder Lebensmittel. In Südamerika ist es verboten Fleisch, Früchte und Gemüse über die Staatsgrenzen mitzunehmen.

Zwischen Uruguay und Argentinien verläuft hier die Grenze in der Mitte des Rio Uruguay. Über eine lange Brücke überqueren wir den Fluss.

In Gualequaychu nur wenige Kilometer nach der Grenze, versuchen wir uns am Bankautomaten mit argentinischen Pesos zu versorgen. Sämtliche Automaten der Stadt waren sich einig, maximal 2000 Pesos (46 €) auszuzahlen und dafür 385 Pesos (8,95 €) zu der sonst noch fälligen Auslandsgebühr zu verlangen. Das gefällt uns nicht! Wir brechen die Aktion ab, kaufen Lebensmittel im Carrefour und bezahlen mit der Kreditkarte. Tanken geht auch mit Kreditkarte. Jetzt bleibt nur noch das Problem mit dem Bargeld. In Argentinien wird wegen der hohen Inflation viel Geld auf dem Schwarzmarkt getauscht. Doch es ist illegal und oft werden dem Ahnungslosen „Blüten“ angedreht. Ich frage den Eigentümer der Tankstelle ob er Geld tauschen könnte. Si, claro! Dollares? No, Euros! Geht auch klar. Er fragt den Tageskurs im Internet ab und zählt mir für meine 100 € korrekt 4300 Pesos in kleinen Stapeln auf den Tisch.

Das erste Abendesse in Argentinien. Da gibt es natürlich Steaks.

 

  1. Dezember 2018 Las Flores

 

~ 150 km bis Zarate führt die Straße durch die riesigen Feuchtgebiete des Rio Uruguay und Rio Paraná. Buenos Aires umfahren wir im weiten Bogen. Für die große Brücke bei Zarate müssen wir Maut bezahlen. Unser 100 Pesos Schein wird auf Echtheit geprüft. Wir halten kurz die Luft an, bis der Schein in die Kasse gelegt wird. Mit einem freundlichen Gracias und Buen Viaje erhalten wir Wechselgeld und Quittung. Danke dem ehrlichen Geldwechsler. Weitere 130 km nach Süden, bietet uns Las Flores einen Camping Municipal direkt an einem See.

Unsere Nachbarn beim Frühstück;

Carpinchos (Wasserschweine), Wasserratten und div. Wasservögel.

Das Carpinco ist das größte Nagetier der Welt, 0,95 – 1,3 m groß und 30 – 100 kg schwer.

 

  1. Dezember 2018 Sierra de la Ventana

Von Las Flores bis zur Sierra de la Ventana sind es ~ 380 km. Die Straße führt schnurgerade durch öde Pampa. Die Dörfer werden seltener, in kilometerweiter Entfernung einzelne Bauernhöfe. Alles, selbst die vermeintlich unfruchtbarsten Landstriche sind eingezäunt. Weit verstreut sehen wir weidende Rinder.

Die Sierra de la Ventana ist der höchste Gebirgszug in der Provinz Buenos Aires. Der höchste Berg hat zwar nur 1239 m, ist aber in der sonst kaum 100 m NN hoch liegenden flachen Pampa schon von Weitem zu sehen. Das Kernstück bildet das geschützte Gebiet des Parque Provencial Ernesto Tornquiet mit 6700 ha. Im Park gibt es Wanderwege, in den angrenzenden Dörfern die touristische Infrastruktur.

Sierra de la Ventana 

 

 

  1. Dezember 2018 Punta Bermeja

Bahia Blanca ist die wichtigste Industrie- und Hafenstadt im Süden Argentiniens. Vor allem die petrochemische Industrie ist hier angesiedelt und die meisten Waren aus dem Süden werden von hier verschifft. Es gibt ein riesiges Angebot an frischen Lebensmittel und vorsorglich kaufen wir ein. Keine 100 km später stehen wir beim LAS FRONTERAS NOS UNES. ? LEBENSMITTEL KONTROLLE! Ein kleiner Handzettel in englisch belehrt uns, dass im gesamten Patagonien vom Rio Colorado bis Tierra del Fuego (Feuerland) die Maul- und Klauenseuche ausgerottet und auch von Fruchtfliegen frei ist. Rohe Früchte und Gemüse, sowie rohe oder gekochte Fleischprodukte müssen im bereitstehenden Container vernichtet werden. Ohje! Wir haben doch gerade erst eingekauft!

Ein Kontrolleur kommt ins Womo. Erwin öffnet die Schubladen mit Lebensmittel. Er zeigt uns was alles nicht erlaubt ist z.B. Mangos, Pfirsiche, Tomaten, Paprika, Orangen.....

Saft oder gekocht wäre alles erlaubt. Bei der Kontrollstelle stehend, presst Erwin mehrere Kilo Orangen zu Saft und ich koche alles Gemüse und Früchte zu Eintopf. Draußen hat es heute 35° C, im Womo messen wir besser nicht.

 

Unsere argentinischen Steaks und gerauchten Würste stecken wir ins Kopfkissen. Falls er den Kühlschrank inspiziert, den er bisher übersehen hat.

… wir sind fertig! und ob er nachschauen will? Melden wir uns. No! Buen Viaje!

An einem Bach unter Bäumen machen wir Rast. Große Karpfen schwimmen vor dem Wehr. Erwin versucht einen mit der Angel zu erwischen. … heute Abend gibt es doch keinen Fisch!

Kilometer um Kilometer endlos, schnurgerade durch die Pampa. Eigentlich haben wir schon lange genug vom Fahren, aber es gibt links und rechts der Straße nur Zäune.

  .. und ab und zu mal ein kleiner Salzsee

Erst abends erreichen wir Carmen de Patagones und fahren noch 30 km ans Meer nach Punta Bermeja.

  Übernachtungsplatz auf halber Höhe, oberhalb des Strandes

 

  1. Dezember 2018

Beim Aufwachen gibt mir Erwin ein paar gerauchte Würste, die er aus seinem Kopfkissen zieht. Haben wir da was vergessen?!

Das Reserva Faunistica Punta Bermeja beheimatet zwei besondere Attraktionen. Eine Papageienkolonie und eine Kolonie mit ca. 2000 Seelöwen Das Land grenzt mit einer gut 50 m hohen Steilküste zum Meer. In dem kleinen Ort La Loberia führt ein steiler mit Stufen abgesetzter Weg zum Strand. Schon auf halber Höhe hören wir das Gekreische der Papageien. Die Küstenwand aus Sandstein ist mit unzähligen Löchern durchsetzt, die den Papageien zum niesten und Aufzucht dienen. Beim näherkommen schwillt der Geräuschpegel deutlich an. In der Kolonie herrscht emsiges Treiben. Elternpaare sitzen vor Ihren Höhlen, fliegen weg oder kommen mit Futter für die Jungvögel zurück.

 

Ca. 3 km den Strand entlang befindet sich die Seelöwenkolonie. Morgens sind die Tiere im Meer zum Jagen. Erst nach dem Mittag bei Flut können die Tiere ihre Ruheplätze auf den weitläufigen Steinplatten erreichen. Bei Ebbe sind diese zu hoch. Wir versuchen über den Strand den Tieren näher zu kommen. Schon auf halben Weg versperrt uns das Meer das an die Küstenwänden klatscht den Weg. Von Land wäschst ein breiter Streifen dornigen Gestrüpps bis zur Abbruchkante. Von einem Museum nahe am Klippenrand würde ein Weg zu einem Beobachtungsbalkon über der Seelöwenkolonie führen. Doch ist dieses geschlossen und hoch umzäunt.

    Ein einzelner Seelöwe, abseits der Kolonie.

In sicherer Entfernung zur Straße sehen wir mehrere Gruppen Nandus. Die 1,3 – 1,4 m großen Vögel flüchten sobald man anhält.

 

Zurück am Strand geht Erwin schwimmen. Er sagt, das Wasser ist nicht kalt. Meine Füße im Wasser sagen was Anderes. Es ist sonnig, 27 °C, doch der Wind kühlt.

Immer wieder sehen wir Seehunde aus dem Wasser auftauchen, die hier nahe am Strand jagen.

12.Dezember 2018 Las Grutas

Die Straße führt durch die Reserva Provencial Caleta de los Lores. Papageienschwärme fliegen hoch, kreisen laut kreischend über uns. Nandus grasen in Gruppen, immer lauschend und fluchtbereit. Ein Fuchs kreuzt die Straße und verschwindet in den niedrigen Büschen. Nur die Landschildkröte bleibt stehen als wir sie genauer anschauen. Den Kopf zur Vorsicht halb eingezogen. Die Vegetation wird immer karger, die Küste flacht ab, bis uns nur noch Sand umgibt. Soweit das Auge reicht nur noch Sand, in unterschiedlich hohen Dünen angehäuft. Auch die Straße geht in eine Sandpiste über. Nur das Meer bietet mit türkis Tönen, die weiter entfernt in eine dunkelblaue Linie übergehen, farbliche Akzente. 100 km einsamer Sandstrand.

