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Südamerika mit dem Wohnmobil

Chile/ Argentinien mit dem Wohnmobil Fortsetzung März 2019

 1. – 4. März 2019 Villarica – Parque Nacional Conquillo – Curacautin - Reserva Nacional Nalcas-Malalcahuello                              

In der Nacht hat es angefangen leicht zu regnen. Morgens ist der See in Wolken gehüllt, es nieselt, bei 9°C ist heute kein Badewetter. Auf dem Weg nach Villarrica bemerken wir den Geruch nach schmelzendem Kunststoff, der nicht von draußen kommt. Erwin hält an und schnüffelt alles was in Frage kommt unter Anderem auch die Sicherungen im Womo ab. Nichts zu finden, trotzdem ist der Geruch bei der Weiterfahrt wieder da. Das müssen wir beobachten!

Villarrica hat 35.000 Einwohner, viele Geschäfte, jede Menge Autos, dafür wenig Parkplätze und als Ausgangspunkt zu dem gleichnamigen Nationalpark und Vulkan, Mengen von Touranbietern, Hotels, Restaurants und Touristen. Wir sind hier um Brot zu kaufen. In der hiesigen Bäckerei Rostock soll es Sauerteigbrot geben. Schon ein paar Mal haben wir bei sogenannten „German Bakeries“ eingekauft. Doch was da als Sauerteigbrot verkauft wird, ist eine Schande für das deutsche Bäckerhandwerk. Hier gibt es tatsächlich „Richtiges Brot“! Gleich drei Sorten, vom hellen Weizenmisch- bis zum dunklen Roggenbrot, mit einer schönen Kruste und es riecht so herrlich! Ich kaufe das Roggenbrot, es schmeckt köstlich, nach 4 Monaten nur Weißbrot, ein Genuss!

Das Herz des Parque Nacional Conqillo ist der Vulkan Llaima. Er ist der aktivste Vulkan Südamerikas. Seine Doppelkrater sind 3.125 m und 2.900 m hoch. Die letzten Ausbrüche waren 1927 und 1957. Und seine größte Eruption seit der Aufzeichnung am 1. Januar 2008.

  Volcán Llaima im NP Conguillo

 

Wir wandern zum erloschenen Vulkan Sierra Nevada. Erwin geht zum Parkplatz zurück, ich wandere weiter. Auf dem Rückweg, erschöpft mit müden Gliedern, stelle ich mir vor, wie Erwin alles für einen Cappuccino mit Schokoladenkuchen vorbereitet hat. Doch die Motorhaube steht auf, sämtliches Werkzeug ist ums Womo verteilt. Der komische Geruch nach Kunststoff hat ihm keine Ruhe gelassen. Ein Kühlschrankkabel hatte einen Wackelkontakt. Und dann musste auch mal wieder unter Anderem nach dem Öl geschaut werden. Ich helfe beim Aufräumen und koche den Cappuccino.

Unterwegs zum Vulkan Sierra Nevada

Beim Büro der Nationalparkverwaltung steht: „Stimmen der Nachtvögel“, Führung mit dem Rancher 21.30 Uhr. Wir sind pünktlich da, mit uns noch weitere 15 – 20 Interessierte. Kurze Zeit später auch der Rancher. Erst gibt es eine kurze Bildpräsentation um welche Nachtvögel es sich handelt. Dann geht’s raus in den stockdunklen Wald. Kein Mond erhellt die Szenerie. Der Rancher versucht mit einer Tonaufnahme den Ruf der einzelnen Vögel nachstellend, die Vögel anzulocken und zum Widerruf zu animieren. Wir halten den Atem an, lauschen gespannt. Immer wieder lässt er die Rufe ertönen. Zwar bleiben die Versuche erfolglos, aber schon das Verharren und Lauschen in dem dunkle Wald mit den mächtigen alten Bäumen und der Blick durch die Baumwipfel zum Sternenhimmel ist faszinierend.

Eine schmale Erdstraße führt duch das Reserva Nacional Nalcas-Malalcahello. Die Landschaft ist bedeckt mit Lavaasche und Gesteinsbrocken der letzten Eruptionen, Krater und die Flüsse der Lavaströme sind zu sehen. Darüber erheben sich die Gipfel der Vulkane. Besonders die schneebedeckten der Vulkane Lonquimay (2865m) und Tolhuaca (2806 m) heben sich gegen die dunkle Lava deutlich ab.  

 

Vulkan Lonquimay                                     Im Hintergrund der Vulkan Tolhuaca

 

Unseren Plan die R.N. Ralco mit dem Vulkan Callaqui ohne Umweg zurück nach Curacautin zu erreichen, geben wir auf. Nach einem engen Tunnel, durch das wir noch gerade durchpassen, wird die Piste immer enger und unwegsamer. 

 

 

 

4. – 6. März 2019 Parque Nacional Tolhuca – Victoriá – Mulchén – Santa Barbara – Antuco – Parque Nacional Laguna de la Laja – Paso Pichachen 

Nach Stunden erscheint sie mir endlos. Die Schotterpiste die an der Grenze des Parque National Tolhuca durch dichten Wald führt. Abends kommen wir in Viktoria an und verbringen am Plaza de Arnas eine ruhige Nacht.

Für die knapp 100 km bis Mulchén fahren wir auf der Autobahn, nach der Abfahrt weiter nach Santa Barbara. Von der Kargheit der Anden entfernt auf max.300 m Höhe herrscht hier ein mildes Klima. Die Straße durch Mulchén ist mit Palmen bepflanzt, was auf nicht sehr kalte Winter hinweist. Es wird unter Anderem Getreide, Mais, Wein und Obst angebaut. Und riesige Flächen Nutzholz als Kiefer und Eukalyptus Plantagen. Wälder möchte ich diese in Reih und Glied als Monokultur gepflanzten Bäume nicht nennen.

Das kleine Städtchen Antuco am Fuße der Anden, lebt weitgehend vom Tourismus des Parque Nacional Laguna del Laja. Ein schöner neu angelegter Platz mit einem Tourismusbüro und vielen kleinen Läden. Doch alles geschlossen, Die Saison ist vorbei, die Sommerferien sind seit Montag zu Ende.

Die schöne neue Teerstraße geht kurz nach dem Parkeingang in Schotter über. Bis zum Paso Pichachen (2062) dem Grenzübergang nach Argentinien, begleiten uns faszinierende Naturszenerien. Lavawüsten, flankiert von Bergen in leuchtenden Rot-Ocker Farben, überragt vom 2985 m hohen Vulkan Antuco. Bei einem Ausbruch des Vulkans wurde ein Lavadamm aufgeschüttet der den Rio Laja zum 35 km langen Bergsee aufstaut.

 

Volcan Antuco                                           Laguna de la Laja

 

Kreuze und Gedenktafeln entlang der Straße erinnern an eine Katastrophe des chilenischen Heeres. Am 18.Mai 2005 kamen hier 45 Soldaten, hauptsächlich junge Rekruten, bei einem Übungsmarsch in einem Schneesturm ums Leben.

 

Die Grenze über den Paso Pichachen ich nur von Dezember bis März geöffnet. Im Winter hat es hier 5 m Schnee erzählt uns der junge Grenzpolizist. Die Formalitäten zur Ausreise aus Chile dauern gut eine halbe Stunde. Wir sind die einzigen „Kunden“, es wird uns in dem kleinen Büro sofort ein Platz angeboten und gesagt dass es Toiletten gibt. Zwei Polizisten sind mit uns beschäftigt, nur das Internet wäre so langsam erklären sie uns entschuldigend. Bloß gut dass hier keine Touristenbusse mit 50 Personen durchkommen. Wir sollen doch ein Foto mit unserem Fahrzeug und der chilenischen Flagge machen vor der es steht. Und der Grenzpolizist will auch mit aufs Foto.

Auch beim argentinischen Grenzbüro dürfen wir uns hinsetzen. Kein Internet, unsere Daten werden in ein Buch eingetragen, das geht recht schnell. Im Containerbüro des Zolls einige Meter weiter wird mit Internet gearbeitet! Hier dürfen wir uns nicht setzen. Wäre auch gar kein Platz dafür. Die Einfuhrgenehmigung für unser Womo wird bis 1.Nov.19 erteilt. Bisher wurde uns immer erklärt, dass nach argentinischen Gesetz nur 3 Monate möglich sind und nur auf besonderen Antrag und Begründung bis zu 8 Monate. Oder ist es doch „Goodwill“ des einzelnen Beamten.

Dann will er noch ins Womo schauen. Zusammen mit einem der Grenzpolizisten schaut er in alle Schränke und Schubladen. Auch müssen wir die Hecktüren öffnen und sämtliche Boxen herausnehmen, deren Inhalt sie sich ebenfalls anschauen. Was und ob sie was suchen ist unklar. Vielleicht sind sie einfach neugierig was alles in so ein kleines Womo passt. Und irgendwie müssen sie sich ja die Langeweile vertreiben.

 

7. – 10. März 2019 Las Ovejas – Varvaro - Volcan Domuyo

 

In Las Ovejas versuchen wir uns mit Lebensmittel und Diesel zu versorgen. In einem kleinen Geschäft können wir das Nötigste einkaufen und der Besitzer wechselt uns 50 € zu einem fairen Kurs in Argentinische Pesos. Mit der Dieselversorgung klappt es nicht. Es scheint mal Tankstellen gegeben zu haben, die Zapfsäulen stehen teilweise noch, aber sind schon lange nicht mehr in Betrieb.

Bei dem kleinen Städtchen Varvarco beginnt die Ruta 43. Auf einer Schotterpiste führt sie durch spektakuläre Bergformationen, Entlang der Andenkordillere, die im Westen hoch aufragt, führt sie zu Beginn durch das Tal des Rio Trocomán, im Osten flankiert von den Bergen der Kordillere del Viento, steigt immer höher, um dann steil abwärts führend den Canyon de Atreuco an seinem tiefsten Ende zu queren und wieder kontinuierlich anzusteigen. 4709 m hoch mit schneebedeckten Gipfeln erhebt sich der Volcan Domuyo schon von Weitem aus den Bergen der Cord. Del Viento. Auf gut 2000 m führt die Piste am Fuße des Vulkans entlang. An den Hängen kommen unzählige Thermalquellen, leise austretend oder als kleine Fontänen aufspritzend aus dem Berg und strömen als Bäche kaskadenartig herab. Die Nachmittagssonne intensiviert die mannigfaltigen Farben des Vulkangesteins, bis der Sonnenuntergang eine Explosion der Rotschattierungen hervorruft. Und nachts glitzern im wolken- und mondlosen Himmel die Sterne, genau über uns die Milchstraße und keine künstlichen Lichter so weit wir sehen.

Volcano Domuyo                                      Heiße Wasser Fontänen

Sogar in den Furten dämpft es.               Bach mit dampfenden Kaskaden

Badegumpe mit Thermalwasser.             Thermalquelle 90°C

 

Morgens sehen wir wie der Vulkan Chillán (3122 m) auf der chilenischen Seite der Anden eine riesige Aschewolke ausspuckt.

  Volcano Chillán

 

Lagunas Varvarco 

 

Nutztiere wie Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder weiden hier nur im Sommer und werden im Herbst ins Tal getrieben.

Almhütte. Ziegelfelle sind zum Trocknen aufgehängt.

 

 

11. – 14. März 2019 Chos Malal – Reserva Provincial Tromen – El Nihuil – Rincon del Atuel – San Rafael – Rancul

Chos Malal; Haus des Governeurs aus dem Jahre 1888

Wir haben schönes Spätsommerwetter, „Altweibersommer“ tags mit Temperaturen um 25° C, kaum Wind und selbst auf 2000 m Höhe gegen sie nachts nur etwas unter 10° C. Wir fahren durch das Reserva Provincal Tromen, ein Vogelschutzgebiet. Im See unterhalb eines Vulkans und in den angrenzenden weitläufigen Feuchtgebieten brüten im Herbst mannigfaltige Vogelarten. Jetzt ist der See ausgetrocknet, die Vögel sind weitergezogen. Die Rangerstation ist verlassen, wir sind die einzigen Besucher. Falsche Jahreszeit! Wir verbringen die Nacht in absoluter Ruhe und gucken wiedermal Sterne.

Reserva Provincal Tromen; ausgetrockneter See vor dem Volcan 

Auf der Ruta 40 fahren wir nach Norden weiter. Freuen uns über die Asphaltierung, bis ein Schild 80 km Baustelle vorhersagt. Vielleicht meinen die das nicht so, denken wir noch, bis wir gut 80 km später der Richtigkeit der Vorhersage belehrt sind.

Wir überlegen uns noch einen Abstecher zum Cerro Sosneado (5189 m) und Cerro Volcan Overa (4619 m) zu machen, als eine rote Kontrolleuchte im Womo, zum Glück nur Wassermangel anzeigt, aber uns zu denken gibt, ob diese sehr unwegsame Strecke so kurz vor unserem geplanten Heimflug, eine gute Idee ist. Schließlich sind es noch 2100 km bis zum Stellplatz in Uruguay. Ungern verlassen wir diesen schönen Abschnitt der Anden, biegen nach Nord Osten ab und erreichen bei El Nihuil den gleichnamigen Stausee.

Abendstimmung am Stausee Nihuil        Morgens am Stausee Nihuil

 

Der Rio Atuel, der sich in bizarren, farbig leuchtenden Felsformationen seinen Lauf in eine tiefe Schlucht gegraben hat, wird in mehreren Staustufen zur Stromerzeugung genutzt. Eine Schotterpiste führt gut 35 km am Flussbett entlang, durch diese grandiose Landschaft. Es ist sehr trocken, was eine interessante Vegetation mit großen Kakteen hervor bringt. Der Wasserspiegel der Stauseen ist tief, dem Fluss bleibt nur noch wenig Wasser nach den Staumauern.

Schlucht des Rio Atuel

Kurz Wanderung in einem Seitenarm der Azuel Schlucht

Gemälde an einer Felswand, zum Gedanken an einen jungen Mann der in der Schlucht ums Leben kam. 

 

Die 82 km von San Rafael bis General Alvear sind stark geprägt von Wein- und Olivenfeldern. Große Weingüter im spanischen Stil erbaut, bieten Weinverkostungen an. Leider hat auch diese Großstadt ihre Schattenseite in Form von Armensiedlungen auf die man vom Süden her kommend, als Erstes stößt.

Bei General Alvear erreichen wir die Ruta 188, der wir die nächsten 437 km schnurgerade nach Osten folgen werden.

 

15. – 16. März 2019 Junin – Laguna de Gomez – Zarate – Gualequaychú

 

Immer geradeaus, kaum mal eine leichte Kurve, fahren wir von Westen nach Osten. Die Landschaft wird grüner, fruchtbarer, riesige Ackerflächen u.A. mit Mais und Soja säumen die Straße und wechseln zunehmend mit grasbewachsenen Feuchtgebieten ab. Der Regen der vergangenen Nacht begleitet uns. Als wir am späten Nachmittag bei der Laguna de Gomez einem Naherholungsgebiet bei Junin ankommen, hat sich die Sonne wieder durchgesetzt. Direkt am See haben wir einen schönen Stellplatz für die Nacht.

Beim Abschluss des Stausees finden sich morgens am Fluß entlang, zahlreiche Angler ein. Ich meine da war gestern ein Schild mit "Angeln verboten"!?

40 km vor den Außenbezirken von Buenos Aires biegen wir nach Norden ab. Bei Zarate überqueren wir auf der langen Brücke den Rio de la Plata, schauen uns an und fast gleichzeitig sagen wir „Da waren wir doch schon mal!“ Wir fahren noch weiter bis Gualequaychú kurz vor der Grenze nach Uruquay.