Sandpiste in der Wüste                           Ein Brunnen am Rande der Wüste

Bei Las Grutas treffen wir wieder auf die Route 3. Die Infrastruktur der Stadt ist auf Touristen eingestellt Es gibt mehrere Campingplätze, viele Hotels und weit über die Stadtgrenze verstreut unzählige Ferienhäuser. Im Zentrum jede Menge Restaurants, Bars, Uferpromenade und Läden, nichts fehlt; nur die Touristen sind noch nicht da. Ein geisterhafter Zustand, der wohl erst an Weihnachten mit Beginn der argentinischen Sommerferien zu Leben erwacht.

Gut für uns, so können wir ungestört außerhalb der Stadt am Strand stehen und übernachten.

 

13.Dezember 2018 Puerto Madryn 

Historische Berichte schreiben über die große Enttäuschung der ersten Siedler im Jahre 1865 beim Anblick der grau-braunen patagonischen Dornensteppe, die sich über zig-tausende Quadratkilometer ausdehnt. Auf der gut ausgebauten Ruta 3 fahren wir stundenlang geradeaus nach Süden. Selbst dieser karge, kaum fruchtbare Landstrich ist eingezäunt. Nur sehr vereinzelt sehen wir mal ein weidendes Rind. Heute leben die 70.000 Einwohner der Hafenstadt von den Arbeitsplätzen die das Aluminiumwerk bietet, vom Fischfang und vor allem vom Tourismus. Der Ort bietet sich als Ausgangspunkt zum Besuch des Nationalparks der Península Valdés an. Die Halbinsel ist berühmt für ein faszinierendes Tierleben. Für die Wale, die sich hier paaren, für die Seelöwen und See-Elefanten. Ein großes Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen, deren Reisende mit Busen in das Naturschutzgebiet Península Valdés  und zur Pinguin Kolonie im südlich gelegenen Reserva Provinicial Punta Tombo gefahren werden.Wir suchen uns am Strand einen Platz und warten das Gewitter ab, das sich zusammen braut und auch später über uns entlädt.

 

14./ 15. Dezember 2018 Península Valdés 

Die Wale sind bereit weiter gezogen. Nur noch einzelne Tiere wurden heute morgen von einem Whale Watching Schiff in einer Bucht im Golfo Nuevo gesichtet. Wir versuchen die Bucht vom Land aus zu erreichen. Vielleicht sind sie noch da. Wir finden die Zufahrt zu dem schmalen Sandsträßchen dorthin und stehen vor einem verschlossenen Gattern mit dem Schild GESPERRT. Einige Kilometer weiter folgen wir einer Sandpiste, ein Gatter davor lässt sich öffnen und es gibt auch kein Verbotsschild. Die Piste wird immer schmaler, bis sie nach ein paar km einfach endet. Wir gehen zu Fuß durch die niedrigen Dornenbüsche weiter, in der Ferne sehen wir die Bucht, aber keine Wale. Wir kehren um. Erwin wendet das Womo und dann passiert, was man gerne vermeiden möchte. Das hintere Rad gräbt sich tief in den Sand. Jetzt muss alles herhalten, was wir an Ausrüstung für den Fall dabei haben. Schaufel, Sandbleche und Hi-Jet… Nach 1 ½ Stunden schweißtreibender Arbeit haben wir uns endlich befreit.

Ein Gürteltier kommt kurz vorbei. Und Guanakos schauen uns aus sicherer Entfernung zu. 

 

 Nandu                                                         Tarantel (Vogelspinne)

 

Viper (Yarará Nata)                                   Meerschweinchen (Cuis Común)                                                          

Es ist später Nachmittag und Flut, wir fahren zum Punta Pirámide im Südosten der Halbinsel mit Blick in den Golfo Nuevo. Hier sind vor allem Seelöwen anzutreffen und zur richtigen Jahreszeit Wale. Zur Zeit ist absolute Low Season, es sind nur wenige Bullen mit Ihren Harem von 5-20 Weibchen vor Ort. Es ist keine Paarungszeit und so liegen die Tiere friedlich da, um sich von der Futtersuche auszuruhen. Eine Gruppe Rancher inspizieren die Wege und Absperrungen. Ich frage einen nach den saisonellen Populationen der Tiere. Wir sind gerade die einzigen Besucher und sie haben viel Zeit. Sie beantworten uns ausführlich alle Fragen und bevor wir wegfahren sollen wir noch im Büro vorbeikommen und ein Prospekt abholen. Sie trinken gerade Mate Tee als wir dort ankommen. Ich entschuldige mich, dass wir sie beim Teetrinken stören. Sie fragen ob wir Mate Tee mögen und als wir zugeben noch nie welchen getrunken zu haben, kriegen wir eine Tasse angeboten. … ich glaube man muss sich erst daran gewöhnen!

Seelöwin mit Baby                                   Seelöwe mit Harem

Beim Camping Municipal haben wir gerade unser Womo eingeparkt, als ein Pkw stoppt und der Fahrer fragt „Sagád bloß, sen ihr Schwóbá aus Áálà? Heike und Dieter machen 8 Wochen Urlaub von Ihrer Staudengärtnerei in Illertissen , sind mit Rucksack unterwegs und mieten immer wieder mal ein Auto. Sie bauen Ihr Zelt auf, dabei bricht eines der Plastik Verbindungsstellen, die das Zeltgerüst hält. Erwin sägt ein Stück einer Wurzel ab, bohrt Löcher rein und mit vereinten Kräften fixieren die Männer die Zeltstäbe im neuen Verbindungsteil.

 

Wer zusammen schafft, soll auch zusammen essen und trinken! Ich frag die Beiden ob Sie Kutteln mit Kartoffeln zum Abendessen möchten. Erst denken Sie ich will sie veräppeln. Doch dann sitzen wir schon bald, bei sauren Kutteln und Bratkartoffeln, mit guten Gesprächen zusammen in unserem Womo. 

Das Naturreservat der Halbinsel Valdés umfasst 3625 km². Eine Wüsten-/ Steppenvegetation mit drei Salzseen im Zentrum. Die Salina Grande liegt 35 m unter dem Meeresspiegel und ist einer der tiefsten Punkte in Südamerika.

Salina Grande

Zur Beobachtung der Meerestiere sind Aussichtspunkte eingerichtet die mit Ranchern besetzt sind, die gerne Auskunft geben. Die Punta Norte, wo Seelöwen und See-Elefanten leben und vor der Küste Orca-Wale, Caleta Valdés (See-Elefanten) und 6 km nördlich Magellan Pinguine. Vom Aussichtspunkte nahe dem Städtchen Puerto Pirámides geht der Blick in den Golfo Nuevo. Hier treffen sich zwischen Mitte Juni und Anfang Dezember die bis zu 16 Meter langen und 54 Tonnen schweren Bartenwale. Vor allem zur Paarungszeit (September/ Oktober) befindet sich hier die größte Population.

 Magellan Pinguine                                 Mutter mit Baby Pinguin

 

16. Dezember 2018

Wir verabschieden uns von Dieter und Heike. Vor dem Wasserhahn bei der Ausfahrt stehen weitere Outlander mit Ihren Wohnmobilen. (2 Brasilianische, 1 Argentinisches, 1 Deutsches). Die Verständigung geht in mehreren Sprachen munter durcheinander. Besonders Ralf, der aus dem brasilianischen Blumenau kommt, perfekt portugiesisch, deutsch, spanisch und englisch spricht, ist als Dolmetscher gefragt. Es wird Mittag bis wir uns zur Weiterfahrt mit herzlichen Umarmungen trennen. Buen Viaje. Hasta luego!

Der Himmel zieht zu, es regnet. Wir fahren auf der Ruta 1 die Küste entlang. Füllen in Puerto Madry unsere Lebensmittelvorräte auf und bleiben auf der Ruta 1 nach Süden. Die Schotter Wellblechpiste ist bei Regen noch unangenehmer zu fahren. Die Steppe mit ihrer ewig gleichen niedrigen grau-braunen Buschvegetation langweilig, erreichen wir endlich am Abend unser Ziel, ein Küstenabschnitt in der Nähe von Espinosa, wo eine See-Elefanten Kolonie leben soll. Die Tiere sind auch hier jahreszeitlich bedingt bereits weitergezogen. Es sind nur noch ein paar wenige da, die wir ganz Nahe vom Womo aus beobachten können.

 

17. Dezember 2018 Comodoro Rivadavia 

Die Wolken von gestern haben sich restlos aufgelöst. Trotz blauen Himmel hat es nur 15 °C, es weht ein kräftiger kalter Wind. Die See-Elefanten sind noch da. Drei junge Männchen üben sich im Spiel für den späteren Kampf mit einem Bullen um einen Harem zu übernehmen. Jetzt sieht es niedlich aus, bei späteren Kämpfen geht es brutal und blutig zu.

Junge See-Elefanden Bullen beim Spiel.

Wir haben genug von Schotter Wellblechpisten. Wir nehmen den kürzesten ca. 30 km langen Weg zur asphaltierten Ruta 3. Wieder stundenlang die ewig eintönige Wüste. Nur Guanakos die sich immer wieder zeigen, bieten eine Abwechslung. Kurz nach Comodoro Rivadavia im Camping Municipal des Städtchen Rada Tilly bleiben wir für heute.

Ein Fuchs streift früh morgens durch den Campingplatz.

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Eine vom Volk ernannte Heilige ist die Difunta Correa. Eine junge Frau aus Feuerland die mit Ihrem neugeborenen Kind ihrem Mann folgte der zwangsweise in einen blutigen Krieg eingezogen wurde. Sie verdurstete unterwegs, nur Ihr Baby wurde Tage später an Ihrer Brust säugend lebend gefunden.

http://www.info-box24.de/argentinien/difunta-correa.php

Unzählige Altare entlang der Straßen zeigen von Ihrer Popularität. 

                         

Altar zu Ehren der Difunta Correa entlang der Ruta 3      Gaucho Antonio Gil (Robin Hood Argentiniens)

 

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18. Dezember 2018 Puerto San Julián

Von Comodoro Rivadavia nach Süden erstrecken sich viele Kilometer verstreut Erdölförderpumpen. 1901 wurde auf der Suche nach trinkbaren Grundwasser Öl gefunden. Heute wird hier etwas 30 Prozent des argentinischen Öls gefordert.

Gut 100 km läuft die Straße an der Küste des Golfo San Jorge. Eine willkommene Abwechslung zum trüben grau-braun der Wüste. Bis Puerto San Julián sind es weitere ca. 400 km durch die Wüste. Außer den immer begleitenden Zäunen ist kaum ein Anzeichen menschlicher Behausungen zu sehen. Wir befinden uns in Santa Cruz der zweitgrößten und am dünnsten besiedelten Provinz Argentiniens. Auf 243.943 km² (Fläche der alten BRD), leben gerade einmal 273.000 Menschen.

Etwa 40 km vor Puerto San Julián nähert sich die Straße einer Steilküste. Wir biegen in ein Schotterstraße ab, die entlang der Klippen führt. In den unzugänglichen Einbuchtungen haben sich Seelöwen angesiedelt.

Seelöwenbulle mit Harem

Ohje! Etwas scheppert unterm Womo. Erwin schaut nach. Der Stabilisator Gummipuffer hat sich gelöst. Wir haben zwar kein passendes Ersatzteil, aber ein Metallschlauchband muss hier Dienste leisten.

 

19. Dezember Puerto Santa Cruz

In der Frühe verlassen wir unseren Stellplatz oberhalb der Klippen und gehen in Puerto San Julián einkaufen. Doch mit Bedacht! Um ins argentinische Ushuaia zu kommen, muss man ein Stück durch Chile fahren. Reisende erzählen oft, dass an den chilenischen Grenzen die Lebensmittelkontrollen besonders streng sind.

Die Dornensteppe bleibt weiterhin unser Begleiter. Weit verstreut können wir ein paar Schafe ausmachen und sehen einen Gaucho der auf dem Pferd mit Hunden unterwegs ist. Bei Puerto Santa Cruz züngelt das Meer weit ins Land um den Rio Chico, Rio Shehen o Chalia und Rio Santa Cruz aufzunehmen. Die hier ihr milchig trübes, eiskaltes Gletscherwasser von den weit im Westen liegenden südlichen Andengletschern ins Meer ergießen. In dem großflächigen Delta haben sich Inseln wie grüne Oasen gebildet, im puren Kontrast zur umliegenden trockenen Landschaft. In der Stadt mit unserem Womo am Straßenrand stehend, beratschlagen wir gerade, wo wir heute übernachten, als ein Wohnmobil mit argentinischen Kennzeichen vor uns stoppt. Garciela und Claudio sind von hier. Als sie mitkriegen, dass wir einen Stellplatz für die Nacht suchen, fahren sie uns voraus und bringen uns zur Isla Pavon gleich außerhalb der Stadt. Nach der kargen, farblosen Vegetation der letzten Tage, erscheint uns die Insel mit den grünen Wiesen, Bäumen und Blumen wie der Garten Eden. Nach einer Inselrundfahrt mit Stopps, bringen sie uns zu einem Parkplatz am Rande eines Campingspatzes. Hier zu übernachten halten wir zwar für keine gute Idee, doch sie sind von Beruf Polizisten und versichern uns, dass es hier kein Problem sei. No, no problema!!

Garciela und Claudio auf der Isla Pavon

Nach Mitternacht klopft jemand. Ich wache auf, sehe eine Mann vor dem Womo stehen und wecke Erwin. Der Fremde fragt nach unseren Pässen. Wir vermuten, dass er ein Mitarbeiter des Campingspatzes ist, doch niemals würden wir unsere Pässe irgendjemanden, schon gar nicht mitten in der Nacht geben. Wir fahren weg, doch nach wenigen hundert Metern werden wir von einer Schranke und einem weiteren Mann aufgehalten, der Mann von vorhin kommt dazu. Wir versuchen zu erklären, dass wir von Polizisten zu dem Parkplatz geführt wurden, doch sie verstehen nur Polizei und rufen diese per Telefon. Keine 5 Minuten später kommt ein Polizist zu Fuß. Er notiert unsere Namen und Passnummern. Als wir seine Frage ob wir auf den Campingplatz zurückwollen verneinen, lässt er die Schranke öffnen. „Vertreibung aus dem Paradies“ ;-)

 

20 Dezember 2018 Rio Gallegos

Von Norden 6 km vor dem Parkeingang des Parque Nacional Monte León ist das kleine Informationsbüro. Daneben, das großes Gebäude mit Ausstellungsräumen, das ehemalige Headquarter ist geschlossen.

Der Park wurde 2004 eröffnet, umfasst 68169 ha, dabei 40 km Küstenlinie. Neben einer Pinguin- und Seelöwenkolonie, gibt es besonders schöne Felsformationen entlang der Küste.

Ursprünglich waren entlang der Parkstraße Aussichtspunkte, Wanderwege, eine Höhle, ein Strand, und ein Campingplatz mit Cofee Shop zu erreichen. Seit längerer Zeit ist nur noch die Straße im vorderen Teil des Parks bis zum Parkplatz als Start des Wanderwegs zur Pinguinkolonie befahrbar. Alles andere ist gesperrt, der Campingplatz geschlossen. Wir und ein chilenisches Paar sind die einzigen Besucher. Trotzdem befinden sich 5 Ranger im Informationsbüro. Wir rätseln über dessen Aufgaben. Vielleicht wäre es sinnvoller mindestens 3 von ihnen mit Bauarbeiter zur Instandsetzung des Parks zu ersetzten.

Bis zum Wanderparkplatz fahren wir 15 km auf der schmalen erdigen Parkstraße. Ein 2,5 km langer Pfad führt ans Meer zur Pinguinkolonie. Nach 17 Uhr soll der Pfad wegen der Pumas nicht mehr benutzt werden. Schilder belehren das Verhalten, falls man einem begegnet. Erwin findet das Schade, mal einem Puma in Freiheit zu begegnen wäre doch was. Immerhin sehen wir Fußabdrücke der Katzen. Einzelne Pflanzen entlang des Weges sind beschildert. Würzige Düfte nach Kräutern begleiten uns. Wir sind erstaunt über die Vielfalt der Vegetation, die hier nicht durch Überweidung zerstört ist. Vielfältige Buscharten, Gräser und Sukkulenten in großen Polstern zusammen mit unzähligen kleinen Blüten in den verschiedensten Formen und Farben. Bevor der Weg auf einer Aussichtsplattform oberhalb des Meeres endet, führt er durch die weit ausgedehnten Nistplätze der Pinguine. Schmal mit Drahtseilen abgegrenzt um die Tiere nicht zu stören. Vom Aussichtspunkt geht die Sicht über die gesamte Kolonie. Viele der Pinguine sind in Bewegung, vom Meer zu den Nistplätzen und zurück. Immer wieder hören wir das eselartige Schreien eines Pinguins. Durstig kommen wir zum Womo zurück. Bei 28° C sind wir ins Schwitzen gekommen.

Vegetation im Nationalpark                     Pinguin mit Jungen 

Die Ruta 3 wird ab Ihrem Start in Buenos Aires in ihrem Verlauf bis Ushuaia in km markiert. Weiter nach Süden passieren wir die Zahl 2500.