 

17. – 22.03.2019 Grenze Fray Bentos – Trinidat – Duranzo – Florida – Stellplatz bei La Querencia – Piriapolis am Atlantik – Maldono und Punta del Este - Buenos Aires

 

Morgens um 9.00 Uhr ist es sehr ruhig an der argentinisch/ uruguayischen Grenze Fray Bentos. Die Ausreise aus Argentinien und die Einreise nach Uruquay wird hier an einem Autoschalter erledigt. Und zwar an einem, von einer Person! Wir reichen der jungen Frau unsere Reisepässe, sie tippt ohne weitere Fragen alles in einen Computer. Sie ist die Herrin des Aus- und Einreisestempels beider Länder, die sie uns in den Pass drückt und diese uns freundlich lächelnd wieder reicht. Ein paar Meter weiter gehen wir ins Zollgebäude. Auch hier wird die Ausfuhr aus Argentinien und Einfuhr des Fahrzeugs nach Uruquay von einer Person bearbeitet. Alles erledigt? Wir haben wieder so einen kleinen Zettel in der Hand, der schon einige Stempel hat, aber irgendwo scheint noch Platz für einen Weiteren zu sein. Wir schauen uns um, sehen eine Station der SAG (Lebensmittelkontrolle) und zeigen dem uniformierten Herrn der dort steht den Zettel. Tatsächlich fehlt dieser Stempel. Nur blöd, dass wir gestern wegen der sehr viel günstigeren Preise in Argentinien unsere Vorräte großzügig aufgefüllt haben. Der Kontrolleur steigt ins Womo, findet die Schublade voll mit Gemüse und Früchten und den Kühlschrank ebenfalls gut gefüllt. Er schaut bedenklich, murmelt etwas und gibt uns zu verstehen, dass wir warten sollen. Ohje denken wir, der kommt bestimmt mit einem großen Mulleimer zurück. Gleich darauf ist er wieder da, hat unseren Stempelzettel in der Hand und eine schön gestaltete bunte Broschüre der SAG was alles nicht eingeführt werden darf. Gemüse, Früchte, Fleisch, Eier etc. Freundlich wünscht er uns eine Gute Reise. Auch die abschließende Kontrollstation ist mit der Vollständigkeit unseres Stempelzettelchens einverstanden. Winken und wünschen uns Buen Viaje. 

Wir fahren Richtung Westen, schwenken bei Duranzo nach Süden bis wir beim UY-Storage bei La Querencia ankommen. Eine Flensburger Familie hat sich hier vor 10 Jahren niedergelassen, mit dem Plan Landwirtschaft und eine Auto-/ Landmaschinenwerkstatt zu betreiben. Zwischenzeitlich hat sich die Werkstatt und zusätzlich das Geschäft mit den Einstellplätzen für Overlander so gut entwickelt, dass sie die Landwirtschaft aufgegeben haben.

Das Landschaftsbild das sich uns auf der Strecke zeigt, ist alles landwirtschaftlich erschlossen. Große Ackerflächen oder falls es vom Boden nicht möglich ist, Viehweiden oder Aufforstung mit Eukalyptus- oder Kiefernwälder. Einzelne hohe Dattelpalmen lassen auf milde Winter schließen.

Viehhaltung wird hier in großem Stil betrieben.  Tausende Weiderinder. 

Hazienda 

 

Trinidat hat noch einen kleinen historischen Stadtkern den wir besichtigen. Die meisten der Gebäude könnten eine Restaurierung gebrauchen. Oder es sind nur die Fronten in frische Farbe getaucht.

Als wir aus der Stadt raus fahren, passieren wir ein schön restauriertes Fort. Ich fotografiere den schmucken Eingangsbereich und bemerke in dem Moment als mir auch schon ein junger Mann in Uniform entgegen läuft, dass es sich um einen Militärstützpunkt handelt. Beim Fotografieren von militärischen Anlagen sollte man ich besser nicht erwischen lassen. Ich versuch mich zu verdrücken, aber zu spät. Er guckt und spricht streng, ich sage, dass ich kein Spanisch spreche und aus Deutschland bin. Er redet weiter, ich schaue fragend. Dann sagt er … Alemania! … Touriste...! Ich nicke mit einem erleichterten Si, si. Daraufhin erzählt er mir noch wo er schon überall auf der Welt stationiert war. Wie soeben erst erleuchtet, erwidere ich .. „Ah, Military“! Diese Naivität scheint ihn von meiner Harmlosigkeit zu überzeugen. Ich verabschiede mich, er zögert noch etwas und erwidert mein Adios.

In so einem schönen historischen Fort bringt man doch kein Militär unter. Da kann ein Tourist leicht mal durcheinander kommen!

 

 

Wir verbringen ein paar Tage am Atlantik. Die Sommersaison ist vorbei. Nur noch wenige Menschen sind an den kilometerlangen, mit Dünen gesäumten Sandstränden. Es ist sonnig, 25° C, doch ein zunehmend kalter Wind und eine Wassertemperatur von unter 20° C, verführt mich nicht zum baden. Erwin hat es geschafft mal kurz in die Wellen einzutauchen.

Die Halbinsel Punta del Este liegt ca. 140 km östlich von Montevideo. Der Zufluss des Rio del la Plata in den Atlantik verläuft hier in einer Art Grenzlinie. Vom Westen der warme Fluss mit seiner trübbraunen Farbe, nach Osten der kalte klare Atlantik. Die Stadt hat knapp 200.000 Einwohner und in den Sommermonaten von Mitte Dezember bis Ende Februar 700.000 Touristen. Hier trifft sich der Jetset, die „Schönen und Reichen“. Schon von weitem ist die Skyline der Hotelhochhäuser zu sehen. Außer Stränden, Casinos, Jachthafen und die weitere übliche Infrastruktur mit Restaurants, Clubs und Einkaufsstraßen hat die Stadt eigentlich nichts zu bieten. Auf jeden Fall nichts für uns! Als Attraktion gibt es eine kleine vorgelagerte Insel mit einer Seelöwenkolonie. Dahin fahren täglich Ausflugsboote von der Stadt und den vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffen. Vermutlich übersteigt die Zahl der Menschen, die der Tiere!

 

Punta de la Este                                       Jachthafen und Leuchtturm 

Beim UY-Storage bereiten wir unser Womo zum einlagern vor. Erwin tauscht die vorderen mit den hinteren Reifen. Bei einem hat sich eine Schraube hinein gebohrt, der muss zum Gomera (Reifenflicker). Nach ca.15 000 km, oft auf Schotterpisten hat sich unser Sprinter sehr gut bewährt. Außer der Schraube keine Reifenpanne, nur eine kleine Reparatur die Erwin selbst erledigen konnte, das Problem mit dem Kühlschrank, der eine neue Platine braucht und ein Fehlverhalten in der Elektrik, das in den nächsten Monaten in der Werkstatt überprüft wird.

Das Womo braucht dringend eine Grundreinigung. Der Staub der Schotterpisten ist in jede Ritze gedrungen. Wir packen alles aus, putzen und räumen ein. Ich bin immer wieder erstaunt, was wir alles dabei haben! Erwin klemmt die Solaranlage und die Batterien ab, stellt das Gas und Wasser ab. 

Die gut 80 km von La Querencia bis Montevideo fahren wir mit dem öffentlichen Bus. Wir stehen an der Landstraße, ein kleines Schild weist auf die Haltestelle hin, doch hält der Bus nur wenn man winkend deutlich macht, dass man mitfahren möchte. Es gibt zwar einen Fahrplan, der aber eher nicht stimmt, so muss man ständig aufpassen, den Bus rechtzeitig zu erkennen, zumal die Straße gut ausgebaut und das Tempo der Fahrzeuge entsprechend schnell ist.

Näher zu Montevideo hält der Bus immer häufiger. Im Bus fährt ein Schaffner mit, der die Fahrkarten verkauft und auch als eine Art Postdienst die Filialen bedient, die z.b. in Bäckereien, Kiosken oder anderen Läden untergebracht sind. Nach 1 ½ Stunden erreichen wir den Busbahnhof in Montevideo. Die 5 km bis zum Hafen nehmen wir ein Taxi. Es ist kurz nach 11 Uhr als wir beim Terminal der Fähre ankommen. Die 11 Uhr Fähre ist noch nicht ausgelaufen. Die Fahrkartenschalter wollen gerade schließen. Die junge Frau am Schalter winkt uns her, telefoniert kurz und meint wir hätten Glück, wir dürfen noch mit. In Rekordgeschwindigkeit läuft alles ab. Die Finger der Verkäuferin fliegen über die Tastatur. Zum ausstellen der Tickets muss sie unsere kompletten Namen nebst Reisepassnummern erfassen, Kreditkarte einlesen und Tickets drucken. Wir reisen aus Uruguay aus, der Polizist fragt turista, wir antworten si und schon haben wir einen Ausreisestempel im Pass. Unser Gepäck wird gescannt, bei der argentinischen Polizei kriegen wir ohne Frage einen Einreisestempel. Ein Mitarbeiter der Fähre winkt schon wir sollen weiter. Im Laufschritt durch die Gangway stehen wir kurz vor 11.15 Uhr auf der Fähre, die nahezu im selben Moment losfährt.

Gut 2 Stunden später kommen wir in Buenos Aires an.

 

22. - 26. März 2019 Buenos Aires

In einem kleinen Hotel des Internationalen Jugendherbergverbandes wohnen wir sehr gemütlich und zentral im Stadtteil San Telmo. Wir sind viel zu Fuß unterwegs oder nehmen für weitere Strecken die U-Bahn. Die schachtbrettartige Anordnung der Straßen macht die Orientierung leicht. 

Am 26. fliegen wir über London nach München.  !Hasta pronto!

 

 

Tango in den Straßen von Buenos Aires

Restaurants in La Bocca

 

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Südamerika die 2te

Am 5.November 2019 geht unsere Reise weiter. 

Wer uns weiter begleiten möchte ich herzlich willkommen. 

Dieses Mal unter www.polarsteps.com/RitaFeil

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Chile/ Argentinien mit dem Wohnmobil Fortsetzung Februar 2019

5. – 9. Februar 2019 Bahia Murta – Puerto Ibánez - Coihaique – Rio Simpson bei El Balseo – Puerto Aisèn - Puerto     Chacabuco                              

Die letzten drei Tage waren sonnig mit Temperaturen um 30° C und windstill. Heute treiben kalte Windböen Wolken vor die Sonne, die Temperatur geht drastisch zurück. In Bahia Murta einem kleinen Ort am Nord-Westlichen Ufer des Lago General Carrera haben wir an einer stillgelegten Fähranlegestelle für die Nacht geparkt. Wir beobachten Wolkengebilde die sich vom Wind getrieben eilig auftürmen und wieder auflösen. Etwas Nieselregen und ein kurzes aufblitzen der Sonne.

Weiter auf der Carreta Austral nach Norden führen die nächsten 100 km bis Villa Cerro Castillo durch sumpfige Lagunen- und Moorlandschaften zwischen steil ansteigenden dicht bewaldeten Berghängen hindurch. Nach Westen schwenkend verläuft sie parallel des Nationalparks, steigt bis zum Pass Portezuelo Ibánez auf 1100 m an, gibt den Blick frei zum Cerro Castillo, mit 2.675 m und schneebedeckte Felsspitzen.

Cerro Castillo

Nach ~ 1600 gefahrenen Kilometer auf Schotterpiste erreichen wir kurz vor Villa Cerro Castillo die Ashalt-/ Betonstraße. Wir biegen von der Ruta 7 nach Süden ab. Durch malerisch vegetationslose bunte Berge fahren wir nach Puerto Ibánez am Nordufer des Lago General Carrera. Den kleinen Ort an der argentinischen Grenze verbindet eine Autofähre mit Chile Chico am Südufer. 21 km bis zur Grenze führen durch Bergformationen ähnlich dem Mondtal südlich von Chile Chico.

Bäckerei in Puerto Ibanez                       Wasserfall bei Puerto Ibanez

Zurück auf der Ruta 7, führt diese die nächsten 56 km durch den östlichen Teil des Parque National Cerro Casillo. Dann sind es noch 41 km bis Coihaique der Haupstadt der Region Aisén. Mit 45.000 Einwohnern erscheint sie uns wie eine Großstadt.

Viele dieser oder ähnlicher Grotten befinden sich neben der Straße. Oft sind sie dem. San Sebastiano geweiht.

In der Nähe von El Balseo am breiten Kiesbett des Rio Simpson standen wir über Nacht. Wird sind gerade mit dem Frühstück fertig, als zwei Polizisten auf Motorrädern anfahren. Sie sind sehr freundlich, machen ein bisschen Smalltalk mit Erwin, nur blöd wenn man sich dabei so wie ich, ziemlich unbekleidet bei der Morgentoilette im Bad befindet.

In Puerto Chacabuco ankert ein Kreuzfahrtschiff im Fjord/ Hafen. Ein deutsches Paar (Passagiere) sprechen uns an. Erzählen dass man mit dem Schiff in 113 Tagen um die Welt fahren kann. Von Südamerika nach Shanghai und Indien. Na gut! Die Welt ist nicht für jeden gleich groß. ;-)

Übernachtungsplatz am Lago Riesco; Kleine Wäsche musste mal sein!

 

Nora und Hajo (Mitreisende vom Schiff) schicken uns eine Warnung. In der Nähe von Puerto Montt, wurde ihnen an einer Baustelle der Reifen angestochen. Die Zeit während sie später den Reifen wechselten nutzten die Diebe um Geld, Kreditkarten und einen Laptop aus dem Womo zu stehlen.

 

10. – 13. Februar 2019 Lago Las Torres – Puerto Cisnes – Lago Rosselot – Puerto Cárdenas

Zurück auf der Ruta 7 fahren wir wieder nach Norden. Die Straße streift oder führt durch mehrere National Parks (Parque Nacional Manihuales, Lago Las Torres, Queulat, Res.Nacional Lago Rosselot) und belohnt uns mit schönster Natur. Auch das Wetter hat sich wieder daran erinnert, dass es Sommer ist, es ist sonnig und windstill.

 

Morgens am Lago Las Torres.

Wir machen einen Abstecher nach Puerto Cisnes, einem kleiner beschaulicher Ort am Canal Puyuthuapi mit einer Anlegestelle für Fährverbindungen zu den größeren Fährhäfen im Süden und Norden. Es gibt einen Platz mit Picknickhäuschen und Badestrand am Fjord gegenüber der Stadt. Leider mit einem Schild „Zelten verboten“. Ein chilenisches Wohnmobil steht dort. Der Fahrer erklärt uns, dass damit nur Zelten gemeint ist, schlafen in einem Fahrzeug ist erlaubt! Der Platzwart, der kurze Zeit später vorbei kommt, bestätigt dies. Das Land scheint noch nicht an einer Überflutung mit Wohnmobilen zu leiden.

  Am Ende des Fjords in Puerto Cisnes.

  Am Picknickplatz wird ein Asado vorbereitet. 

 

In Puerto Cisnes; Lebensmittelladen       Bistro

Bank                                                        Supermarkt

Restaurant

Die Ruta 7 führt 59 km auf Ripio durch den P.N. Queulat. Aber gerade das passt zu der ganz besonders schönen ursprünglichen Natur im Park. In unterschiedlichen Höhen zieht sich der Park vom Canal Puyuhuapi auf Meereshöhe bis auf 2225 m dem Seno Ventisquero hinauf. An den steilen Hängen wachsen Urwälder mit Farnen, Lianengewächsen, Bambus und Pangue der aussieht wie riesiger Rhabarber. 

 

Abends am Lago Rosselot. Petri Heil! Erwin hat eine Lachsforelle gefangen.

 

In Villa Santa Lucia schauen wir bedrückt auf die Verwüstungen des enormen Erdrutsches, der im Dezember 2017 einen Teil des Dorfes weggerissen hat.

Der Verlauf des Erdrutsches ist heute noch deutlich zu sehen.

  Kirche in Villa Santa Lucia

 

14. Februar 2019 Wanderung zur Gletscherwand des Ventisquero Yelcho

oder eine kurze Beschreibung „Wandern mit Erwin“.