26 km vor Rio Gallegos fließt der gleichnamige Fluss ins Meer. Aus dem Westen den Gletschergebieten der Anden kommend ist er auch entsprechend kalt. Entlang seiner Ufer zieht sich ein grünes Band. Auf einer Wiese am Flussufer finden wir unter Bäumen einen geschützten Platz. Der Wind pfeift kalt, den Bäumen ist die vorherrschende Windrichtung deutlich anzusehen. Im Wasser tummeln sich Vögel, Enten und Gänse. Das Gras ist grün (!) mit schönen Wiesenblumen. Am Abend geht die Sonne mit schönen Rotreflexen unter.

 

21. Dezember 2018 Cerro Sombrero/ Chile

Der Wind hat sich in der Nacht beruhigt. Legt aber im Laufe des Vormittags wieder kräftig zu. Die Tagestemperatur liegt heute bei knapp 20°C. Fühlt sich jedoch viel kühler an.

Rio Gallegos die Hauptstadt der Provinz Santa Cruz ist mit ~ 120.000 Einwohnungen für hiesige Verhältnisse eine Großstadt. Sie dient als Versorgungszentrum der weit verstreuten Schaf Estanzias, sowie der Minen bei Rio Turbio. Über den Hafen wird Wolle verschifft. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt als wichtigster Marinestützpunkt während des Falklan/ Malvinen-Krieges. Auffallend große Militäranlagen säumen die Zufahrtsstraßen. Die Stadt liegt zwar schön am Rio Gallegos hat aber touristisch wenig zu bieten.

Bevor wir die letzten 10 km zur chilenischen Grenze fahren, biegen wir zur Laguna Azul ab. Ein Kratersee der sich in der vulkanischen Landschaft gebildet hat. Es ist bewölkt der See ist sehr schön, aber leider nicht ganz so blau wie der Name verspricht. Entlang des Kraterrandes kämpfen wir gegen den Wind. Ein Trampelpfad führt uns hinunter zum See, wo es angenehm windstill ist.

Kratersee Laguna Azul

Die argentinisch/ chilenische Grenze bei Monte Aymond ist top organisiert. Man stellt das Auto auf dem Parkplatz ab und geht ins Immigrationsgebäude. Vier Stationen muss man durchlaufen, die deutlich mit den Nummern 1-4 gekennzeichnet sind. Schalter 1: Ausweiskontrolle, Erfassung der Personendaten,man kriegt ein paar Zettel und wird weiter in den nächsten Raum zu Schalter 2 – 4 geschickt. An einem Tisch liegen Zettel zum Ausfüllen mit Fragen wie ob man etwas einführt. Schalter 2: Ausfuhr des Fahrzeug aus Argentinien, dazu muss die Einfuhrgenehmigung der letzten Grenze abgegeben werden. Schalter 3: Temporäre Einfuhrgenehmigung des Fahrzeugs nach Chile. Schalter 4: Deklaration einzuführender Lebensmittel. Dabei ist es ratsam auf dem Formular diese Frage mit ja zu beantworten. Auch wenn man der Meinung ist keine entsprechenden Lebensmittel dabei zu haben. (Gemüse, Früchte, Fleisch und Fleischprodukte). Die Gesetze sind dabei undurchsichtig. Manchmal gehören auch Körner, Samen, Hülsenfrüchte dazu. Bei ja, kommt der Kontrolleur bei der Ausfahrt ins Fahrzeug und schaut alles durch. Was nicht passt nimmt er problemlos mit. Bei einer Falscherklärung droht Ärger und Geldstrafe. Dieses Mal müssen wir unsere Salami opfern!Dann sind wir in Tierra del Fuego (Feuerland).Kein Auto kommt uns entgegen, dann 10 km vor der Einfahrt zur Magellan Wasserstraße die nur mit der Fähre überquert werden kann, schlangenweise Fahrzeuge. Erwin sagt die Fähre ist angekommen und gibt Gas. Wir kommen an und sind 10 Minuten später auf der Fähre.

Fähre über die Zufahrt der Megallan Wasserstraße

In Cerro Sombrero bleiben wir übernacht. Der kleine Ort hat ein großes Informationsbüro mit kostenlosen heißen Duschen und Wifi. Camper und Zelte sind herzlich willkommen! Wir lernen Sepp und Monika aus Weiden kennen, die 2015 in Halifax gestartet sind. Bei einem Glas Wein sitzen wir gemütlich in ihrem Womo.

22./23. Dezember 2018 Ushuaia

Ushuaia ist der Ausgangspunkt zum Parque Nacional Tierra del Fuego. Die Stadt liegt im süd-östlichen Teil Feuerlands, was zu Argentinien gehört. Die Abwicklung an der Grenze verläuft wie gehabt. Ausreise Chile; 1. Passkontrolle 2. Temporäre Einfuhrgenehmigung fürs Womo abgeben.

Einreise Argentinien; 3. Passkontrolle 4. Temporäre Einfuhrgenehmigung fürs Womo ausstellen lassen. 5. Mit dem kleinen abgestempelten (!!) Zettel zur Final Control fahren und abgeben. Keine Lebensmittelkontrolle. Etwas ungewöhnlich ist, dass die beiden Grenzstationen mehrere Kilometer auseinander liegen.

Je weiter wir nach Süden fahren, umso bergiger wird das Land. Durchzogen von Flüssen und Seen, leuchten die Täler in sattem grün. Wir sind überrascht auch viel Wald vorzufinden. Der Nieselregen hat strahlendem Sonnenschein Platz gemacht. Die Temperatur steigt auf 19° C, doch fühlt es sich durch den starken Wind deutlich kühler an.

Antarktische Südbuche (Fagaceae)

Die vorherrschende Baumart ist die Antarktische Südbuche, mit einer Höhe von bis 15 m. Man sieht die unterschiedlichsten Ausformen, je nach dem wie stark Wind und Wetter einwirken. Weiße Flechten hängen wie lange Bärte an den Zweigen, selbst die Stämme sind weiß marmoriert.

   

Landschaft auf dem Weg nach Ushuaia     Hacienda unterwegs

Übernachtungsplatz kurz vor Ushuaia

 

24 Dezember 2018 Ushuaia

Feliz Navidad a nosotros amigos.

Wir stehen am Hafen in Ushuaia. Gerade versuchen wir mit whatsup Kontakt mit Heike und Dieter aufzunehmen. Falls es geklappt hat, sind sie gestern Ábend mit dem Bus angekommen. Da klopft es am Womofenster und die Beiden stehen vor uns. Wir gehen zusammen ins Ramos Generales, ein ehemaliger Gemischtwarenladen, jetzt eine interessante Mischung aus Restaurant, Bar, Bäckerei und Museum. Zufällig kommen wir mit dem Inhaber und dessen Neffe ins Gespräch und erfahren vieles über die Renovierug des Gebäudes und Erklärungen zu einzelnen der zahlreichen Exponaten.

Im Ramos Generales.

Wir suchen nach einem Restaurant um zusammen den Heiligen Abend zu feiern. Entweder ist heute geschlossen oder nur auf Vorbestellung. Dann kochen wir uns das Weihnachtsessen im Womo, Steak, Bratkartoffeln und Salat. Direkt am Hafen haben wir eine schöne Aussicht auf das Meer. Es sind kaum Leute unterwegs, um uns ist es ruhig, bis kurz nach Mitternacht ein Kreuzfahrtschiff mit lautem Trönnen des Schiffshorn einläuft und Feuerwerkskörper abschießt. 

Am Hafen von Ushuaia

 

25 - 27. Dezember 2018 Parque Nacional Tierra del Fuego

 

Die Landschaft im Nationalpark Feuerlands gestaltet sich aus kalten Regenwälder, schroffen Klippen an den Seen und Fjorden und Gletschern auf den Bergen ringsum. Die Ruta 3 führt durch den Park und endet mit 3079 km seit Buenos Aires in Bahia Lapataia nahe der chilenischen Grenze. Durch die Nähe zu Ushuaia mit entsprechender touristischer Infrastruktur ist der Park sehr stark mit Tagesbesuchern frequentiert. Viele Pkws, kleinere Tourenbusse und große Reisebusse stauben über die nicht asphaltierten Straßen. Spucken ihre Fahrgäste an den Aussichtsplätzen aus, um sie bald darauf wieder einzusammeln und zum Nächsten zu bringen. Die vier Zeltplätze im Park sind kaum belegt und auch auf den Wanderwegen hält sich der Ansturm in Grenzen. Heike und Dieter begleiten uns. Auf den gemeinsamen Wanderungen können viel von ihrem gärtnerischen Wissen lernen. Die Wanderung zum Cerro Guanaco ist eine Herausforderung. Der Gipfel ist zwar nur auf 973 m und die Wegstrecke 4 km. Aber der Start ist bei 0 m NN, dann sind es eben auch 973 Höhenmeter auf 4 km. Ein mit Pflöcken mehr oder weniger gut markierter Trampelpfad führt auf kürzester Strecke immer steil bergauf. Nach der Baumgrenze geht es durch ein Stück Moor, wo bei jedem Schritt die Gefahr besteht knöcheltief einzusinken. Auf Wurzeln balancierend versucht man sich trockenes Fußes durchzukämpfen. Immer wieder hört man jemanden schimpfen der einsinkt. Wäre vielleicht eine gute Idee dieses Stück mit Stegen zu befestigen, würde auch nicht jeder Wanderer die Moorpflanzen zertreten und bei einem Parkeintritt von € 12 pro Person durchaus machbar, doch die argentinischen Hirne ticken wohl anders. Ebenso steil geht es natürlich auch wieder zurück. Wir werden mit tollen Aussichten aber sicher auch mit einem erbärmlichen Muskelkater belohnt.