  Ventisquero Yelcho

Gut eine Stunde wandern wir durch dichten Urwald, immer wieder wird der Blick frei auf den rauschenden Fluss der vom Wasser des Gletschers gespeist wird. Der Pfad steigt nur mäßig an, ab und zu müssen wir über Wurzeln oder kleinere Felsbrocken klettern, insgesamt ist er gut präpariert, kleine Brücken oder einfache Dielen führen über Bäche oder morastige Stellen. Nur wenige Wanderer sind unterwegs. Dann ein quer gelegter Baumstamm und ein Schild „Fin de Sedero“. Wo ist die Gletscherwand, wie verhießen? Erwin läuft ein steile Stück durch die Vegetation runter zur Moräne, ich rutsche hinterher. Die Gletscherzunge ist noch ein ganzen Stück entfernt. Wir überqueren den hier weit verzweigten Fluss auf wackligen Steinen und Teilen von Baumstämmen balancierend. Erwin elegant von Stein zu Stein hüpfend. Da er weiß dass ich bei dieser Fortbewegungsart nicht der große Könner bin, hat er mir einen schweren langen Ast zum Abstützen gegeben. Meine Überquerung hat schon gar nichts mit Eleganz zu tun. Und schließlich komm auch ich auf der anderen Seite trockenen Fußes an. Dem Geröllfeld das der zurückgegangene Gletscher zurückgelassen hat folgend, kommen wir der Gletscherzunge immer näher. Dann wird sie immer enger, die Felsbrocken immer größer, bis wir nur noch kletternd dicht am reißenden Gletscherablauf weiterkommen. Bei einem besonders großen Brocken, sehe ich mich schon vom eiskalten Wasser mitgerissen und will aufgeben. Erwin ist über diese Hürde natürlich schon problemlos hinweg. Von oben streckt er mir seine Hand entgegen, ich krieg sie zu fassen, er zieht mich hoch und es kann weitergehen, dabei verdränge ich vorläufig die Frage, wie ich da wieder bergab runterkomme. Um dem zu entgehen, stimme ich oben angekommen, bei der Frage nach dem Rückweg für die Wegvariante über die Hügel durch brusthohe Panque. Nur blöd, dass man dabei nur schlecht sieht, wo man hintritt. Erwin sucht den Weg, eine Machete wäre von Nutzen, ich stolpere hinterher. Wir kommen unbeschadet unten an.

Laut Erwin, war das eine schöne Wanderung! 

  Auf dem Rückweg; Alles okay! ;-)

 

15. – 17. Februar 2019 El Amarillo – Chaitén 

Beim Dörfchen El Amarillo zweigen wir auf eine Schotterpiste nach Nord-Osten ab, kommen an den Thermen Rio Amarillo vorbei, bis sie nach gut 20 km vor dem Gebirgsmassiv um den Volcán Michinmahuida (2404) endet.

  Volcán Michinmahuida

Auf dem Parkplatz vor den Thermen bleiben wir über Nacht. Das mit Thermalwasser befüllte relativ kleine Becken ist dicht gefüllt mit Badenden. Strahlender Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel lädt uns auch nicht zum sitzen im heißen Wasser ein. Wir verbringen den Tag im südlichen Sektor des Pumalin Park.

Der Parque Pumalín ist Teil des größten privaten Naturschutzgebietes der Welt. Als Modell nachhaltigen Umweltschutzes kaufte der US amerikanische Millionär Douglas Tomkins 550.000 ha vorwiegend Urwaldgebiete und erschloss sie für die Öffentlichkeit mit touristischer Infrastruktur nach ökologischen Aspekten. Beim einem Unfall mit dem Kanu kam er vor einigen Jahren ums Leben. Seine Witwe führt sein Engagement mit der Erschließung weiter Flächen weiter.

 

In Chaitén treffen wir uns mit Nora und Hajo (Mitreisende vom Schiff) die mit der Fähre von Puerto Montt ankommen. Nördlich von Chaitén bei Sta. Barbara gibt es Picknickplätze direkt am Strand, wo auch das Übernachten in Zelten oder Wohnmobilen gestattet ist.

Abends und am nächsten Morgen schwimmen Roben und ein Schwarm Delphine vorbei. Die untergehende Sonne taucht die Bucht in leuchtende Gelb- und Rottöne, darüber der noch immer dunkelblaue Himmel. 

Am nächsten Tag wandern wir zusammen mit Nora, zum Kraterrand des aktiven Vulkan Chaitén. Am Kraterrand angekommen, sehen wir Rauch aus dem Dom aufsteigen.

Vukan Chaitan; am Kraterrand                Dom mit Rauchkegel

Der Vulkan Chaitén galt bis zu seinem letzten Ausbruch am 2. Mai 2008 als erloschen. Die letzte Aktivität davor, liegt rund 9000 Jahre zurück. Die Rauchsäule war bis zu 20 km hoch, in der Umgebung des Vulkans ging ein dichter Ascheregen nieder. Die Stadt Chaitén wurde mit einer 20 cm hohen Ascheschicht bedeckt. 7000 Bewohner im Umkreis von 50 km wurden evakuiert. In Folge des Ausbruches trat der Rio Blanco über seine Ufer und begrub die Stadt unter Schlamm und Geröll. Häuser und Straßen wurden weggespült, die Trinkwasser- und Stromversorgung zerstört.

In Chaitén wurden einige der zerstörten Häuser als Freiuftmuseum wie nach der Katastrophe verlassen, stehengelassen.

Ein nur wenig beschädigtes Gefängnis wurde aufgegeben.

 

Zurück am Strand gehen Nora und Erwin ins Meer, zum schwimmen wäre übertrieben, eher um sich kurz abzukühlen. Ich verwerfe den Gedanken es ihnen gleich zu tun sehr schnell wieder. Eine Wassertemperatur bei der sich Robben wohlfühlen ist nichts für mich! 

 

  

18. – 20. Februar 2019 Parque Pumalin - Futafeleú

 

Bereits in der Nacht hat es angefangen zu regnen. Beim Frühstück schauen wir zu, wie kräftige Windböen das Meer aufschäumen, kräftiger Nieselregen trommelt aufs Dach und schlägt gegen die Scheiben. Wir verabschieden uns von Nora und Hajo und fahren in den Pumalin Park. Am Wanderparkplatz zu den Los Alerces warten wir bis sich das Wetter etwas beruhigt. In Regenkleidung gehüllt laufen wir los. Durch die Niederschläge laufen überall Bäche. Gräben haben sich mit Wasser gefüllt, vielstimmig ertönt das Klicken von Fröschen. Es nieselt leicht, was diesem feucht-kalten Regenwald einen besonderen Reiz verleiht, zumal keine weiteren Wanderer unterwegs sind. Die beeindruckenden Baumriesen stehen hier mit dem Status Monumento Naturaleza unter besonderem Schutz. Der Bestand wurde auch durch den internationalen Holzhandel rücksichtslos dezimiert. Unter strengen Schutz gestellt, sollen sich die Bestände hoffentlich etwas erholen.

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Alerce (Fitzroya cupressoides); Riesiger, immergrüner Nadelbaum, H bis 75 m, Durchmesser bis zu 4,5 m. Grobe, poröse, rötliche Rinde, in vertikaler Richtung stark gefasert. Hoch wachsender Stamm, mit wenigen kurzen Ästen. Sehr langsam wachsend, soll der Baum bis zu 3000 Jahre alt werden.

Vorkommen: Nur in den Anden im südlichen Chile und Argentinien. Sumpfige Standorte in bis zu 1500 m Höhe.

  Alerces

 

Zurück am Strand von San. Barbara haben sich die Wolken bereits Richtung Landesinnere verzogen, wo sie noch an den Bergen kleben. Die Sonne scheint, aber durch den Wind fühlt es sich kalt an.

Stellplatz am Strand von San. Barbara

Eine Gruppe Delfine haben sich in der Bucht zum Jagen versammelt. Schwimmen hin und her, tauchen auf und springen hoch. Dann bewegen sie sich in Abständen zueinander, kreisend, langsam zum seichteren Wasser direkt am Strand, wo sie in ringförmiger Formation mit dem ganzen Körper immer wieder aus dem Wasser springen.

 

Weiter nach Norden wird die Ruta 7 durch Fjorde unterbrochen, die mit Fähren überbrückt werden. In Chile ist die letzte Woche der Sommerferien. Die Fähren sind für den Rest der Woche ausgebucht. Wir fahren zurück bis Villa Santa Lucia, entlang des Lago Yelcho nach Osten, folgen dem Rio Futaleufú nach Nord-Osten bis zur argentinischen Grenze. Das Wasser des Flusses ist glasklar und leuchtet in kräftigem blau. In Stromschnellen unterschiedlicher Grade läuft er wasserreich entlang steil aufragender hoher Berge und ist für Kajak Touren international bekannt. Die Grenzstadt Futaleufú scheint vom Tourismus zu profitieren. Schöne Häuser, Hotels, Restaurants, ein neues Krankenhaus, ein Schulkomplex der gerade fertiggestellt ist und eine Sporthalle ist im Bau.

 

Der Grenzübertritt nach Argentinien verläuft problemlos. Schließlich sind wir zwischenzeitlich „Alte Hasen“. Der argentinische Zöllner verlässt sein Büro und will ins Womo schauen. Scheint sich aber mehr um Neugierde als um Kontrolle zu handeln.

In Trevelin versorgen wir uns wieder mit frischen Lebensmittel, die Preise in Argentinien sind deutlich günstiger als in Chile.Unser nächstes Ziel ist der Parque Nacional Los Alerces.

 

20. – 24. Februar 2019 Parque Nacional Los Alerces – El Bolson – San Carlos de Bariloche

 

Der Park Los Alerces zieht sich mit einer Fläche von 260.000 ha entlang der chilenischen Grenze. Die Ruta 71 führt durch den Park. Als Ausländer bezahlen wir an der südlichen Mautstelle 8 €/ Person Eintritt und stoppen beim kleinen Büro der Parkverwaltung wenige Meter später. Die freundliche Dame teilt uns mit, dass die Wanderwege im südlichen Bereich des Parks, bis auf Ausnahme von 2 kurzen Wegen, wegen eines letztjährigen Waldbrandes gesperrt sind. Im Nordteil wären die meisten offen. Die wenig befahrene Schotterpiste der Ruta 71 ist auch gleichzeitig die einzige Parkstraße. Entlang der Ostufer der Seen Futalaufquen und Rivadavia, die mit ihren türkisgrünen klaren Wasser, gesäumt von Wäldern, inmitten von bis zu 2300 m hohen Bergen liegen. Der Wald ist überwiegend von den verschiedenen teilweise immergrüne Arten der Südbuche geprägt, sehr alte Bestände mit ihren Kronen die über das Blätterdach der anderen Bäume hinausragen fehlen. Argentinien liegt im Regenschatten der Anden. Pflanzen wie z.B. Flechten, Moose, riesig Baumfarne und Gunnera die den chilenischen kalten Regenwälder Mystik verleihen, fehlt hier die Feuchtigkeit. Mit Ausnahme eines einzelnen erst 300 Jahre alten Exemplars, das man nach einer 1 ½ stündigen Wanderung zu Gesicht bekommt, stehen die Alercen tief im nicht mit Wegen erschlossenen Teil des Parks. Die einzige Möglichkeit dahin, führt über eine teure Bootstour. Da wir vor kurzem erst den imposanten Alercenwald im Pumalin Park in Chile angeschaut haben, verzichten wir darauf. Es gibt viele Champingplätze, Hostals und Cabanas, auch die vielen Zäune und Nutztiere sind ungewöhnlich für einen National Park. Wenige Zeltpätze gehören zur Parkverwaltung und sind kostenlos. Jedoch wurde kaum mehr gemacht, als ein Stück Fläche ausgewiesen, größtenteils so schräg, dass wir uns fragen wo man überhaupt mit dem Womo stehen kann, oft finden nicht mal kleine Zelte eine ebene Stelle. Toiletten gibt es nicht. Der Wald ist z.Zt. extrem trocken, Schilder weisen auf höchste Brandgefahr hin. Trotzdem werden munter Lagerfeuer gemacht und wenn das Holz nicht brennen will, wird auch mal mit etwas Brandbeschleuniger nachgeholfen. Wir haben 2x im Park übernachtet, aber nie einen Ranger gesehen, der irgend etwas kontrolliert. 

Anfang des Jahres hat eine Gruppe junger Leute eine Hütte, die sie zum feiern nutzen wollten, ausgefegt und sich dabei mit dem Hanta Virus angesteckt. Kurze Zeit später sind 11 von Ihnen gestorben. Der Park war daraufhin für kurze Zeit gesperrt.

 

El Bolson ziert sich gerne mit dem Mythos der 1960er Jahre. „Hippie Hauptstadt Argentiniens“.

Doch das ist auch hier Vergangenheit. Die Stadt lebt vom Tourismus, von Tagesausflüglern aus Bariloche, von Übernachtung- und Tourangeboten zu den umliegenden Nationalparks.

  Straßenkaffee in El Bolson

San Carlos des Bariloche ist mit ca. 200.000 Einwohnern die größte Stadt der padagonischen Anden. In ihrem Werbeslogan nennt sie sich die „Schweiz Argentiniens“. Ein paar Attribute passen. Die Stadt liegt schön am Ostufer des Nahuel-Huapi-See, der mit Gletscherwasser gespeist fast 100 km lang, kaum breiter als 12 km, mit seinen fjordähnlichen Armen weit in die Berge der Anden hineinreicht. Der höchste Gipfel ist der Cerro Tronador (3478 m). Hier ist eines der wichtigsten Skizentren der südlichen Anden. Am Stadtrand entlang des südlichen Seeufers reihen sich die Villen der Reichen und mondäne Hotels im alpenländisch schweizerischen Stil.

Auf den Speisekarten stehen Käse- und Schokoladenfondue. Die Schokoladenherstellung ist ein Weiteres wichtiges wirtschaftliches Standbein. Gar nicht dazu passen wollen jedoch die sich immer weiter ausdehnenden Armensiedlungen, auf die wir als Erstes treffen, als wir uns der Stadt von Süden nähern. Ein ganzer Bezirk aus ärmlichsten, dicht gedrängten Hütten in denen Migranten aus den ländlichen Gebieten und in Armut abgerutschte Familien leben.

Es ist Wochenende, die Sonne scheint und die Stadt und Umgebung ist voll mit Touristen. Auf einem Wanderparkplatz treffen wir auf ein rollendes Hotel des Reiseveranstalters Rotel-Tours.

  Wanderung in der Nähe von Bariloche

 

24. – 25. Februar 2019 NP Nahuel Huapi - San Martin de los Andes – Junin de los Andes

 

Im Norden des NP Nahuel Huapi übernachten wir an einem kleinen Fluß. Wiedermal bewundern wir das intensive Leuchten der Sterne mit dem klaren Erscheinen der Milchstraße. Die Nacht ist ausgesprochen dunkel, der Mond geht erst gegen Morgen auf und keine künstlichen Lichter in weitem Umkreis stören. Es ist eisig kalt und als wir morgens aufwachen, ist alles vom Raureif weiß überzogen. Das Thermometer zeigt – 3° C.

 

 

  San Martin de los Andes

 

26. – 28. Februar 2019 NP Lanin – Paso Mamuil Malal – Pucon - PN Villarica (Chile) - Cónaripe

 

Der Vulkan Lanín (3776 m) ist der zentrale Punkt des 412.000 ha großen Nationalparks Lanín. Unmittelbar an der chilenischen Grenze erhebt er sich pyramidenförmig mit schneebedeckten Gipfel weit sichtbar aus der Andenkordillere.

Volcan Lanin (3768 m) an der chilenischen Grenze

 

Vor dem Paso (Grenze) Mamuil Malal prüfen wir unsere Lebensmittelvorräte. Wir haben schon vorgesorgt und alles was für die chilenischen Lebenmittelkontrolle kritisch sein könnte verbraucht. Bleibt nur der Fisch, den Erwin gestern nach dem Abendessen gefangen hat. Dann gibt es halt morgens um 11.00 Uhr gebratenen Fisch.

Die Ausreise aus Argentinien und Einreise in Chile haben wir flott in knapp einer Stunde mit allen Stempeln, Zetteln und Dokumenten erledigt. Nur müssen wir dieses mal Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch abgeben. Lebensmittel die bei den vorhergehenden Grenzen als unbedenklich galten. Der Kontrolleur der die Schränke in unserem Womo durchsucht ist sehr freundlich. Leider müsse das sein, das Gesetz schreibt es vor.