Zurück in Ushuaia liegen 3 Kreuzfahrschiffe im Hafen!

 

 

28 – 29. Dezember 2018 Estancias Haberton und Moat

 

Auf der Ruta 3, 40 km nach Ushuaia biegen wir rechts ab. Auf einer staubigen, breiten Schotterstraße durch den Wald, treffen wir bei der Estancia Haberton auf den Canal Beagle. Haberton ist die älteste Estancia Feuerlands. Die landwirtschaftliche Produktion steht heute im Hintergrund. Die Estancia hat sich dem Tourismus zugewandt, ist mit Museum, Restaurant, Übernachtung und touristischen Angeboten nicht nur für Individualreisende, sondern auch für große Reiseanbieter eingerichtet. Die weiteren 50 km führen dicht am Canal entlang, bieten auf der einen Seite tolle Ausblicke aufs Meer und auf der Anderen auf vom Wind schräg geneigt wachsende Wälder. Wie in ganz Feuerland sind auch hier die durch Biber verursachte Schäden deutlich sichtbar. In den 1940er wurden wenige Tiere zur Pelzzucht von Kanada eingeführt. Zwischenzeitlich verwildert haben sie sich mangels natürlicher Feinde zur Plage vermehrt. Kaum sind wir an unserem Übernachtungsplatz angekommen, als ein Graufuchs keine 10 Meter entfernt auftaucht. Er schaut uns an und geht in aller Ruhe seinen Weg. 

 

 

Am Canal Beagle 

Biber neben der Straße

Übernachtungsplatz

 

Wanderung zu einem kleinen Fluß der eine Schlucht durchs Gestein gegraben hat und in Kaskaden abfällt.  

 

30 – 31.Dezember 2018 Tolhuin, Rio Grande und Argentinische Grenze Bella Vista

 

Auf der Ruta 3 nach Nord-Westen fahren wir entlang des Lago Fagnano nach Tolhuin. Heike und Dieter begleiten uns noch ein paar Tage. Um die Mittagszeit kommen wir in Tolhuin an. In einer Parrillada (Grillrestaurant) sehen wir dass ein Asado zubereitet wird und beschließen diese argentinische Spezialität zu testen.

 

Um von Tolhuin mit einem Fahrzeug in den chilenischen Teil Feuerlands zu kommen, bleibt nur die Möglichkeit nach Norden über Rio Grande zu fahren. Von dort, über die nicht asphaltierte Ruta 8 nach Westen gibt es einen kleinen Grenzübergang mit dem viel versprechenden Namen Bella Vista. Bei der Einreise nach Chile wird uns wieder diese leidliche Lebensmittelkontrolle bevorstehen. Unser Plan ist, vorher zu übernachten und als Silvestermenü alle Lebensmittel die nicht eingeführt werden dürfen zu verkochen. Allerdings nehmen die Zäune beiderseits der Straße kein Ende, um einen Stell- und Zeltplatz zu finden, bis wir bei der argentinischen Grenze vor dem Schlagbaum stehen. Daneben ist eine Wiese an einem kleinen Fluss, genau der Platz wonach wir suchen und es ist auch schon Abend. Um Erlaubnis fragen kann man ja mal! Der junge Uniformierte kann es nicht beantworten und sein Chef ist mit dem Quad unterwegs auf Grenzpatrouille. Nach einer Weile kommen zwei Quads angefahren, eines hält an, nur leider der Chef fährt weiter. Irgendwann kommt auch dieser zurück, begrüßt uns mit Handschlag, entscheidet mit Si claro und zeigt Heike und Dieter einen windgeschützten Platz für ihr Zelt. Es gibt keinen weiteren Grenzverkehr und die drei Autos die vollbesetzt anrollen, verschwinden hinter den Häusern, woher wir später Stimmen und leise Musik, vermutlich einer Silvesterfeier hören.

Argentinische Grenze Bella Vista

Felíz Ano Nuevo!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare (4)

Start der Reise 6 Nov. 2018

  Kann man da mit?

Wir Rita (57) und Erwin (59) reisen gerne. Mit unserem Blog laden wir Freunde, Bekannte und Interessierte ein, uns in Gedanken und auch gerne mit Kommentaren zu begleiten. 

Der Plan ist unser Womo mit einem Frachtschiff nach Südamerika zu verschiffen. Wir werden als Passagiere mit fahren.

Abfahrt: 06.11.18 Hamburg

Ankunft: 03.12.18 Montevideo

Route: Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kapverden, Brasilien, Uruquay.

Häfen: Hamburg, Le Havre, Viego (Spanien), Dakar (Senegal),Vitoria (Brasilien), Rio de Janeiro, Santos, Paranagua,  Montevideo (Uruquay).

Name und Daten des Schiffes: Grande Nigeria Ro-Ro Cargo Ship

www.vesseltracking.net/ship/grande-nigeria-9246580

 

Reisedauer: bis ca. März 2019

Die Zeit der Überfahrt wollen wir nutzen um die Reise Route zu planen. 

 

 Grande Nigeria 

 

Reisetagebuch

 

Mit dem Schiff von Hamburg nach Montevideo

 

05/ 06.Nov. 2018

Auf dem großen Parkplatz des Hafenbüros am O´swaldkai in Hamburg verbringen wir eine ruhige Nacht.

Morgens stehen wir pünktlich um 11 Uhr am Schalter. Die Passagierliste der Grande Nigeria liegt dort schon bereit. Die Daten unserer Reisepässe und unser Kfz Kennzeichen werden in einen PC getippt. Eine kurze Unterweisung zum Fahren innerhalb des Zollbereiches. Erwin als Fahrer muss unterschreiben. Wir erhalten einen Passierschein mit einem Strichcode und können damit durch die Schranke in den Zollbereich. Gleich nach der Schranke müssen wir auf ein Fahrzeug warten, welches uns zusammen mit einem weiteren Wohnmobil zum Schiff vorausfährt.

Dort angekommen, müssen wir unsere Reisepässe, Impfpässe (Nachweis der Gelbfieberimpfung) und das Ticket abgeben. Dem Anweiser folgend, fahren wir mit dem Womo in den Bauch des Schiffes. Nachdem wir eingeparkt haben, steht auch schon ein Crewmitglied bereit, der uns in unsere Kabine bringt. Und um 12 Uhr gibt es dann auch gleich Mittagessen.

Wir wären soweit, das Schiff könnte auslaufen. Doch vorher werden noch weitere Container verladen. Geschätzt mindestens 200 Stück. Gegen Mitternacht legt das Schiff ab.

Grande Nigeria 

Küche

 

07./08. Nov. 2018

Vorbei an den Niederlanden und Belgien erreichen wir am Donnerstag Abend den Hafen in Le Havre in Frankreich. Das Schiff fährt je nach Windstärke und Strömung zwischen 20 und 30 km/ Stunde. Vor der Einfahrt in den Hafen kommt ein Lotse an Bord. Schlepperboote leiten die Grande Nigeria erst in die Schleuse, danach an den Kai. Während der Nacht beginnen bereits die Verladearbeiten.

Es sind 30 Crewmitglieder und 10 Passagiere an Board. Mit uns fahren, 1 deutsches Paar, 1 französisches Paar, 1 schweiz/ brasilianisches Paar, 1 Brite und 1 Schweizer.

Der 1. Stuart zeigt uns die Sicherheitseinrichtungen, die Rettungsboote und den Sammelplatz für den Ernstfall.

Rettungsboot und eines der kleinen Schlepperboote

 

Der Kapitän ist sehr freundlich und man darf auch auf die Brücke. Er ging bereits in Dakar an Bord um seinen Vorgänger abzulösen. Der letzte Kapitän hatte wohl ein Problem mit Deutschen und Frauen. Es wird erzählt, dass er dies auch sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

 

09.Nov. 2018

Den ganzen Tag wird weitere Fracht eingeladen. Noch mehr Container aufgestapelt. Mehrere Decks werden gefüllt mit neuen Autos. Auch ein Ein Holzvollernter und mehrere Straßenbahnwaggon werden in den Laderaum gezogen. Dann kommen noch ältere Autos, Lkws und Busse dazu.

Wir haben den Verdacht, dass wir doch Dakar anlaufen. Und kriegen dies auch bestätigt.

Gegen 16 Uhr laufen wir aus. Mit Lotse und Schlepperboote wieder durch die Schleuse. Die Prozedur dauert gut 2 Stunden.

Fracht am Hafen von Le Havre

 

10./ 11.Nov. 2018

Auf See. Der nächste Hafen wird Vigo in Spanien sein. Geplante Ankunft ca. um Mitternacht.

Beim durchqueren der Biskaya, hatten wir ungewöhnlich ruhigen Seegang. Einige Crewmitglieder meinten dies in dieser Gegend noch nie so erlebt zu haben.

Zum Frühstück um 7.30 Uhr, Mittagessen um 11 Uhr und Abendessen um 18 Uhr ist es ratsam pünktlich zu erscheinen. Die Speisen werden nicht nochmals aufgewärmt und genau nach 1 Stunde sollen die Passagiere den Speisesaal verlassen, um für den Kapitän und seiner höhergestellten Crewmitglieder Platz zu machen.

Gekocht wird italienisch. Vegetarier hätten ein Problem.

 

Erwin und Heijo (deutscher Passagier) werden vom Koch und Hilfskoch zum Tischfußball Deutschland gegen Italien herausgefordert. Nur ein Spiel... !? Bloß gut dass die Italiener 9:10 gewonnen haben. Mit dem Koch will man es doch nicht verscherzen. ;-)

 

12. Nov. 2018 Vigo Spanien

 

Noch vor Sonnenaufgang sind wir in Vigo eingelaufen.

Wir Passagiere freuen uns auf einen Landgang, was jedoch erst nach einigem hin und her vom Kapitän erlaubt wurde. Es wird uns eindringlich eingeschärft pünktlich zurück zu sein! Mit einer Kopie unserer Reisepässe ausgestattet, laufen wir quer über die weitläufigen Parkflächen des Zollbereich. Die Kontrolleure an der Ausgangsschranke wissen wohl schon Bescheid und winken uns durch.

Am Kai nahe der Altstadt liegt ein Kreuzfahrtschiff die Port Elisabeth.

Als wir am späten Nachmittag zurückkommen, sind die Verladearbeiten noch bis tief in die Nacht im Gange. Mit weit über 200 000 Tonen Fracht laufen wir erst nach Mitternacht aus.

 

13. - 18. Nov. 2018 auf See

„Langsam Reisen“ Ist der Name einer Reiseagentur, bei der einer der Passagiere gebucht hat.

Genau das tun wir. Träge bewegt sich das große Schiff mit ~ 25 km/h vorwärts. Begleitet vom immerwährenden dumpfen Geräusch der Ventilatoren. Nahe an der Reling stehend ist das Plätschern der sehr ruhigen See zu hören. Ringsum Wasser, ab und zu sind in der Ferne einzelne Schiffe zu sehen. Der geduldige Beobachter (Erwin) sieht immer wieder Delfinschwärme auf der Jagd oder kleine Gruppen mit wenigen Tieren. In den Morgenstunden leicht trüb, kommt die Sonne bald durch und täglich wird es wärmer. Die Natur bietet uns herrliche Sonnenuntergänge.

 

Die Passagiere werden vom 1. Ingenieur durch die Maschinen- und Werkstatträume geführt, die sich im 3. Deck befinden. Bereits bei der ersten Frage, stellt er klar, dass er das Wissen seines 9jährigen Studiums nicht in einer halben Stunde erklären kann. Wie? ?... eigentlich hatte wir schon erwartet im Anschluss an die Führung ein Ingenieursdiplom zu kriegen. :-) ;-)

Bild recht. 1 Ingenieur

Maschinenraum und Werkstatt

Doch dann müht er sich freundlich und redlich. Die Größe und Kraft der Maschinen und technischen Anlagen sind beeindruckend. Bei Erwin blieb sicher mehr technisches Wissen hängen als bei mir. Im Wesentlich habe ich mir gemerkt, dass das Schiff kontinuierlich mit knapp 2/3 der möglicher Geschwindigkeit fährt. Eco Speed um Maschine und Treibstoff zu sparen. Der Verbrauch dann bei 40 to Rohöl pro 24 Stunden beträgt.

Täglich sind irgendwelche Reparaturen und Renovierungsarbeiten im Gange. Fenster werden entrostet und gestrichen.

Schon in LeHavre haben 2 Crewmitglieder das Schiff verlassen. Einer um zu heiraten. Der Andereist an Malaria erkrankt und muss in ärztliche Behandlung. Auf Anweisung der Reederei wird für die Mannschaft und die Passagiere, der Schiffe die Dakar anlaufen, eine Malaria Profilaxe angeboten. Mit Unterschrift wird dokumentiert wer das Angebot nutzt oder ablehnt.

Der Frachthafen von Dakar bietet oft nicht genügende Liegeplätze. Oft müssen die Schiffe weit davor ankern und Tage warten. Befürchtet wird dabei die Gefahr von Piraterie. Wir können voraussichtlich am Sonntag früh die Einfahrt passieren. Den zweiten Abend davor werden die Motoren abgestellt. Das erste mal seit wir unterwegs sind, wird angeordnet sämtliche Außentüren zu verriegeln. Erst am Morgen wird wieder Fahrt aufgenommen. Bevor unser Schiff anlegen darf, müssen wir noch gut 1 Stunden ankern. Ein Lotse wird an Bord gebracht und dirigiert durch die enge Hafeneinfahrt.

 

  1. Nov. 2018 Dakar Senegal

Vor der Hafeneinfahrt, weit verstreut ins Meer hinein ankern Frachtschiffe. Grob gezählt kommen wir auf 20. Zahlreiche kleine Fischerboote fahren kreuz und quer dazwischen.

 

In den europäischen Häfen waren nur wenige Ladearbeiter beschäftigt. Hier wimmelt es vor Leuten. Zum Andocken es Schiffes wurden dort 1 max. 2 Personen nötig, hier sind es 8 Arbeiter. 

Zum Entladen der fahrbaren Ladung stehen die Arbeiter Schlange. Jeder muss sich ausweisen und wird in einer Liste abgehackt.

Wir Passagiere freuen uns auf einen Landgang und möchten nach dem Frühstück gleich los. Doch das wird noch Stunden dauern. Erst muss der Security Check des Schiffes und die Zollformalitäten der Ladung durch die Senegalesischen Behörden abgeschlossen sein. Zöllner sind auf dem gesamten Schiff unterwegs. Ein Zöllner spricht uns auf dem Flur an und kommt schnell zu der Frage, ob wir französische Bücher übrig haben. Können wir nicht dienen! Als sie das Schiff verlassen hat jeder ein mit schwarzer Folie umwickeltes Päckchen in der Hand. Bücher... oder …?

 

Unser Womo steht auf Deck 6. Dort sind ca. 1 Stunde Verladearbeiten in Gange. Danach wird es vergittert. Ein Zugang von außer ist nicht mehr möglich. Erwin schaut nach. Alles in Ordnung!

… und unsere Genehmigung zum Landgang dauert... ! Erst gegen 13 Uhr scheint es zu klappen. Wir erhalten wieder eine Fotokopie unserer Reisepässe, fahren mit dem Aufzug nach unten, am Schiffsausgang wird auf einer Liste abgehackt und …. werden von der Hafen Security vor Verlassen des Schiffes wegen nicht vorschriftsmäßiger Sicherheitskleidung aufgehalten.

  Kapitän, Passagier, Security

Wir müssen Helme und Warnwesten tragen. Einer der Crew sammelt die einzelnen Helme aus den Passagierkabinen und holt Westen. Wir warten ….

Der Security Mann geht voraus, Wir folgen ihm in Entenanordnung. Die Fußgängerwege sind schmal und streng abgesperrt. Schon kleine Abweichungen werden nicht geduldet. Nach einem Drehtor stehen wir vor einem Containerbüro. So nur noch unsere Passkopien zeigen und weiter... denken wir! Doch wo ist die Liste die jetzt eingefordert wird? Der Security Mitarbeiter geht zum Schiff zurück, die dort erst gedruckt werden muss. Wir warten, es ist schwül heiß ....

 

… er kommt mit der Liste, wir werden durchgezählt und dürfen das Zollgelände verlassen.

Ein kurze Strecke entfernt trennt uns noch eine Polizeikontrollstation von der öffentlichen Straße.

Was kommt jetzt? … doch die winken uns einfach durch.