Im Nationalpark Villarica ist der aktive Vulkan Villarica (2840 m) das Herzstück. Wie ein weißer Kragen legen sich die Schneefelder um den konusförmigen Gipfel aus dem ständig eine kleine Rauchwolke quillt. Auf dem Parkplatz des Skilifts auf 1400 m übernachten wir direkt unterhalb des Vulkans. Auf der einen Seite die untergehende Sonne, die die Berge ringsum in mannigfaltig leuchtendes Rot taucht, dahinter der rauchende Vulkan und weit unten zu Fuße des Vulkans die Lichter der Stadt Pucan am See Villarica. Und in der Nacht unzählige funkelnde Sterne, die Milchstraße direkt über uns.

Volcan Villarica Sonnenuntergang am Volcan Villarica

 

Durch den NP Villarica fahren wir auf einer sehr engen Schotter-/Erdstraße. Die Durchfahrt ist nur mit 4x4 und entsprechender Bodenfreiheit möglich. Neben der Schönheit der feucht kalten Urwälder, faszinieren uns die Bestände uralter Araukarien Bäume.

Auraukarien

 

Araukarie (Andentanne); Immergrüner Nadelbaum mit schirmartiger Krone. Gerader Stamm mit dicker, sehr grober und tief gefurchter Borke. Ledrige , länglich, eiförmige Nadeln 2 – 2,5 cm lang. Auffällige, kindskopfgroße Zapfen mit 14 – 20 cm Durchmesser. Höhe bis 45 m. Sehr resistent gegen Feuer und Hitze, was ihr überleben in der Nähe von Vulkanen begünstigt.

Vorkommen: Nur im südlichen Chile und Argentinien zwischen dem 37. und 40. Breitengrad, in Höhen zwischen 900 und 1700 m.

 

In Conaripe finden wir direkt am Ufer des Lago Calafquen einen Stellplatz. Es ist sonnig 28°C und bei einer Wassertemperatur von ungefähr 20°C schaffe ich es sogar, im See zu schwimmen.

  Stellplatz am Lago Calafquen

 

 --> Fortsetzung im nächsten Blog Chile/Argetinien mit dem Wohnmobil März 2019

 

 

 

 

 

 

 

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Chile / Argentinien mit dem Wohnmobil

 

1. Januar 2019 südliches Feuerland Chile

Nach dem Frühstück stehen wir wieder vor dem Schlagbaum. Felíz Ano Nuevo, begrüßt uns der junge Mann in Uniform und begleitet uns ins 50 m entfernte Gebäude zur Abwicklung der Ausreise. Niemand ist da, wir warten und schon bald kommt jemand, geht aber gleich wieder, weil er die nötigen Stempel vergessen hat, ist aber gleich wieder mit einer Sammlung Stempel zurück. Wir dürfen ausreisen, aber um das Fahrzeug mitzunehmen, ist noch ein Zöllner nötig, der auch gleich erscheint, ordentlich in Uniform, die Jacke noch im Kommen anziehend. Wir geben ihm die zeitlich befristete Einfuhrgenehmigung der letzten Grenze, die er abstempelt, ins Ablagefach legt und damit sind die Grenzformalitäten erledigt. Buen Viaje!

Nach ein paar Kilometer stehen wir vor der chilenischen Grenze. In den wenigen Häuschen an der Straßenseite rührt sich nichts. Beim Ersten ist ein Schild Policia, aber verschlossen. Das Zweite Aduna (Zoll) ist zwar offen, aber verwaist. Heike und Dieter laufen die Straße an den weiteren Häuschen entlang und versuchen durch lautes Sprechen auf uns aufmerksam zu machen. Als das auch nichts nutzt, hupt Erwin 2-mal kurz und vorsichtig. Auf keinen Fall will man Grenzer und/oder Zöllner verärgern. Aus einer der kleinen Häuser schaut jemand raus und schon bald kommt der ganze Stab mit 3 Mann, bestehend aus Polizei, Zoll und Lebensmittelkontrolle in Aktion. Internet gibt es wohl nicht, stattdessen müssen Listen und Formulare zur Einreise und Einfuhr des Fahrzeugs ausgefüllt werden. Nicht zu vergessen, die unterschriebene Erklärung keine verbotenen Lebensmittel einzuführen. Für den Lebensmittelkontrolleur muss Erwin alle Schränke und Schubladen öffnen. Zurück im Gebäude wird alles mögliche abgestempelt. Dann haben wir wieder diesen kleinen Zettel in der Hand und nachdem wir zwischenzeitlich gelernt haben, dass dieser auch mehrere Stempel braucht und bei einer Final Control Station abgegeben werden muss, frag ich nach wo diese ist. Oh! Darauf fehlen tatsächlich noch Stempel, was umgehend nachgeholt wird, aber wo dieser abgeben sollen, konnten wir nicht erfahren. Wir werden ihn sorgfältig im Pass aufbewahren, für den Fall dass doch noch jemand danach fragt. Buen Viaje!

  Chilenische Grenzstation Bella Vista

Feuerland besteht aus einer Hauptinsel und einigen südlich vorgelagerten Inseln. Der Archipel ist 73.500 km² groß. Mit mehr als 52.000 km² gehört zu Chile der größere Teil, ist aber mit rund 10.000 Menschen erheblich dünner besiedelt als der Argentinische mit ca. 126.000. Vor allem in den letzten 10 Jahren ist die Bevölkerung im argentinischen Teil stark gewachsen. Mit Steuerfreiheit werden auch internationale Unternehmen angelockt, die Arbeitsplätze schaffen. Die Ruta 3 ist bis Ushuaia nahezu durchgehend asphaltiert, der Hafen ist für Fracht- auch Kreuzfahrtschiffe geöffnet und ein Flughafen ist vorhanden. Der Parque Nacional Tierra del Fuego bietet Wandermöglichkeiten. Der Slogan Fin del Mundo wird zum Markenzeichen. An der Aktivierung des Wintertourismus mit Skifahren und Hundeschlitten Touren wird gearbeitet. Der internationale Tourismus tummelt sich in Ushuaia! Ganz im Gegensatz dazu ist der chilenische Teil Feuerlands nahezu menschenleer. Der größte Teil lebt im Norden in oder in der Umgebung von Porvenir. Zur Aktivierung des Fremdenverkehrs hat die chilenische Regierung den Bau einer nicht asphaltierten Straße beschlossen. Über mehrere Pässe, am östlichen Rand der Darwin-Kordillere (Mte. Darwin 2488 m), soll sie bis zum Canal Beagle gehen, an die argentinische Grenze, des heutigen Fin de Mundo im P. Nac. Tierra del Fuego. 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Von den geplanten ca. 130 km sind gut 2/3 fertig. Außer der Straße gibt es noch nahezu keine weitere touristische Infrastruktur. Gut für uns! Dadurch können wir mit dem Womo weit in die Wildnis vordringen, mit außergewöhnlichen Landschaften und zahlreichen Tierbeobachten, u.A. erheben sich neben der Straße mehrere Condore in die Luft und ziehen direkt über uns ihre Kreise, bis sie mit der notwendige Thermik in die Höhe schweben. Leider hat aber auch hier die Nagewut der Biber deutliche Spuren hinterlassen. Wir übernachten am Lago Fagnano. Der See ist 100 km lang, keinerlei Bebauung noch überhaupt ein Licht, soweit wir sehen.

 

Übernachtungsplatz am Lago Fagnano     Condor über uns. 

 

2. Januar 2019 Cameron

Nach knapp 20 km Richtung Süden endet der bisherige Ausbau der Straße. Schilder warnen vor Explosionsarbeiten. Der letzte Abschnitt der Straße wird über Pässe durch die Berge führen.

Nach Norden 37 km vor Cameron leitet uns ein kleiner Abzweig nach rechts zu einem denkmalgeschützten englischen Goldschürfbagger von 1904. Die Zeit des kurzen Goldrausches ist längst vorbei.

Am späten Nachmittag kommen wir in Cameron an der Bahía Inútil an. Der Ort entstand bei den Wirtschaftsgebäude einer großen Schaf-Estancia. Cameron sieht aus wie eine Mini-Stadt. Ungefähr 30 Häuser gruppieren sich um eine kleine Kirche, eine Krankenstation, einen Kindergarten und Gemeinschaftsraum. Nur der kleine Supermarkt hat wohl endgültig geschlossen.

Am Rande des Ortes, über der Bucht, bei den Klippen finden wir einen Platz für die Nacht. Nieselregen, 7°C und heftiger Wind fühlen sich kalt an.

 

3. Januar 2019 Porvenir

Die Straße nach Norden verläuft eng an der Bahiá Inútil. Die „Nutzlose Bucht“ benannten sie die Seefahrer nachdem die Suche nach der Ost-West-Passage hier erfolglos war. An der Bucht zwischen dem 53° und 54 ° Breitengrad S, hat sich vor einigen Jahren eine kleine Kolonie von Königspinguinen angesiedelt. Eine Besonderheit, da diese Tiergattung ansonsten ausschließlich rund um die Antarktis vorkommt. Der Eintritt zur Kolonie kostet für Chilenen 3000 Pesos (~ 4 €) für Ausländer das fünffache! Der Schutz der Tiere hat Vorrang. Man kann sie nur hinter einer Bretterwand beobachten. Die Kolonie besteht aus 130 Königspinguinen, wovon z.Zt. 25 Paare brüten.

Königspinguine                                        Mitte Bild: Junger Königspinquin

Wir erreichen Porvenir, mit etwas mehr als 5000 Einwohner die größte Stadt im chilenischen Teil Feuerlands. Die meisten sind Nachfahren kroatischer Siedler, die im Zuge des Goldrausches um 1880 hierher kamen. Als Fährhafen zum Festland lebt sie heute teilweise vom Tourismus. Für Morgen kaufen wir uns die Fahrkarten für die Fähre nach Punta Arenas. Heike und Dieter suchen sich ein Hotel, wir treffen uns später wieder in einem Restaurant zum Abendessen.

4. Januar 2019 Punta Arenas

Die Fähre legt pünktlich um 12.30 Uhr ab und gut 2 Stunden später erreichen wir Punta Arenas (Sandige Spitze) die Hauptstadt der Region Magallanes. Die südlichste Kontinentalstadt der Welt mit ca. 125.000 Einwohner. Beim Mercado/ Fischmarkt kaufen wir frischen Fisch fürs Abendessen. Erwin entdeckt im iOverlander den Hinweis auf eine biologische Gärtnerei an den Hügeln des Stadtrandes. Wir fragen Heike und Dieter ob wir da hin sollen, die beiden Bioland Gärtner stimmen begeistert zu.Huerto und seine Frau Berni haben in 6 Jahren aus unbewirtschafteten Land eine Gärtnerei mit biologischen Anbaumethoden geschaffen. Der Anbau umfasst neben Gemüse, Salat und dreißig Sorten Kartoffeln, viele Kräuter und essbare Blüten. Das Meiste gedeiht wegen der Kälte und dem Wind nur in Gewächshäusern. Über 3 Stunden nehmen sie sich Zeit uns alles zu zeigen und zu erklären. Ihr gärtnerisches Wissen haben sie sich selbst beigebracht, bei einigen Pflanzen, deren lateinischen Namen sie nicht kennen, kann Heike weiterhelfen, was sie eifrig notieren. Dann laden sie uns auch noch zum Kaffee ein und als wir fragen ob wir neben der Gärtnerei über Nacht stehen bzw. zelten können, ist das selbstverständlich, sie bieten sogar ein Zimmer in ihrem Haus an. Spät abends richtet … essbare Blüten, Kräuter und Salat her. Ein Gourmet Koch ist auf sie aufmerksam geworden und kommt morgen um eine Probebestellung abzuholen. Wir drücken den Beiden ganz fest die Daumen!

Huerto und Berni, im Hintergrund Punta Arenas

 

5. Januar 2019 Puerto Natales

Beim Autovermieter in der Stadt verabschieden wir uns von unseren sehr angenehmen Reisegefährten Heike und Dieter. Die Beiden haben die südlichen chilenischen und argentinischen Nationalparks bereits vor einigen Jahren besucht und wollen direkt weiter ein Stück nach Norden. Wir werden uns wiedersehen! Hata luego!

In Puerto Natales sitzen wir in der Kirche, als eine Hochzeit stattfindet. Es sind nur sehr wenige Gäste. .Ein junger Mann in Uniform führt seine Mutter zum Altar und übergibt sie dort dem ergrauten Bräutigam.

Hochzeit in der Kirche in Puerto Natales

Außerhalb der Stadt sehen wir von Weitem an einem Fjord einen Bootssteg und ein Segelboot. Das Gatter ist offen, wir fahren durch, fragen den Mann der mit einem Auto und Anhänger neben dem Weg steht, ob wir weiterfahren und unten übernachten dürfen. Si, claro! Er heißt Willi, fährt uns voraus und erklärt, dass er über Nacht das Gatter zuschließt.

 

6. – 8. Januar 2019 Parque Nacional Torres del Paine

  Wanderung zum Gletschersee am Torres del Paine (2.850 m) 

Am Base de las Torres angekommen, sitzen wir windgeschützt vor einem Felsen. Ich bin mit mehreren Lagen dick angezogen. Ein kleines Schild verbietet das Schwimmen. Ich sag zu Erwin; „Wer kommt schon auf die Idee in einem Gletschersee zu schwimmen!“ Wenige Minuten später zieht sich ein Mann bis auf die Unterhose aus und legt sich ins eiskalte Wasser.

  Pehoé Lago vor den Gipfeln des Torres del Paine

 

9. - 10. Januar 2019 Torres del Paine (Chile) und El Calafate (Argentinien)

Wasserfall vor den Zacken des Torres    Guanakos im Park

Ein Graufuchs unterwegs im Park.          Lago Azul vor dem Massiv des Torres del Paine)

 

Strahlender Sonnenschein, schon am Vormittag 13° C und windstill. Die Gipfel des Torres del Paine zeigen sich unverhüllt vor blauem fast wolkenlosen Himmel. Wir fahren in den nordöstlichen Teil des Parks, der nicht durch den Bustransfer bedient wird und damit sehr viel ruhiger ist. Am Wasserfall sind wir allein und am Lago Azul sind nur wenige Besucher.

Auch Fahren ist bei schönem Wetter sehr viel interessanter, so beschließen wir weiterzuziehen. Wir wollen zum Parque Nacional Los Glaciares, dessen Gletscher die Ausläufer des patagonischen Inlandeises sind. Mit 22.000 km² erstreckt sich hier, abgesehen von den Polregionen, die größte zusammenhängende Eismasse der Erde.

Die chilenisch/argentinische Grenze verläuft über dem Rückgrad der Anden. Die beiden Nationalparks berühren sich in ihrer Nord- bzw. Südgrenze beinahe. Doch gibt es hier keinen öffentlichen Grenzübergang. Wir fahren nach Westen zum Grenzübergang Rio Don Guillermo. Dank Internet geht die Ausreise aus Chile rasch und unproblematisch. Und wir haben auch den kleinen, richtig abgestempelten Zettel (!) der letzten Einreise, den wir hier abgeben dürfen. Gut 10 km später ist die argentinische Grenzstation. Auch hier läuft alles rasch und gut organisiert. Nach El Calafate sind es gut 200 km durch öde Pampa, davon fast 70 km auf übler felsiger Schotterstraße. Weit geht der Blick zurück auf die abrupt aufragenden schneebedeckten Berge des Torres del Paine. Temperatur 20° C (!)

El Calafate an der Straße zum südlichen Zugang des Parque Los Glaciar, liegt am Südufer des Lago Argentino. Der See gespeist mit milchig-grünem Gletscherwasser, der Größte Argentiniens, hat eine Fläche von 1600 km² und ist der drittgrößte See Südamerikas. Der Ort selbst bietet keine Sehenswürdigkeiten. Die ca. 18.000 Einwohner leben nahezu alle direkt oder indirekt vom Tourismus des Nationalparks.