Ein kurzes Stück der Hafenstraße entlang, nutzen einige unserer Mitreisenden in einem Casino die Möglichkeit zum Geld wechseln. Kaum Verkehr auf den Straßen, die meisten Geschäfte haben geschlossen, wenige Menschen sind unterwegs. Es ist Sonntag Nachmittag! Auf dem Markt wird aufgeräumt. Nur noch wenige Fisch-, Fleisch- und Gemüsestände haben offen. Nur die vielen Händler, die ihre Ware an den Straßenrändern auslegen sind noch da. Nur keine Kunden. Schon ein kurzer Blick in Richtung der Ware genügt um einen Wortschwall auszulösen der über uns schwappt. Eigentlich muss man nicht mal gucken um voll gequatscht zu werden. Vielleicht wäre für uns ein geschäftiger Werktag angenehmer.

Direkt beim Fährhafen wird ein neuer Bahnhof gebaut. Ein Milliardenprojekt im Rohbau.  

Auf einem großen Postern am Bauzaun ist er fertig zu sehen. Eröffnung 2019! Züge sind bereits in unserer Schiffsladung.

Bei der Polizeistation beim Hafeneingang stehen jetzt blinkende Polizeifahrzeuge und viele Uniformierte sind zugegen. Wir haben hier den Hafen verlassen, doch jetzt dürfen wir nicht mehr passieren. Kurze Anweisungen die keine Diskussion zulassen, schicken uns zu einem anderen Eingang. Auf der Suche danach laufen wir die Hafenmauer entlang.Als wir sehen wie Hafenarbeiter durch ein schmales Drehkreuz verschwinden, gehen wir hinterher. Niemand hält uns auf! Zurück zum Eingang des Zollbereichs und zum Schiff kommen wir ohne Probleme.

Dort angekommen, erfahren wir, dass der Premierminister persönlich beim Entladen der Züge zugegen war. Deshalb der extra Polizeieinsatz.

 

  1. - 26. Nov. 2018 auf See

„Langsam Reisen“ Es ist schwül heiß. Kurze Regenschauer bringen nur kurz Abkühlung.

Am 22.11. um 0.52 Uhr überschreiten wir den Äquator. Mit einigen der Passagiere stoßen wir mit Calvados und Schweitzer Schokolade darauf an. Man muss die Feste feiern wie sie fallen!

Für den Nachmittag ist eine Notfallübung angekündigt. Kurz nach 16 Uhr ertönt im ganzen Schiff das schrille Signal. FEUER!

Schwimmweste an, Helm auf den Kopf und den Neoprenanzug im Sack eilen alle zum Sammelplatz auf das obere Deck. Einige der Crew sind außerdem mit Sauerstoffflaschen und Leuchtraketen ausgestattet. Die Vollständige Anwesenheit der Crew wird namentlich gecheckt. Die Passagiere werden gezählt. Dann werden die Passagiere ein Deck nach unten ins Schiffsinnere geschickt. HILFE! Es brennt doch! … wir werden geopfert! ;-)

Kurze Zeit später dürfen wir wieder rauf. Zwischenzeitlich liegt ein transportfähig vorbereiteter Verletzter auf dem Boden. Jemand versucht mit den Leuchtraketen klarzukommen. Alle sollen zu den Rettungsbooten. Wir Passagiere folgen, werden dann aber zum Rettungsboot auf der anderen Seite geschickt und von dort wieder zurück. Die gesamte Schiffsbesatzung steht vor dem einen Boot. Der 2. Kapitän ist offensichtlich der Übungsleiter. Seine vielen Erklärungen in italienisch-englisch sind an die Mannschaft gerichtet. Den Passagieren bleibt die Rolle als Statisten. Der Eingang des Sicherheitsbootes wird geöffnet. … werden wohl auch die Passagiere gerettet? Das Boot ist für 46 Personen ausgelegt.

Der 1. Offizier voraus, steigen 4 Männer ein. Dieser liest aus dem Rettungsboot heraus irgend etwas vor? Dann ist die Übung zu Ende!

Unser Glauben auf Rettung, wurde nach dieser Übung doch etwas gedämmt. :-(

 

  1. Nov. 2018 Vitoria

 

Brasilien begrüßt uns mit einem spektakulären Sonnenaufgang.

Das Schiff legt für kurze Zeit anker, bis der Lotse durch die schmale Zufahrt zum Dock leitet. Verstreut um uns liegen 30 – 40 Cargo Schiffe.

Der Wasserarm wird immer schmaler. Um mit der Verladeseite am Dock zu liegen, muss sich das Schiff 180° um die eigene Achse drehen. Die Breite der Wasserstraße reicht gerade aus. Zwei Schlepperboote drücken es Zentimeter um Zentimeter ans Dock. Die Navigation in den Hafen bis zur endgültigen Positionierung am Dock dauert gut 1 ½ Stunden.

Dieses Mal sind wir mit Helm, Sicherheitsweste und Passkopie ausgerüstet. Beim Verlassen des Schiffes, fahren neben uns funkelnagelneue Porsche über die Verladerampe. In langen Schlangen geparkt, werden sie dann gleich sehr (!) vorsichtig auf Lkws gefahren. Ein Passagier der während des Tages an Bord blieb, hat bei 500 Fahrzeugen zu zählen aufgehört. Alles hochpreisige Autos wie Porsche und Volvo SUV, pro Fahrzeug ab 80.0000 €.

Den schmalen Fußgängerwegen folgend suchen wir uns den Weg durch die Containerreihen zum Ausgang. Wir müssen Taschen und Rucksäcke öffnen, werden einzeln fotografiert und die Daten unserer Reisepässe polizeilich erfasst. Die Zollbeamtin trägt ihre Waffe griffbereit vorne am Körper. Lucia, eine Mitreisende, ist in Brasilien zuhause. Angeregte Unterhaltung in portugiesisch, viel Lachen, alles entspannt. Dann organisiert sie zwei Taxis, die uns in die Stadt bringen. Wir müssen nur hinterher laufen. Prima! Wir können uns mal fühlen, wie Pauschaltouristen. ;-)

 

  1. Nov 2018 Rio de Janeiro

Die Verladearbeiten in Viktoria haben noch bis weit nach Mitternacht gedauert. Kaum fertig, legen wir ab. Die Schiffsmotoren laufen auf hohen Touren, gegen den Wind und die Strömung, fährt das Schiff mit ~ 35 km/h. Die Fracht steht unter Termindruck. Das „Langsam Reisen“ Feeling wird gedämmt. Knapp außerhalb der 12 Meilen Zone nach Süden, nähern uns am Cap Frio auf 3 ½ km, wenden nach Westen und kommen gegen 22 Uhr in Rio de Janeiro an. In einer weitläufigen Bucht liegend, leuchten uns Millionen Lichter entgegen. Die Ausdehnung der Stadt ist riesig und zieht sich bis weit hinaus in die Berghügel. Weiter als das Auge reicht. Wir passieren den Zuckerhut, der sich aus seiner Wolkenhülle schält.

Wir stehen an Deck und beobachten wie das Pilotboot heranbraust. Mehrere Versuche sind dieses mal nötig, bis der Pilot seine Leiter anlegen und durch die Luke an Bord klettern kann. Immer wieder baut sich zwischen dem Schiff und dem Pilotboot ein Welle auf, die das kleine Boot abdrängt.

Mit brasilianischem Wein, sagen wir Passagiere zu unseren Reisegefährten Gilles und Fred; Lebt wohl! Gute Reise! Bleibt gesund! Die Beiden werden morgen sehr früh das Schiff verlassen.

 

  1. Nov. 2018 Santos 

Gegen 4.30 Uhr laufen wir aus.

Beim Frühstück erfahren wir, dass vor Montevideo nur noch die Häfen Santos und Paranagua angefahren werden. Zarate erst auf dem Rückweg. Erwin ist enttäuscht. Gerne würde er auf dem Rio Parana de las Palmas, der nach Zarate führt, fahren.

Die geplante Ankunftszeit in Santos ist 16.00 Uhr. Schon kurz nach dem Mittag werden die Motoren auf ~ 12 km/h gedrosselt. Wohl wieder keine Einfuhrerlaubnis im Hafen. „Sehr langsam reisen“! Erst um Mitternacht macht das Schiff am Dock fest.

Beim Mittagessen zeigt uns der Koch ein Bild seiner Frau. Sie und die Frau des Kapitän wollen in Santos an Bord gehen, nach Montevideo und zurück nach Santos mitfahren. Ein Strahlen geht über sein Gesicht. Nachmittags hören wir aufgeregte Telefonate, mit Gesprächsfetzen wo von Policia und Passaporte die Rede ist. Er hat seine Frau schon Wochen lang nicht mehr gesehen. Sehr traurig erzählt er uns, dass die brasilianische Polizei den Frauen den Zutritt verwehrt. Im vergangenen August wurde in einem Container der Grande Nigeria 1,2 to Kokain gefunden. Das Schiff mit Crew wurde daraufhin für 3 Wochen festgesetzt. Jetzt dürfen keine Personen von außerhalb an Bord.