11. Januar 2019 Parque Nacional Los Glaciares, Glaciar Perito Moreno

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 Glaciar Perito Moreno

Eine der Besonderheiten der patagonischen Gletscher ist, dass sie sich fast bis auf Meereshöhe hinabziehen. Der größte Gletscher im Nationalpark ist mit einer Ausdehnung von 595 km² der Uspsala-Gletscher, er gehört auch zu den größten der Welt. Nicht der größte, aber der spektakulärste der patagonischen Gletscher ist der Perito-Moreno-Glaciar, dessen Gletscherzunge sich als Eiswand bis zu 70 Meter hoch und 4 km breit aus dem Lago Argetino erhebt. Er ist auch in soweit eine Besonderheit, dass er zu den wenigen wachsenden Gletscher weltweit gehört.

Wir haben nur wenige Kilometer vom Parkeingang entfernt übernachtet. Und schon kurz nach Parköffnung stehen wir vor der Gletscherwand. Erwin betrachtet sich, nur mit einer kurzen Unterbrechung, 11 Stunden das faszinierende Schauspiel der kleinen und großen Abbrüche der Eismassen aus der Wand, die mit dröhnendem Grollen in den See stürzen, untertauchen und immer wieder auftauchend, eine stabile Lage suchen und als kleiner Eisberg im See langsam wegtreiben.

  Rotfuchs 

12. - 14. Januar El Chaltén Parque National Los Glaciares 

Um mit dem Fahrzeug in den nördlichen Teil des Nationalparks zu kommen, muss man an der kompletten Südseite des Lago Argentino entlang nach Osten, auf der Ruta 40 ein Stück nach Norden und entlang des Nordufers des Lago Viedma zurück nach Westen gut 250 km fahren.Das Kernstück ist hier das Bergmassiv um den Monte Fitz Roy. Mit 3405 Metern gehört er zwar zu den niederen Bergen der argentinischen Anden, doch mit seinen spitzen Zacken und mit Schnee bedeckten Gipfeln rundum, sieht man ihn, aus der trockenen, flachen Ebene der Pampa kommend , schon weit vorher aufragen und beim näherkommen immer höher werdend. Das Städtchen El Chaltén wurde erst 1985 am Zusammenfluss des Rio de las Vueltas und Rio Fitz Roy gegründet, bietet am Fuße des Fritz Roy Gebietes liegend, die nötige touristische Infrastruktur für Bergsteiger und Wanderer.

Monte Fritz Roy                                       El Chaltén im Hintergrund der Fitz Roy

 Wanderung zum Lago am Cerro Torre

 

15. Januar 2019 Gobernador Gregores

Die legendäre Ruta 40 „Cuarenta“ beginnt im Süden beim Cabo Virgenes und endet nach 5144 km im Norden bei La Quiaca an der bolivischen Grenze. 1935 wurde ihr Verlauf abgesteckt und mit dem Bau der Schotter-/Erdstraße (Ripio) begonnen. Zwischenzeitlich ist sie weitgehend asphaltiert, nur im Süden in der Provinz Santa Cruz und im Norden in den Provinzen Jujuy und Salta fehlen noch mehrere hundert Kilometer Asphalt. In Ihrem Verlauf bildet sie die die westliche Nord/ Süd Achse,bis sie an der chilenischen Grenze entlang nach Osten schwenkt und am Atlantik endet.

Wir sind in der Provinz Santa Cruz unterwegs. Die Cuarenta führt immer mehr oder weniger 100 km entfernt parallel zur Andenkordillere, meist durch öde Pampa. Zu den Nationalparks in den Anden führen entsprechend lange nicht asphaltierte Stichstraßen. Von einem zum anderen Park gelangt man mit dem Fahrzeug nur über diese langen Umwege, zurück zur Ruta 40.

Entlang des Lago Viedma fahren wir zurück zur Ruta 40. Endlich wieder Asphalt unter den Reifen Nach gut 60 km ist es aus mit dem Spaß. Die nächsten 70 km geht es weiter auf staubigem Ripio mit felsigen, spitzen Wellblechstrecken. Die folgenden 62 km bis Gobernador Gregores sind asphaltiert. Seit El Chaltén gibt es außer wenigen Estancien keine Siedlungen. Die kleine Stadt liegt schön im Flusstal des Rio Chico. Bei der Anfahrt sieht man von oben weit in das Tal, wo der mäandernde Fluss ein breites grünes Vegetationsband in der gelbbraunen Pampa geschaffen hat. Aus touristischer Sicht vielleicht nicht schön, ist die Stadt wichtiges Wirtschafts- und Versorgungszentrum einer weiten Umgehung. Wir können uns endlich mit Diesel der besseren Qualität versorgen, den wir langsam dringend brauchen. Wir schaffen es hier auch endlich, uns erfolgreich nach einer Verkaufsstelle für die Geschwindigkeitsaufkleber durchzufragen, die in Argentinien und Chile eigentlich Pflicht sind, aber fast keiner am Fahrzeug kleben hat. Bei Tankstellen, Kfz.werkstätten, Läden für Kfz.ersatzteile, -hilfs- und Betriebsstoffen gibt es sie nicht. Aber bei Matheo im kleinen Laden für Baumaterial, Farben, Sämereien, Agrobedarf etc. in einer Seitenstraße. Wir kaufen die Luxusausführung, extra groß, reflektierend für € 12, den Betrag für 12 Flaschen guten argentinischen Wein. Er hat aber keine Andere! Na gut, das stimmt die Verkehrspolizei bestimmt positiv!

16. – 17. Januar 2019 Parque Nacional Perito Moreno

Der 127.000 ha große Nationalpark wird sehr wenig besucht. Er liegt weitab, selbst von Goberador Gregores sind es noch über 200 km, von der Stadt Perito Moreno im Norden fast 350 km. Es gibt keine Öffentlichen Verkehrsmittel die zum Park fahren. Im Park gibt es nur einfache Zeltplätze und wenige Betten, die eine Estancia anbietet. Die Natur konnte dadurch ihre Ursprünglichkeit und Ruhe bewahren.

Wir biegen von der Ruta 40 ab. 90 km bis zum und im Park Ripio. Erwin lässt etwas Luft aus den Reifen. Am Parkeingang muss man sich anmelden. Niemand da! Ein Rancher, noch im Laufen sein offizielles NP Hemd über das Andere ziehend kommt hinter den anderen Häusern hervor. Er erklärt uns sehr ausführlich auf einer Karte in bestem Englisch den Park und die Wanderwege und was man sonst noch wissen will. Formulare müssen ausgefüllt werden, was er sorgfältig nach unseren Angabe erledigt Erst der Eintrag ins große Anmeldebuch. Ich schiele hinein, heute sind vor uns gerade mal 4 Personen eingetragen, es bereits später Nachmittag. Im nächsten Formular, werden außer den üblichen Angaben wie Name, Passnummer, Herkunftsland, Kfz-Kennzeichen, auch mögliche chronische Erkrankungen, regelmäßige Einnahme von Medikamenten, Krankenversicherung, physische Konstitution und eine Person die im Ernstfall benachrichtigt werden soll, abgefragt. Und dann noch Angaben zur Ausrüstung; Zelt, Schlafsack, Kocher? Wir unterschreiben, der Parkrancher ebenfalls und dann wird unser Zutritt mit einem Stempel abgesegnet. Der Park bietet bis zu 3700 m hohe Berge, Gletscher und Gletscherseen. Wir sehen Guanako Herden, deren Hengste sich mit gesenktem, weit nach vorn gestrecktem Hals gegenseitig jagen und versuchen zu beißen. Nandus, Flamingos, Schwarzkopfschwäne, Enten, Gänse und einen Condor.

Stellplatz im Park

Verkehrsschild im Park

Eine frühere Estancia gehört heute zum Park. Ein Zimmer, mit Gegenständen der früheren Siedler ausgestattet, wurde zu einem kleinen Museum. Die Tür zum Museum ist offen. Auf der ganzen Estancia ist niemand da.

Erwin sieht eine Grube die üblicherweise zu Kfz.Reparaturen verwendet wird. Ideal, schließlich müssen mal zwei Gummipuffer des vorderen Stabilisators ausgetauscht werden. Er fährt drauf, macht sich an die Arbeit, dann hör ich das Wort Supergau! Eine Schraube ist gebrochen und steckt im Gewinde. Trotz Einsatz aller unserer Werkzeuge, nebst Bohrmaschine lässt sie sich nicht herausdrehen. Wie wir da so etwas ratlos stehen, fährt ein Nationalpark Fahrzeug her. Ein junger Mann in blauem Arbeitsoverall steigt aus. Für uns wahrscheinlich gerade viel hilfreicher als die mit kakifarbenen Hemd und Rancherhut. Das passende Werkzeug hat er auch nicht, aber ein Schweißgerät! Er richtet es her, Erwin fährt mit dem Womo hin, legt sich darunter und schweißt. Alles hält wieder, unsere Reise kann weitergehen!

18. Januar 2019 Perito Moreno Lago Buenos Aires

 

Erstmal wieder zurück Richtung Osten. Bei der Abzweigung zur Ruta 40 packt Erwin den Kompressor aus und erhöht den Luftdruck der Reifen Endlich wieder Asphalt, doch gleich auch das erste Schild „Zona de Baches“ (Schlaglöcher). Auf der weiteren Strecke folgen davon viele, mal mit oder ohne Vorwarnung. Jedes Mal wenn die Straße über eine Entwässerungsdohle führt ist mit einer tiefen Mulde zu rechnen. Einfach fahren und in die Landschaft gucken ist nicht! Nach 109 km auf der Ruta 40 erreichen wir Bajo Caracoles, eine kleine Ortschaft an der Kreuzung zur Ruta 39. Ein paar Häuser, ein kleines Hotel mit Zeltplatz, nur die von uns erwartete Tankstelle gibt es nicht mehr. Wir grübeln über der Straßenkarte. Unser Plan war, auf die Ruta 39 nach Westen abzubiegen, nach dem Lago Pueyredon ein Stück zurück und nach Norden beim Paso Roballos die chilenische Grenze zu passieren. Wir befürchten, dass es erst weit nach der Grenze in Cochrane eine Tankstelle gibt. Alles Schotterpiste, das könnte selbst mit unseren 80 Liter Ersatztank eng werden. Wir fahren bis Perito Moreno weiter nach Norden. Auf der Fahrt werden wir auf weiter Strecke mit Blick auf faszinierend bunte Vulkanberge belohnt. Wir folgen der Ruta 43 nach Westen bis zum Lago Buenos Aires. Der See zieht sich nach Westen über die Grenze nach Chile. Dort heißt er Lago General Carrera. Über 180.000 ha groß ist er nach dem Titicacasee (Boliven/ Peru) der zweitgrößte See Südamerikas. Bei 26° C sind heute argentinische Familien am See. Der See wird von Gletscherwasser gespeist, hat geschätzt sicher nicht mehr als 15°C. Trotzdem gibt es ein paar Mutige im Wasser. Die letzten Badegäste fahren schon bald weg. Nach Einbruch der Dunkelheit, sind nur die Lichter des 40 km entfernten Grenzstädtchens Los Antiguos an dem sonst ringsum dunklem Ufer zu sehen. Der Vollmond spiegelt sich konkurrenzlos im See.

 

19. Januar 2019 Los Antiguos auf der Straße zum Paso Roballos

 

Los Antiguos liegt direkt am Lago Buenos Aires. Die üppige Vegetation um die Stadt, steht im Kontrast zu der sonst trockenen Pampa. Ein mildes Klima und hohe Pappelbäume als Windschutz um die Obstplantagen, lassen vor allem Kirschen gedeihen. Es ist Erntezeit, wir kaufen welche und das von der Verkäuferin versprochene muy rica können wir bestätigen!

Die chilenische Grenze Chilo Chico wäre in ein paar Kilometer zu erreichen. Wir biegen jedoch nach Süden ab, wo eine Schotterpiste, landschaftlich beeindruckend, entlang der Anden zur Grenze Paso Roballos führt. Auf halber Strecke, wo der Bach das Tal etwas geweitet und ein paar Picknickstellen Platz gemacht hat, bleiben wir übernacht.

 

 

20. Januar 2019 Cochrane (Chile)

 

Die sommerlichen Temperaturen von gestern (25°C) sind leider stark zurückgegangen. Morgens noch 14° C kühlt es im Laufe des Tages noch etwas ab und dazu weht ein heftiger kalter Wind. Die Wolken senken sich glücklicherweise erst am Abend und regnen kurz ab. Die Piste durch die Anden verläuft in einem bergauf und -ab, steigt bis auf 1450 m, bis wir beim Paso Roballos auf 731 m die argentinische Grenzstation erreichen. Entlang des Weges gibt es nicht nur spektakulär bunte Berge, sondern auch Feuchtwiesen und ebene Flächen mit üppiger Grasvegetation. Uns fällt auf, dass wir zwar viele Schafe und Rinder sehen, aber nicht ein Guanako. Vermutlich haben die Jäger der hier angesiedelten Estancien für die Dezimierung der Futterkonkurrenten ihrer Weidetiere gesorgt. Immer wieder sehen wir einzelne Condore die versuchen mit entsprechender Thermik in die Lüfte zu schweben. Wohl nicht so leicht bei dem trüben Wetter, oft müssen sie mit Flügelschlagen nachhelfen. Plötzlich erheben sich aus dem nahen Tal, scharenweise Condore die versuchen aufzusteigen und immer wieder in den Berghängen landen um es erneut zu versuchen. Es sind mindestens 50 Stück. Wir sind begeistert von diesem Schauspiel.

Von oben sehen wir die Grenze. Zwei kleine Holzhäuser, ein paar Pferde sind auf der Weide. Da uns an der chilenischen Grenze wieder eine Lebensmittelkontrolle bevorsteht, prüfen wir unsere Vorräte und kochen die rohen Eier ab. Das Büro der argentinischen Grenze ist leer. Ein junger Mann kommt, setzt sich an den Schreibtisch, davor stehen zwar zwei Stühle, doch wir müssen stehen. Etwas mürrisch nimmt er unsere temporäre Einfuhrgenehmigung des Fahrzeug der letzte Einreise entgegen und legt es in die Schublade. Dann schlägt er ein übergroßes und sehr breites Buch auf und trägt bedächtig alle möglichen Daten aus dem Kfz.Schein und unseren Reisepässen ein. Nachdem er die Pässe gestempelt hat, sie uns zurückgibt und etwas murmelt, gehen wir davon aus dass wir einreisen dürfen. Richtig erkannt, er geht hinaus und öffnet die Schranke.

10 km entfernt kommt die chilenische Grenze. Es paar kleine Wohnhäuser aus Holz und am Ende der Reihe ein etwas größeres ist das Grenzbüro. Wir kriegen jeweils ein Formblatt zur Personeneinreise und eins für die Einfuhrgenehmigung für´s Womo. Das Formular für die Einfuhrgenehmigung ist knifflig. Wir tun unser Bestes und reiches es fast vollständig ausgefüllt dem jungen Mann hinter dem Schalter. „Tenemos una pregunta.“ und zeigen auf eine Zeile. Er schaut eine Weile auf das Formular, schüttelt freundlich lächelnd mit dem Kopf und zerknüllt es. Anhand des Kfz.Scheins und unserer Pässen füllt er ein neues Formular aus. Wobei viele der Felder einfach leer bleiben. Die Zettel mit unseren Personalangaben haben wir richtig ausgefüllt! Erwin muss unterschreiben, dann wird alles Mögliche gestempelt auch die Reisepässe und wieder kriegen wir so einen kleinen gestempelten Zettel. Bei der Frage nach Lebensmittel will er in unser Womo schauen, doch da kommt gerade eine ganze Gruppe Motorradfahrer an und er winkt uns zur Weiterfahrt. Buen Viaje! Er ist wohl im Stress, schließlich macht er die Polizeiliche, Zoll und Lebensmittelkontrolle in eine Person.!

Gleich nach der Grenze beginnt der Parque Nacional Patagonia und sofort sind wieder Guanaco Herden zu sehen. Wenige Kilometer vor Cochrane biegen wir in die Ruta 7 Carretera Austral ein. Bei der kleinen Drahtseilfähre die über den Rio Baker führt, bleiben wir über Nacht.

 

21. - 24. Januar 2019 Carretera Austral von Cochrane bis nach Villa O´Higgins

 

„Die Carretera Austral ist Chiles schönste Route in die Einsamkeit“, lese ich im Reiseführer. 1243 km lang beginnt sie in Puerto Montt und endet im Süden kurz nach Villa O´Higgins. Geplant und gebaut wurde sie größtenteils als Schotterpiste vom Militär im Auftrag von Diktator Pinochet. Parallel zur argentinischen Grenze sollte vor allem aus militärischen Erwägungen eine Nord-Süd-Straßenverbindung geschaffen werden. Die letzten 233 Kilometer durch den Süden von Cochrane bis kurz nach Villa O`Higgins wurden erst nach 1994 gebaut. Hier ging es um geopolitische Interessen, durch den Bau der Straße und Förderung der Besiedlung, sollen den Grenzstreitigkeiten mit Argentinien ein endgültiges Argument gesetzt werden.

 

Beim Frühstück sitzend schauen wir dem Betrieb der kleinen Fähre über den Rio Baker zu. Auch ein Gaucho mit Pferd und Hunden überqueren den Fluss mit der Fähre.

 

Cochrane mit rund 4000 Einwohnern ist die letzte größere Siedlung an der Carretera Austral nach Süden. Sie ist Versorgungszentrum für eine sehr weitflächige Umgebung und ist mit allen möglichen Läden und Dienstleistungen entsprechend ausgerüstet. Wir kaufen Lebensmittel für die nächsten Tage.

Die Schotterpiste nach Süden folgt dem natürlichen Verlauf der Landschaft. Vorbei an Seen, Sümpfen und Mooren, entlang von Flüssen, mal an deren Ufern oder hoch oben entlang von Schluchten oder quer durch feucht-kalte Urwälder mit uralten Bäumen, die mit ihren eigenwilligen Kronen über das grüne geschlossene Blätterdach hinausragen.

Feucht kalter Urwald

Auf den Bergen sind Schneefelder sichtbar, je weiter wir nach Süden fahren, kommen die Gletscher bis auf 600 m runter. In den Bergen ca. oberhalb 700 m schneit es in der Nacht, morgens sind sie weiß bestäubt.

Übernachtungsplatz

30 km vor Puerto Yungay machen wir einen Abstecher nach Caleta Tortel. Das Städtchen liegt an einem Pazifikfjord und konnte vor dem Bau der Straße nur per Schiff oder kleinen Flugzeugen erreicht werden. Die Häuser liegen an den steilen Hängen um den Fjord, es gibt keine Straßen, hölzerne Stege ersetzen die Wege. Selbst Plätze, die Schule und Kinderspielplätze stehen auf Plattformen mit Stelzen.

  Caleta Tortel

Puerto Yungay ist nur von einigen Militärs bewohnt. Die Straße wird hier von einem Fjord unterbrochen, verbunden mittels einer Fähre. Wir erreichen die letzte Fähre, die jedoch gut 5 Minuten nach der Abfahrt wieder kehrtmacht. Wir schauen uns fragend an und rätseln nach dem Grund des Wendemanövers. Das Anlegen und herunterlassen der Laderampe passiert gleichzeitig, zwei Fahrzeuge fahren aufs Schiff, passen gerade noch rein, los und Laderampe hoch, das war´s. 

7 km nach O`Higgins endet die Carretera Austral an einem kleinen Hafen. Das Städtchen war bis zur Anbindung an die Straße lediglich ein Militärstützpunkt. Zwischenzeitlich gibt es eine Ansammlung Häuser, einen Campingplatz, Cabanas, Hotel, Gästehäuser, kleine Läden und sogar ein Plaza de Armas mit Sitzbänken und Mini Infobüro wurde errichtet. Die Straßen werden gepflastert, die Hoffnung ruht auf der Zunahme des Tourismus. Die südchilenischen Witterungsbedingungen scheinen dem etwas im Wege zu stehen. Selbst jetzt im Hochsommer bei windigen 10° C mag wohl keiner so gerne draußen sitzen. Die Stadt scheint fast wie verlassen, das Tourismusbüro hat geschlossen.

Es gibt jede Menge glasklarer Seen, Flüsse und Bäche. Erwin zieht bewaffnet mit einer Angel los, kommt kurze Zeit später zurück und flüchtet eiligst ins Womo. Eine Schwarm Kriebelfliegen hat ihn angefallen und damit das Leben des Fisches gerettet, den es schon in Gedanken zubereitet zum Abendessen geben sollte.

Übernachtungsplatz in der Nähe von O`Higgins

 

Auch schon die ganze Nacht über hat es geregnet, als wir uns auf den Rückweg machen. Überall schießen kräftige Wasserfälle aus den Berghängen. Die Berggipfel verbergen sich in ständig wechselnden Wolkenformationen. Der Regen geht über in Niesel und die Sonne versucht die Wolkendecke aufzubrechen.

Entlang der Straße gibt es wenige kleine Holzhäuser, meist sehr ärmlich, oftmals nicht mehr als eine etwas größere Hütte. Ein paar sind in Bau, aber mindestens so viele wieder verlassen.

 

25. – 27. Januar 2019 Von Cochrane nach Chile Chico

Von Cochrane führt eine Schotterpiste vorbei am Lago Juncal, durch ein Flußtal bis hinauf zum Lago Brown an der argentinischen Grenze. Leider meint es das Wetter heute nicht so gut mit uns. Zwar geben die Wolken immer wieder die schneebedeckten Berggipfel frei und auch ein kurzer Blick auf einen Gletscher ist uns gewährt. Doch die Sonne kann sich letztendlich nicht durchsetzen. Als dann die Straße kurz vor dem Lago Brown wegen Explosionsarbeiten gesperrt ist, machen wir uns auf den Rückweg.

Sonne und blauer Himmel mit einzelnen schönen Wolken sind zurück. 66 km bis Puerto Bertrand folgt die Carreta dem Flußlauf des Rio Baker. Der Fluss beginnt als Auslauf des riesigen Lago General Carrera/ Lago Buernos Aires, entsprechend wasserreich mit kraftvoller Strömung, fließt er mit glasklarem Wasser, in leuchtendem blau-türkis durch Naturwälder. Die Farbe des Flusses ist ungewöhnlich und faszinierend.

 

 

Inmitten dieser Naturschönheit will der internationale Energiemulti Endesa gemeinsam mit dem chilenischen Kraftwerksbetreiber Colbún riesige Staudämme bauen und den Strom mittels Trassen nach Santiago und den Minen der Zentralregion transportieren. In der Region wird heftig mit Unterstützung internationaler Umweltverbände, dagegen protestiert. Der Streit geht schon Jahre. Die Konzerne geben das Projekt nicht auf und legen immer wieder neue Umweltstudien zu dessen Machbarkeit vor.

 

 

Am Saltos del Baker wandern wir einen kurzen Pfad. Vor dem Zusammenfluss mit dem Rio Nef, stürzt der Fluss hier, begleitet von kräftigen Strudeln über eine Stufe.

Saltos del Baker

Der Fluss ist bekanntlich voll mit Forellen, mehrere schön angelegte Fishing Lodges befinden sich direkt am Ufer.

  Stellplatz am Rio Baker

Bei so einem Fluss muss das Angelglück probiert werden. Zwei chilenische Angler fachsimpeln mit Erwin der angelnd am Ufer steht. Das Resultat der Aktion ist ein verlorenen Fischköder. Erwin versucht mir zu erklären, dass es beim Angeln nicht nur ums Fischfangen geht. Ach so … !!??

 

Die 124 km von Puerto Bertrand an der Südseite des Lago General Carrea bis Chile Chico an der argentinischen Grenze sind voll landschaftlicher Schönheit. Die Piste geht die Berge rauf und runter, mal unmittelbar am Ufer des Sees entlang oder weit darüber nahe an die Berge geschmiegt. Unser Blick geht über den See auf die fernen Gletscher der bis zu 4058 m hohen Berge.

 

In Chile Chico besuchen wir abends das an diesem Wochenende stattfindende alljährliche Musikfestival.

  Begeisterte Fans ;-)

Im Reserva Nacional Lago Jeinimeni nahe Chilo Chico wandern wir zum Valle Lunar und den Cueva de Las Manos.

  Valle Lunar Handabdruck in der Cueva de Las Manos

 

29. Januar 2019

 

Unser nächstes Ziel sind die Capillas de Mármol bei Puerto Tranquilo. Die „Marmorkapellen“ sind Felsenhöhlen aus hellem vieladrigem Marmor, der sich im Wasser spiegelnd, die Lichtreflekte farbig leuchtend wiedergibt. Mit dem Boot kann man ein paar Meter in die Höhlen hineinfahren.

  Stellplatz

Gestern am späten Abend hat es angefangen zu regnen. Und der schöne Gletscherblick den wir an unserem Stellplatz am Lago Bertrand hatten, hat sich in grauen Wolken verhüllt, Nieselregen und heftiger Wind 9° C. Erwin meint es gibt die Möglichkeit mit Kajaks in die Höhle zu fahren. Bei 12° C Wassertemperatur und böigem Wind gehört das nicht zu meinen „Das muss ich haben“ Aktivitäten. Und es fehlt ja auch das Sonnenlicht wegen der Farbreflexe. (Mein Glück! ;-) ) Wir verschieben den Besuch der Capillas erst einmal. 

Dann ist Haushalt angesagt. Das Staub der Schotterstraßen sitzt in jeder Ritze, in jedem Schrank und jeder Schublade. Erwin kommt vom Angeln zurück. … Fanfaren hoch, ein Triumphieren und Tirilieren … ER HAT EINE LACHSFORELLE GEFANGEN!

 

Um mich an unseren Gaumenfreuden ein klein wenig zu beteiligen, backe ich einen Marmorkuchen.

Der Kühlschrank hat einen Wackelkontakt, Erwin macht sich an die Reparatur.

  

30. Januar – 05. Februar 2019 Valle Leones - Puerto Rio Tranquillo – Valle Exploradores 

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Die Provinz Aysén Patagonie ist mit einer Bevölkerungsdichte von 0,8 Menschen pro Quadratkilometer die am dünnsten besiedelte Region Chiles. Der Landesdurchschnitt liegt bei 22. 90% aller Chilenen leben im Gebiet zwischen La Serena in der Provinz Coquimbo im Norden und Puerto Montt in der Provinz Los Lagos im Süden. Dazwischen liegt die Großstadt Santiago, zwei Fünftel leben in der Großstadtregion.

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Ins Valle Leones führt eine schmale Straße eher einem besseren Feldweg ähnlich, in Privatbesitz der Wenigen entlang des Tales wohnenden Siedler. Wir sind auf dem Weg um Fred einen Mitreisenden vom Schiff zu besuchen, der zusammen mit seiner Lebensgefährtin Claudine für die nächsten 4 Wochen in Abwesenheit von John dem Eigentümer das „Housekeeping“ für das Anwesen übernehmen. John hat vor 13 Jahren den Grundbesitz von 10 km entlang des Rio Leones und 2 km in der Breite des Tales erworben. Mit großem Engagement arbeitet er an der Renaturierung der durch Brandrodung und Beweidung zerstörten ursprünglichen Vegetation. Er nimmt uns mit auf Exkursion durch sein Land. Wir lernen viel auch über falsche Förderungen der Regierung wie z.B. die Wiederaufforstung durch die in dieser Region nicht natürlich vorkommenden Kiefern. Eines seiner Maßnahmen ist die kontinuierliche Bepflanzung mit einheimischen Südbuchen. Allein in den letzten Jahren hat er 250.000 Bäume gesetzt.

Nach chilenischem Gesetz ist es den Landbesitzern nicht erlaubt, Wanderern die Passage durch Ihr Grundstück zu verwehren, wenn dieses an einen Nationalpark grenzt. Die Durchfahrt mit einem Fahrzeug muss nicht geduldet werden. John hat mit wenigen Touranbietern eine Vereinbarung, limitiert Kunden gegen eine Straßengebühr durch sein Grundstück zu fahren. Wir sehen einen Helikopter eines Reiseveranstalters durchs Tal fliegen und auf dem Rio Leones fahren Touristen mit Jetski. Der Tourismus findet wohl seinen Weg. 

Brücke im Valle Leones

Kurz vor Puerto Tranquilo starten wir unseren Besuch der Capillas de Mámorl. Sonne 30° C, windstill!

Capillas de Mármol

 

 

Wir besuchen den Friedhof in Puerto Tranquilo. Die typisch patagonischen Friedhöfe sehen aus wie Miniaturstädte/ - dörfer.

 

 Friedhof Puerto Tranquilo                         Blick in eines der Grabhütten.

Familiengrabstätte bei Puerto Tranquilo

 

Valle Exploradores

Erst seit wenigen Jahren führt von Puerto Tranquilo eine Schotterpiste nach Westen ins Valle Exploradores. Am Nordrand des Patagonischen Eisfeldes wurde damit eine Verbindung vom Lago Carrera zum Pazifik geschaffen. Nach 91 km endet die Straße an der Bahia Exploradores am Elefanten-Fjord. Bei uns endet sie schon nach 26 km. Am Ende einer Gletscherzunge hatte sich eine Wassertasche gebildet, die im Dezember 2018 gebrochen ist und mit gewaltigen Wassermassen eine riesige Moräne den Hang hinunter gespült und dabei ein Stück der Straße mitgerissen hat. An der Stelle wo die Straße war, ist jetzt ein See, der nur langsam abläuft. Für Personen wurde mittels eines Motorbootes ein Fährdienst eingerichtet. Touranbieter haben kleine Busse mit Hilfe von Pontons über den See gebracht, die auf der anderen Seite die Tour weiterführen.

Zurück in Puerto Tranquilo spricht uns Thomas an. Er lebt mit seiner Frau seit 18 Jahren bei km 44 im Tal. Sein Auto steht auf der anderen Seite des Sees und er bietet ab dort einen Taxidienst zum Lago Bayo und zu einem Wanderpfad der durch Regenwald zu einer Aussichtsplattform am Grosse-Gletscher führt. Wir nehmen das Angebot an, Monica und Victor, Reisende aus der Schweiz schließen sich an.

 

 

Fährdienst über den See

Grosse-Gletscher

Wanderung durch den Urwald 

 

Zurück auf der Ruta 7 sehen wir weit entfernt am Horizont hellgraue Schwaden, die beim näherkommen immer dunkler werden. Das können keine Wolken sein. Dann steigt schwarzer Rauch auf, der Wald brennt! Es gibt keine Möglichkeit mit Löschfahrzeugen zum Brandherd zu gelangen. Für Löschhubschrauber ist der Brand wohl zu unbedeutend. Die Polizei sperrt lediglich eine Piste in der Nähe.

PS. Wir haben später erfahren, dass sich der Brand ausgebreitet hat und mehrere Löschflugzeuge im Einsatz waren.

>>> Fortsetzung im nächsten Blog

 

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Argentinien mit dem Wohnmobil

.. Fortsetzung Südamerika mit dem Wohnmobil 

Unterwegs in Argentinien

 7. Dezember 2018 Gualequaychu

Schon vor der Grenze stehen viele Lkws. Wir fahren langsam vorbei, bis die Grenzstation zu sehen ist. Ein Pfeil zeigt für Omnibusse und Lkws nach rechts. Wir fahren einem argentinischen Pkw hinterher der geradeaus zielstrebig zu der Kontrollstelle fährt. Er ist schnell abgewickelt und dann sind auch schon wir an der Reihe. Daten unserer Reisepässe werden in einem PC erfasst. Primero lugar de destino? (Erster Zielort?) werden wir gefragt. Buenos Aires! Fällt mir spontan ein. Es ist egal welchen Ort man angibt. Hauptsache man gibt irgendeinen an. Buen Viaje! Wünscht uns der Polizist und reicht uns die Pässe. Ein paar Meter weiter steht winkend der Zöllner. Er weist uns an, das Fahrzeug abzustellen und ihm ins Büro zu folgen. Unser Womo braucht eine Declaracion Jurada Admision temporaria Vehiculos de Turistas (zeitlich begrenzte Einfuhrgenehmigung für Touristenfahrzeuge). Dazu wird der Kfz.schein und Reisepass des Fahrzeughalters benötigt. Keine 5 Minuten später kriegen wir ein Papier mit eben dieser Declaracion und einen kleinen Zettel mit einem Stempel, dessen Bedeutung uns nicht klar ist Die Einfuhrgenehmigung für Uruguay, die wir in Montevideo erhalten haben, gibt er dem uruguayischen Zoll, der praktischerweise gleich am Schalter nebenan sitzt. Buen Viaje!