 

  1. Nov. 2018 Santos

Beim Frühstück frage ich den Kapitän ob wir heute an Land dürfen. „Yes, surely!“ Wann? „Immediately!“ (… wie, ohne lange auf irgend etwas zu warten??!!) Helme und Sicherheitswesten? „Not necessary!“ Aha; na dann! Mit einer Kopie unserer Reisepässe in der Tasche laufen wir zum nahen Hafenausgang. Der Wachmann markiert unsere Namen auf einer vorliegenden Liste, wirft einen schnellen Blick auf unsere Passkopien und winkt uns durch.

Zur Kolonialzeit mit dem Kaffeehandel zu Reichtum gelangt, bietet das Stadtzentrum viele mehr oder weniger gut restaurierte Prachtbauten in kolonialem, barockem und neugotischem Stil. Besonders rund um die Bolsa do Cafe (Kaffeebörse) von 1922 (heute ein Museum), ist mit einer kleinen Fußgängerzone der Fair der Kolonialzeit wiederbelebt.

 

                                      Bolsa do Cafe               Kaffeebörse im Museum

Natürlich sind wir abends pünktlich zurück. Durch vorsichtiges Klopfen an die Scheibe, wecken wir den Wachmann aus „intensiven Nachdenken“. Er lacht, hackt uns auf der Liste ab; Boa noite!

… nicht mal ein Blick in unseren Rucksack??

 

  1. Nov. 2018 Paranaquá

Die Einfahrt zum Hafen führt kilometerlang durch die Inselwelt rund um die Ilha do Mel, die streng unter Naturschutz steht. Wie bei einem Ausschnitt aus der TV Serie Traumschiff stehen alle (acht!) Passagiere fasziniert an Deck. Der brasilianische Pilot, nimmt sich ein paar Minuten Zeit, lobt in einem Wortschwall in bestem Englisch die Naturschönheit und empfiehlt auch gleich ein Restaurant. Vielleicht ist er im Zweitjob im Tourismus tätig oder gehört seiner Verwandtschaft das Restaurant. ;-) Bei blauem Himmel ist es sehr heiß an Deck. Wohl doch nicht auf dem Traumschiff, da kriegen die Passagiere bestimmt Sonnenschirme. :-)

Genau um 11 Uhr, exakt zum Mittagessen legen wir an. Gerade unterhalten wir uns bei Tisch, ob

wir wohl an Land dürfen, da kommt einer der Crew, der uns mitteilt, dass um 14.00 Uhr ein Mitarbeiter der Immigrationsbehörde am Schiffsausgang mit unseren Reisepässen auf uns wartet. Helme und Sicherheitswesten sollen wir dabeihaben. Soviel Service und Information sind wir gar nicht gewohnt. Alle Passagiere und vier Männer der Crew stehen um 14 Uhr am Ausgang. Und der Immigrationsmensch ist nach knapp einer Stunde auch schon da! :-(

Mit einem Pendelbus, der auch die Hafenarbeiter durch das Gelände fährt gelangen wir zum Ausgang. Ein Donner brüllt und fast gleichzeitig entlädt sich heftiger Regen. Geschützt unter einem Dach stehen wir im Trocknen. Mit einer Liste werden wir auf Vollständigkeit kontrolliert und werden dann mit einem Kleinbus zur polizeilichen Erfassung in die Stadt gefahren. Dann weiter ins Centro Histórico. Mit einem Terminabsprache zur Abholung, haben wir „Freigang“.

Paranaquà ist die älteste Stadt des Bundesstaates (17. Jh.). Der frühere Reichtum bedingt durch den großen Hafen ist jedoch verblasst. An der Rua da Praia (Uferpromenade) ist noch etwas die Stimmung aus vergangenen Tagen einzufangen.

Rua da Praisa 

Der Kleinbus der uns zurück bringt, hat wieder knapp eine Stunde Verspätung. Aber vielleicht verstehen wir da etwas falsch. ;-) 

  1. - 2. Dez. 2018 auf See

Das Schild hängt groß in unserer Kabine. Super!

.... nur haben wir bis jetzt kein Telefon gefunden. undecided

  1. Dez. 2018 Montevideo

Nach 28 Tagen und ~ 13.200 km legt die Grande Nigeria in Montevideo an. Vom Kapitän kriegen wir unsere Reisepässe mit den Einreisestempel für Uruguay ausgehändigt. Die Passagiere mit eigenem Fahrzeug werden von zwei Agenten der Grimaldi Line erwartet. Wir folgen ihrem Auto, das uns zum Zoll bringt, um die Einfuhr der Fahrzeuge abzuwickeln. Die Beiden sprechen außer spanisch, perfekt portugiesisch und englisch und helfen bei Sprachschwierigkeiten. Problemlos haben wir alle, knapp eine halbe Stunde später, die Einfuhrgenehmigung gültig für 12 Monate

von Hamburg nach Montevideo

 

 

Unterwegs in Uruguay

 

  1. Dezember 2018 Montevideo

 

Aus der Silhouette der Stadt, erhebt sich schon aus der Ferne sichtbar, der Palacio Salvo, einst das höchste Gebäude Südamerikas, der das Wahrzeichen der Stadt ist. (wie der Eiffelturm in Paris)

 Palacio Salco

Wir besichtigen die Ciudad Vieja (Altstadt). Vom Plaza de la Independencia durch das alte Stadttor beginnt die Fußgängerzone.

Nach Westen am Rio del la Plata entlang führt die fast 22 km lange Rambla (Uferpromenade). Ein breiter parkähnlich angelegter Grünstreifen trennt die befestigte Promenade entlang der vierspurigen Straße vom Wasser. Besonders morgens und abends sind viele Sportler und Spaziergänger unterwegs oder Leute die sich den Sonnenuntergang ansehen. Hier ist der wohlhabende Teil Montevideos in schönen Gebäuden zuhause. Die Botschaften der verschiedensten Länder sind ebenfalls hier angesiedelt. Im krassen Gegensatz zeigt sich die Stadt in Richtung Osten, wo sich die Elendsviertel befinden.

Einem Tipp folgend, übernachten wir entlang der Rambla beim Leuchtturm.

 

  1. Dezember 2018 San José

 

Nachdem wir unsere Gasflasche aufgefüllt haben, fahren wir nach Westen. Entlang de Rio San José nach San José de Mayo. Die Stadt entstand Ende des 18. Jahrhunderts und gehört zu den ältesten Städten des Landes, mit vor allem im Stadtkern gut erhaltener Architektur. In der Markthalle kaufen wir ein. Die Preisunterschiede zwischen den lokalen Märkten und Supermärkten sind enorm. In den Supermärkten zahlt man oft das Doppelte.

Bar/ Pizzeria in der kleinen Markthalle in San Josè 

Nach Süden zurück zum Rio del la Plata, finden wir auf Anhieb im Naturschutzgebiet Parque Fomento einen schönen Platz für die Nacht.

 

  1. Dezember 2018 Colonia del Sacrameto

 

Ist die älteste Stadt Uruguays, im Auftrag des portugiesischen Prinzregenten Pedro II, 1680 gegründet. Vom Hafen geht mehrmals täglich eine Fähre zum ca. 50 km entfernten Buenos Aires am gegenüberliegenden Flussufer. Die Altstadt liegt auf einer kleinen Landzunge, die in den Rio del la Plata hineinragt. Die gut erhaltene Altstadt wurde 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Das Städtchen ist sehr schön, wenn auch für unseren Geschmack, mit den vielen Restaurants, Straßen Kaffees und Andenkenläden etwas sehr touristisch angehaucht.

 

Abends zieht eine Gruppe junger Leute trommelnd und tanzend durch die Stadt. Der Rhythmus ist ansteckend.

  

Schüler beim Ausflug in Colonia del Sacramento.

Die weißen Kittel mit den blauen Schleifen sind Schuluniformen, die soweit wir gesehen haben, im ganzen Land getragen werden.

 

 

  1. Dezember 2018 Fray Benton 

Unseren Plan mit der Autofähre über den Rio de la Plata nach Argentinien zu fahren haben wir verworfen. Sie ist zu teuer und wir würden am Hafen, d.h. mitten im Großstadtgewirr von Buenos Aires ankommen. Dazu kommt, dass wir dann die Einfuhrgenehmigung für das Womo dort regeln müssten. So entscheiden wir uns, nach Norden entlang des Rio Uruguay zur Grenze bei Fray Bentos zu fahren. Der Camping Municipal (meist kostenlose Plätze mit einfachen Sanitäreinrichtungen) liegt in einem kleinen Wäldchen direkt am Fluss. Ein Sprinter und ein winkender Mann, stellen sich als Ayse und Hakan vor, die Ende 2015 in Istanbul gestartet sind. Sie laden uns zum Tee ein. Über die Grenze können wir auch noch morgen. Wir bleiben und sitzen abends nochmals mit den Beiden zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                       

 

                              

 

 

                              

 

 

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