Das ging ja einfach, denken wir noch, bis wir vielleicht 100 m weiter bei der Final Control halten müssen. Er fragt uns etwas und deutet auf den kleinen Zettel, den ich noch in der Hand halte. Aus seinem spanischen Wortschall entziffern wir, dass irgendwelche Stempel darauf fehlen. Deswegen er uns zurück schickt. „Unser“ Zöllner ist gerade beschäftigt, ein Anderer kümmert sich sofort um uns. Wir zeigen im den Zettel, versuchen was mit Stempel zu sagen, er lacht, drückt noch weitere zwei Stempel drauf. Der Final Controller ist jetzt auch zufrieden. Buen Viaje! Etwas weiter kommt nochmals eine Kontrollstelle, doch wohl nur für Omnibusse und Lkws. Der Kontrolleur winkt uns mit Adios amigos! Durch. Wie schon in Montevideo schaut niemand ins Womo, fragt nach einzuführende Waren oder Lebensmittel. In Südamerika ist es verboten Fleisch, Früchte und Gemüse über die Staatsgrenzen mitzunehmen.

Zwischen Uruguay und Argentinien verläuft hier die Grenze in der Mitte des Rio Uruguay. Über eine lange Brücke überqueren wir den Fluss.

In Gualequaychu nur wenige Kilometer nach der Grenze, versuchen wir uns am Bankautomaten mit argentinischen Pesos zu versorgen. Sämtliche Automaten der Stadt waren sich einig, maximal 2000 Pesos (46 €) auszuzahlen und dafür 385 Pesos (8,95 €) zu der sonst noch fälligen Auslandsgebühr zu verlangen. Das gefällt uns nicht! Wir brechen die Aktion ab, kaufen Lebensmittel im Carrefour und bezahlen mit der Kreditkarte. Tanken geht auch mit Kreditkarte. Jetzt bleibt nur noch das Problem mit dem Bargeld. In Argentinien wird wegen der hohen Inflation viel Geld auf dem Schwarzmarkt getauscht. Doch es ist illegal und oft werden dem Ahnungslosen „Blüten“ angedreht. Ich frage den Eigentümer der Tankstelle ob er Geld tauschen könnte. Si, claro! Dollares? No, Euros! Geht auch klar. Er fragt den Tageskurs im Internet ab und zählt mir für meine 100 € korrekt 4300 Pesos in kleinen Stapeln auf den Tisch.

Das erste Abendesse in Argentinien. Da gibt es natürlich Steaks.

 

  1. Dezember 2018 Las Flores

 

~ 150 km bis Zarate führt die Straße durch die riesigen Feuchtgebiete des Rio Uruguay und Rio Paraná. Buenos Aires umfahren wir im weiten Bogen. Für die große Brücke bei Zarate müssen wir Maut bezahlen. Unser 100 Pesos Schein wird auf Echtheit geprüft. Wir halten kurz die Luft an, bis der Schein in die Kasse gelegt wird. Mit einem freundlichen Gracias und Buen Viaje erhalten wir Wechselgeld und Quittung. Danke dem ehrlichen Geldwechsler. Weitere 130 km nach Süden, bietet uns Las Flores einen Camping Municipal direkt an einem See.

Unsere Nachbarn beim Frühstück;

Carpinchos (Wasserschweine), Wasserratten und div. Wasservögel.

Das Carpinco ist das größte Nagetier der Welt, 0,95 – 1,3 m groß und 30 – 100 kg schwer.

 

  1. Dezember 2018 Sierra de la Ventana

Von Las Flores bis zur Sierra de la Ventana sind es ~ 380 km. Die Straße führt schnurgerade durch öde Pampa. Die Dörfer werden seltener, in kilometerweiter Entfernung einzelne Bauernhöfe. Alles, selbst die vermeintlich unfruchtbarsten Landstriche sind eingezäunt. Weit verstreut sehen wir weidende Rinder.

Die Sierra de la Ventana ist der höchste Gebirgszug in der Provinz Buenos Aires. Der höchste Berg hat zwar nur 1239 m, ist aber in der sonst kaum 100 m NN hoch liegenden flachen Pampa schon von Weitem zu sehen. Das Kernstück bildet das geschützte Gebiet des Parque Provencial Ernesto Tornquiet mit 6700 ha. Im Park gibt es Wanderwege, in den angrenzenden Dörfern die touristische Infrastruktur.

Sierra de la Ventana 

 

 

  1. Dezember 2018 Punta Bermeja

Bahia Blanca ist die wichtigste Industrie- und Hafenstadt im Süden Argentiniens. Vor allem die petrochemische Industrie ist hier angesiedelt und die meisten Waren aus dem Süden werden von hier verschifft. Es gibt ein riesiges Angebot an frischen Lebensmittel und vorsorglich kaufen wir ein. Keine 100 km später stehen wir beim LAS FRONTERAS NOS UNES. ? LEBENSMITTEL KONTROLLE! Ein kleiner Handzettel in englisch belehrt uns, dass im gesamten Patagonien vom Rio Colorado bis Tierra del Fuego (Feuerland) die Maul- und Klauenseuche ausgerottet und auch von Fruchtfliegen frei ist. Rohe Früchte und Gemüse, sowie rohe oder gekochte Fleischprodukte müssen im bereitstehenden Container vernichtet werden. Ohje! Wir haben doch gerade erst eingekauft!

Ein Kontrolleur kommt ins Womo. Erwin öffnet die Schubladen mit Lebensmittel. Er zeigt uns was alles nicht erlaubt ist z.B. Mangos, Pfirsiche, Tomaten, Paprika, Orangen.....

Saft oder gekocht wäre alles erlaubt. Bei der Kontrollstelle stehend, presst Erwin mehrere Kilo Orangen zu Saft und ich koche alles Gemüse und Früchte zu Eintopf. Draußen hat es heute 35° C, im Womo messen wir besser nicht.

 

Unsere argentinischen Steaks und gerauchten Würste stecken wir ins Kopfkissen. Falls er den Kühlschrank inspiziert, den er bisher übersehen hat.

… wir sind fertig! und ob er nachschauen will? Melden wir uns. No! Buen Viaje!

An einem Bach unter Bäumen machen wir Rast. Große Karpfen schwimmen vor dem Wehr. Erwin versucht einen mit der Angel zu erwischen. … heute Abend gibt es doch keinen Fisch!

Kilometer um Kilometer endlos, schnurgerade durch die Pampa. Eigentlich haben wir schon lange genug vom Fahren, aber es gibt links und rechts der Straße nur Zäune.

  .. und ab und zu mal ein kleiner Salzsee

Erst abends erreichen wir Carmen de Patagones und fahren noch 30 km ans Meer nach Punta Bermeja.

  Übernachtungsplatz auf halber Höhe, oberhalb des Strandes

 

  1. Dezember 2018

Beim Aufwachen gibt mir Erwin ein paar gerauchte Würste, die er aus seinem Kopfkissen zieht. Haben wir da was vergessen?!

Das Reserva Faunistica Punta Bermeja beheimatet zwei besondere Attraktionen. Eine Papageienkolonie und eine Kolonie mit ca. 2000 Seelöwen Das Land grenzt mit einer gut 50 m hohen Steilküste zum Meer. In dem kleinen Ort La Loberia führt ein steiler mit Stufen abgesetzter Weg zum Strand. Schon auf halber Höhe hören wir das Gekreische der Papageien. Die Küstenwand aus Sandstein ist mit unzähligen Löchern durchsetzt, die den Papageien zum niesten und Aufzucht dienen. Beim näherkommen schwillt der Geräuschpegel deutlich an. In der Kolonie herrscht emsiges Treiben. Elternpaare sitzen vor Ihren Höhlen, fliegen weg oder kommen mit Futter für die Jungvögel zurück.

 

Ca. 3 km den Strand entlang befindet sich die Seelöwenkolonie. Morgens sind die Tiere im Meer zum Jagen. Erst nach dem Mittag bei Flut können die Tiere ihre Ruheplätze auf den weitläufigen Steinplatten erreichen. Bei Ebbe sind diese zu hoch. Wir versuchen über den Strand den Tieren näher zu kommen. Schon auf halben Weg versperrt uns das Meer das an die Küstenwänden klatscht den Weg. Von Land wäschst ein breiter Streifen dornigen Gestrüpps bis zur Abbruchkante. Von einem Museum nahe am Klippenrand würde ein Weg zu einem Beobachtungsbalkon über der Seelöwenkolonie führen. Doch ist dieses geschlossen und hoch umzäunt.

    Ein einzelner Seelöwe, abseits der Kolonie.

In sicherer Entfernung zur Straße sehen wir mehrere Gruppen Nandus. Die 1,3 – 1,4 m großen Vögel flüchten sobald man anhält.

 

Zurück am Strand geht Erwin schwimmen. Er sagt, das Wasser ist nicht kalt. Meine Füße im Wasser sagen was Anderes. Es ist sonnig, 27 °C, doch der Wind kühlt.

Immer wieder sehen wir Seehunde aus dem Wasser auftauchen, die hier nahe am Strand jagen.

12.Dezember 2018 Las Grutas

Die Straße führt durch die Reserva Provencial Caleta de los Lores. Papageienschwärme fliegen hoch, kreisen laut kreischend über uns. Nandus grasen in Gruppen, immer lauschend und fluchtbereit. Ein Fuchs kreuzt die Straße und verschwindet in den niedrigen Büschen. Nur die Landschildkröte bleibt stehen als wir sie genauer anschauen. Den Kopf zur Vorsicht halb eingezogen. Die Vegetation wird immer karger, die Küste flacht ab, bis uns nur noch Sand umgibt. Soweit das Auge reicht nur noch Sand, in unterschiedlich hohen Dünen angehäuft. Auch die Straße geht in eine Sandpiste über. Nur das Meer bietet mit türkis Tönen, die weiter entfernt in eine dunkelblaue Linie übergehen, farbliche Akzente. 100 km einsamer Sandstrand.

Sandpiste in der Wüste                           Ein Brunnen am Rande der Wüste

Bei Las Grutas treffen wir wieder auf die Route 3. Die Infrastruktur der Stadt ist auf Touristen eingestellt Es gibt mehrere Campingplätze, viele Hotels und weit über die Stadtgrenze verstreut unzählige Ferienhäuser. Im Zentrum jede Menge Restaurants, Bars, Uferpromenade und Läden, nichts fehlt; nur die Touristen sind noch nicht da. Ein geisterhafter Zustand, der wohl erst an Weihnachten mit Beginn der argentinischen Sommerferien zu Leben erwacht.

Gut für uns, so können wir ungestört außerhalb der Stadt am Strand stehen und übernachten.

 

13.Dezember 2018 Puerto Madryn 

Historische Berichte schreiben über die große Enttäuschung der ersten Siedler im Jahre 1865 beim Anblick der grau-braunen patagonischen Dornensteppe, die sich über zig-tausende Quadratkilometer ausdehnt. Auf der gut ausgebauten Ruta 3 fahren wir stundenlang geradeaus nach Süden. Selbst dieser karge, kaum fruchtbare Landstrich ist eingezäunt. Nur sehr vereinzelt sehen wir mal ein weidendes Rind. Heute leben die 70.000 Einwohner der Hafenstadt von den Arbeitsplätzen die das Aluminiumwerk bietet, vom Fischfang und vor allem vom Tourismus. Der Ort bietet sich als Ausgangspunkt zum Besuch des Nationalparks der Península Valdés an. Die Halbinsel ist berühmt für ein faszinierendes Tierleben. Für die Wale, die sich hier paaren, für die Seelöwen und See-Elefanten. Ein großes Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen, deren Reisende mit Busen in das Naturschutzgebiet Península Valdés  und zur Pinguin Kolonie im südlich gelegenen Reserva Provinicial Punta Tombo gefahren werden.Wir suchen uns am Strand einen Platz und warten das Gewitter ab, das sich zusammen braut und auch später über uns entlädt.

 

14./ 15. Dezember 2018 Península Valdés 

Die Wale sind bereit weiter gezogen. Nur noch einzelne Tiere wurden heute morgen von einem Whale Watching Schiff in einer Bucht im Golfo Nuevo gesichtet. Wir versuchen die Bucht vom Land aus zu erreichen. Vielleicht sind sie noch da. Wir finden die Zufahrt zu dem schmalen Sandsträßchen dorthin und stehen vor einem verschlossenen Gattern mit dem Schild GESPERRT. Einige Kilometer weiter folgen wir einer Sandpiste, ein Gatter davor lässt sich öffnen und es gibt auch kein Verbotsschild. Die Piste wird immer schmaler, bis sie nach ein paar km einfach endet. Wir gehen zu Fuß durch die niedrigen Dornenbüsche weiter, in der Ferne sehen wir die Bucht, aber keine Wale. Wir kehren um. Erwin wendet das Womo und dann passiert, was man gerne vermeiden möchte. Das hintere Rad gräbt sich tief in den Sand. Jetzt muss alles herhalten, was wir an Ausrüstung für den Fall dabei haben. Schaufel, Sandbleche und Hi-Jet… Nach 1 ½ Stunden schweißtreibender Arbeit haben wir uns endlich befreit.

Ein Gürteltier kommt kurz vorbei. Und Guanakos schauen uns aus sicherer Entfernung zu. 

 

 Nandu                                                         Tarantel (Vogelspinne)

 

Viper (Yarará Nata)                                   Meerschweinchen (Cuis Común)                                                          

Es ist später Nachmittag und Flut, wir fahren zum Punta Pirámide im Südosten der Halbinsel mit Blick in den Golfo Nuevo. Hier sind vor allem Seelöwen anzutreffen und zur richtigen Jahreszeit Wale. Zur Zeit ist absolute Low Season, es sind nur wenige Bullen mit Ihren Harem von 5-20 Weibchen vor Ort. Es ist keine Paarungszeit und so liegen die Tiere friedlich da, um sich von der Futtersuche auszuruhen. Eine Gruppe Rancher inspizieren die Wege und Absperrungen. Ich frage einen nach den saisonellen Populationen der Tiere. Wir sind gerade die einzigen Besucher und sie haben viel Zeit. Sie beantworten uns ausführlich alle Fragen und bevor wir wegfahren sollen wir noch im Büro vorbeikommen und ein Prospekt abholen. Sie trinken gerade Mate Tee als wir dort ankommen. Ich entschuldige mich, dass wir sie beim Teetrinken stören. Sie fragen ob wir Mate Tee mögen und als wir zugeben noch nie welchen getrunken zu haben, kriegen wir eine Tasse angeboten. … ich glaube man muss sich erst daran gewöhnen!

Seelöwin mit Baby                                   Seelöwe mit Harem

Beim Camping Municipal haben wir gerade unser Womo eingeparkt, als ein Pkw stoppt und der Fahrer fragt „Sagád bloß, sen ihr Schwóbá aus Áálà? Heike und Dieter machen 8 Wochen Urlaub von Ihrer Staudengärtnerei in Illertissen , sind mit Rucksack unterwegs und mieten immer wieder mal ein Auto. Sie bauen Ihr Zelt auf, dabei bricht eines der Plastik Verbindungsstellen, die das Zeltgerüst hält. Erwin sägt ein Stück einer Wurzel ab, bohrt Löcher rein und mit vereinten Kräften fixieren die Männer die Zeltstäbe im neuen Verbindungsteil.

 

Wer zusammen schafft, soll auch zusammen essen und trinken! Ich frag die Beiden ob Sie Kutteln mit Kartoffeln zum Abendessen möchten. Erst denken Sie ich will sie veräppeln. Doch dann sitzen wir schon bald, bei sauren Kutteln und Bratkartoffeln, mit guten Gesprächen zusammen in unserem Womo. 

Das Naturreservat der Halbinsel Valdés umfasst 3625 km². Eine Wüsten-/ Steppenvegetation mit drei Salzseen im Zentrum. Die Salina Grande liegt 35 m unter dem Meeresspiegel und ist einer der tiefsten Punkte in Südamerika.

Salina Grande

Zur Beobachtung der Meerestiere sind Aussichtspunkte eingerichtet die mit Ranchern besetzt sind, die gerne Auskunft geben. Die Punta Norte, wo Seelöwen und See-Elefanten leben und vor der Küste Orca-Wale, Caleta Valdés (See-Elefanten) und 6 km nördlich Magellan Pinguine. Vom Aussichtspunkte nahe dem Städtchen Puerto Pirámides geht der Blick in den Golfo Nuevo. Hier treffen sich zwischen Mitte Juni und Anfang Dezember die bis zu 16 Meter langen und 54 Tonnen schweren Bartenwale. Vor allem zur Paarungszeit (September/ Oktober) befindet sich hier die größte Population.

 Magellan Pinguine                                 Mutter mit Baby Pinguin

 

16. Dezember 2018

Wir verabschieden uns von Dieter und Heike. Vor dem Wasserhahn bei der Ausfahrt stehen weitere Outlander mit Ihren Wohnmobilen. (2 Brasilianische, 1 Argentinisches, 1 Deutsches). Die Verständigung geht in mehreren Sprachen munter durcheinander. Besonders Ralf, der aus dem brasilianischen Blumenau kommt, perfekt portugiesisch, deutsch, spanisch und englisch spricht, ist als Dolmetscher gefragt. Es wird Mittag bis wir uns zur Weiterfahrt mit herzlichen Umarmungen trennen. Buen Viaje. Hasta luego!

Der Himmel zieht zu, es regnet. Wir fahren auf der Ruta 1 die Küste entlang. Füllen in Puerto Madry unsere Lebensmittelvorräte auf und bleiben auf der Ruta 1 nach Süden. Die Schotter Wellblechpiste ist bei Regen noch unangenehmer zu fahren. Die Steppe mit ihrer ewig gleichen niedrigen grau-braunen Buschvegetation langweilig, erreichen wir endlich am Abend unser Ziel, ein Küstenabschnitt in der Nähe von Espinosa, wo eine See-Elefanten Kolonie leben soll. Die Tiere sind auch hier jahreszeitlich bedingt bereits weitergezogen. Es sind nur noch ein paar wenige da, die wir ganz Nahe vom Womo aus beobachten können.

 

17. Dezember 2018 Comodoro Rivadavia 

Die Wolken von gestern haben sich restlos aufgelöst. Trotz blauen Himmel hat es nur 15 °C, es weht ein kräftiger kalter Wind. Die See-Elefanten sind noch da. Drei junge Männchen üben sich im Spiel für den späteren Kampf mit einem Bullen um einen Harem zu übernehmen. Jetzt sieht es niedlich aus, bei späteren Kämpfen geht es brutal und blutig zu.

Junge See-Elefanden Bullen beim Spiel.

Wir haben genug von Schotter Wellblechpisten. Wir nehmen den kürzesten ca. 30 km langen Weg zur asphaltierten Ruta 3. Wieder stundenlang die ewig eintönige Wüste. Nur Guanakos die sich immer wieder zeigen, bieten eine Abwechslung. Kurz nach Comodoro Rivadavia im Camping Municipal des Städtchen Rada Tilly bleiben wir für heute.

Ein Fuchs streift früh morgens durch den Campingplatz.

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Eine vom Volk ernannte Heilige ist die Difunta Correa. Eine junge Frau aus Feuerland die mit Ihrem neugeborenen Kind ihrem Mann folgte der zwangsweise in einen blutigen Krieg eingezogen wurde. Sie verdurstete unterwegs, nur Ihr Baby wurde Tage später an Ihrer Brust säugend lebend gefunden.

http://www.info-box24.de/argentinien/difunta-correa.php

Unzählige Altare entlang der Straßen zeigen von Ihrer Popularität. 

                         

Altar zu Ehren der Difunta Correa entlang der Ruta 3      Gaucho Antonio Gil (Robin Hood Argentiniens)

 

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18. Dezember 2018 Puerto San Julián

Von Comodoro Rivadavia nach Süden erstrecken sich viele Kilometer verstreut Erdölförderpumpen. 1901 wurde auf der Suche nach trinkbaren Grundwasser Öl gefunden. Heute wird hier etwas 30 Prozent des argentinischen Öls gefordert.

Gut 100 km läuft die Straße an der Küste des Golfo San Jorge. Eine willkommene Abwechslung zum trüben grau-braun der Wüste. Bis Puerto San Julián sind es weitere ca. 400 km durch die Wüste. Außer den immer begleitenden Zäunen ist kaum ein Anzeichen menschlicher Behausungen zu sehen. Wir befinden uns in Santa Cruz der zweitgrößten und am dünnsten besiedelten Provinz Argentiniens. Auf 243.943 km² (Fläche der alten BRD), leben gerade einmal 273.000 Menschen.

Etwa 40 km vor Puerto San Julián nähert sich die Straße einer Steilküste. Wir biegen in ein Schotterstraße ab, die entlang der Klippen führt. In den unzugänglichen Einbuchtungen haben sich Seelöwen angesiedelt.

Seelöwenbulle mit Harem

Ohje! Etwas scheppert unterm Womo. Erwin schaut nach. Der Stabilisator Gummipuffer hat sich gelöst. Wir haben zwar kein passendes Ersatzteil, aber ein Metallschlauchband muss hier Dienste leisten.

 

19. Dezember Puerto Santa Cruz

In der Frühe verlassen wir unseren Stellplatz oberhalb der Klippen und gehen in Puerto San Julián einkaufen. Doch mit Bedacht! Um ins argentinische Ushuaia zu kommen, muss man ein Stück durch Chile fahren. Reisende erzählen oft, dass an den chilenischen Grenzen die Lebensmittelkontrollen besonders streng sind.

Die Dornensteppe bleibt weiterhin unser Begleiter. Weit verstreut können wir ein paar Schafe ausmachen und sehen einen Gaucho der auf dem Pferd mit Hunden unterwegs ist. Bei Puerto Santa Cruz züngelt das Meer weit ins Land um den Rio Chico, Rio Shehen o Chalia und Rio Santa Cruz aufzunehmen. Die hier ihr milchig trübes, eiskaltes Gletscherwasser von den weit im Westen liegenden südlichen Andengletschern ins Meer ergießen. In dem großflächigen Delta haben sich Inseln wie grüne Oasen gebildet, im puren Kontrast zur umliegenden trockenen Landschaft. In der Stadt mit unserem Womo am Straßenrand stehend, beratschlagen wir gerade, wo wir heute übernachten, als ein Wohnmobil mit argentinischen Kennzeichen vor uns stoppt. Garciela und Claudio sind von hier. Als sie mitkriegen, dass wir einen Stellplatz für die Nacht suchen, fahren sie uns voraus und bringen uns zur Isla Pavon gleich außerhalb der Stadt. Nach der kargen, farblosen Vegetation der letzten Tage, erscheint uns die Insel mit den grünen Wiesen, Bäumen und Blumen wie der Garten Eden. Nach einer Inselrundfahrt mit Stopps, bringen sie uns zu einem Parkplatz am Rande eines Campingspatzes. Hier zu übernachten halten wir zwar für keine gute Idee, doch sie sind von Beruf Polizisten und versichern uns, dass es hier kein Problem sei. No, no problema!!

Garciela und Claudio auf der Isla Pavon

Nach Mitternacht klopft jemand. Ich wache auf, sehe eine Mann vor dem Womo stehen und wecke Erwin. Der Fremde fragt nach unseren Pässen. Wir vermuten, dass er ein Mitarbeiter des Campingspatzes ist, doch niemals würden wir unsere Pässe irgendjemanden, schon gar nicht mitten in der Nacht geben. Wir fahren weg, doch nach wenigen hundert Metern werden wir von einer Schranke und einem weiteren Mann aufgehalten, der Mann von vorhin kommt dazu. Wir versuchen zu erklären, dass wir von Polizisten zu dem Parkplatz geführt wurden, doch sie verstehen nur Polizei und rufen diese per Telefon. Keine 5 Minuten später kommt ein Polizist zu Fuß. Er notiert unsere Namen und Passnummern. Als wir seine Frage ob wir auf den Campingplatz zurückwollen verneinen, lässt er die Schranke öffnen. „Vertreibung aus dem Paradies“ ;-)

 

20 Dezember 2018 Rio Gallegos

Von Norden 6 km vor dem Parkeingang des Parque Nacional Monte León ist das kleine Informationsbüro. Daneben, das großes Gebäude mit Ausstellungsräumen, das ehemalige Headquarter ist geschlossen.

Der Park wurde 2004 eröffnet, umfasst 68169 ha, dabei 40 km Küstenlinie. Neben einer Pinguin- und Seelöwenkolonie, gibt es besonders schöne Felsformationen entlang der Küste.

Ursprünglich waren entlang der Parkstraße Aussichtspunkte, Wanderwege, eine Höhle, ein Strand, und ein Campingplatz mit Cofee Shop zu erreichen. Seit längerer Zeit ist nur noch die Straße im vorderen Teil des Parks bis zum Parkplatz als Start des Wanderwegs zur Pinguinkolonie befahrbar. Alles andere ist gesperrt, der Campingplatz geschlossen. Wir und ein chilenisches Paar sind die einzigen Besucher. Trotzdem befinden sich 5 Ranger im Informationsbüro. Wir rätseln über dessen Aufgaben. Vielleicht wäre es sinnvoller mindestens 3 von ihnen mit Bauarbeiter zur Instandsetzung des Parks zu ersetzten.

Bis zum Wanderparkplatz fahren wir 15 km auf der schmalen erdigen Parkstraße. Ein 2,5 km langer Pfad führt ans Meer zur Pinguinkolonie. Nach 17 Uhr soll der Pfad wegen der Pumas nicht mehr benutzt werden. Schilder belehren das Verhalten, falls man einem begegnet. Erwin findet das Schade, mal einem Puma in Freiheit zu begegnen wäre doch was. Immerhin sehen wir Fußabdrücke der Katzen. Einzelne Pflanzen entlang des Weges sind beschildert. Würzige Düfte nach Kräutern begleiten uns. Wir sind erstaunt über die Vielfalt der Vegetation, die hier nicht durch Überweidung zerstört ist. Vielfältige Buscharten, Gräser und Sukkulenten in großen Polstern zusammen mit unzähligen kleinen Blüten in den verschiedensten Formen und Farben. Bevor der Weg auf einer Aussichtsplattform oberhalb des Meeres endet, führt er durch die weit ausgedehnten Nistplätze der Pinguine. Schmal mit Drahtseilen abgegrenzt um die Tiere nicht zu stören. Vom Aussichtspunkt geht die Sicht über die gesamte Kolonie. Viele der Pinguine sind in Bewegung, vom Meer zu den Nistplätzen und zurück. Immer wieder hören wir das eselartige Schreien eines Pinguins. Durstig kommen wir zum Womo zurück. Bei 28° C sind wir ins Schwitzen gekommen.

Vegetation im Nationalpark                     Pinguin mit Jungen 

Die Ruta 3 wird ab Ihrem Start in Buenos Aires in ihrem Verlauf bis Ushuaia in km markiert. Weiter nach Süden passieren wir die Zahl 2500.

26 km vor Rio Gallegos fließt der gleichnamige Fluss ins Meer. Aus dem Westen den Gletschergebieten der Anden kommend ist er auch entsprechend kalt. Entlang seiner Ufer zieht sich ein grünes Band. Auf einer Wiese am Flussufer finden wir unter Bäumen einen geschützten Platz. Der Wind pfeift kalt, den Bäumen ist die vorherrschende Windrichtung deutlich anzusehen. Im Wasser tummeln sich Vögel, Enten und Gänse. Das Gras ist grün (!) mit schönen Wiesenblumen. Am Abend geht die Sonne mit schönen Rotreflexen unter.

 

21. Dezember 2018 Cerro Sombrero/ Chile

Der Wind hat sich in der Nacht beruhigt. Legt aber im Laufe des Vormittags wieder kräftig zu. Die Tagestemperatur liegt heute bei knapp 20°C. Fühlt sich jedoch viel kühler an.

Rio Gallegos die Hauptstadt der Provinz Santa Cruz ist mit ~ 120.000 Einwohnungen für hiesige Verhältnisse eine Großstadt. Sie dient als Versorgungszentrum der weit verstreuten Schaf Estanzias, sowie der Minen bei Rio Turbio. Über den Hafen wird Wolle verschifft. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt als wichtigster Marinestützpunkt während des Falklan/ Malvinen-Krieges. Auffallend große Militäranlagen säumen die Zufahrtsstraßen. Die Stadt liegt zwar schön am Rio Gallegos hat aber touristisch wenig zu bieten.

Bevor wir die letzten 10 km zur chilenischen Grenze fahren, biegen wir zur Laguna Azul ab. Ein Kratersee der sich in der vulkanischen Landschaft gebildet hat. Es ist bewölkt der See ist sehr schön, aber leider nicht ganz so blau wie der Name verspricht. Entlang des Kraterrandes kämpfen wir gegen den Wind. Ein Trampelpfad führt uns hinunter zum See, wo es angenehm windstill ist.

Kratersee Laguna Azul

Die argentinisch/ chilenische Grenze bei Monte Aymond ist top organisiert. Man stellt das Auto auf dem Parkplatz ab und geht ins Immigrationsgebäude. Vier Stationen muss man durchlaufen, die deutlich mit den Nummern 1-4 gekennzeichnet sind. Schalter 1: Ausweiskontrolle, Erfassung der Personendaten,man kriegt ein paar Zettel und wird weiter in den nächsten Raum zu Schalter 2 – 4 geschickt. An einem Tisch liegen Zettel zum Ausfüllen mit Fragen wie ob man etwas einführt. Schalter 2: Ausfuhr des Fahrzeug aus Argentinien, dazu muss die Einfuhrgenehmigung der letzten Grenze abgegeben werden. Schalter 3: Temporäre Einfuhrgenehmigung des Fahrzeugs nach Chile. Schalter 4: Deklaration einzuführender Lebensmittel. Dabei ist es ratsam auf dem Formular diese Frage mit ja zu beantworten. Auch wenn man der Meinung ist keine entsprechenden Lebensmittel dabei zu haben. (Gemüse, Früchte, Fleisch und Fleischprodukte). Die Gesetze sind dabei undurchsichtig. Manchmal gehören auch Körner, Samen, Hülsenfrüchte dazu. Bei ja, kommt der Kontrolleur bei der Ausfahrt ins Fahrzeug und schaut alles durch. Was nicht passt nimmt er problemlos mit. Bei einer Falscherklärung droht Ärger und Geldstrafe. Dieses Mal müssen wir unsere Salami opfern!Dann sind wir in Tierra del Fuego (Feuerland).Kein Auto kommt uns entgegen, dann 10 km vor der Einfahrt zur Magellan Wasserstraße die nur mit der Fähre überquert werden kann, schlangenweise Fahrzeuge. Erwin sagt die Fähre ist angekommen und gibt Gas. Wir kommen an und sind 10 Minuten später auf der Fähre.

Fähre über die Zufahrt der Megallan Wasserstraße

In Cerro Sombrero bleiben wir übernacht. Der kleine Ort hat ein großes Informationsbüro mit kostenlosen heißen Duschen und Wifi. Camper und Zelte sind herzlich willkommen! Wir lernen Sepp und Monika aus Weiden kennen, die 2015 in Halifax gestartet sind. Bei einem Glas Wein sitzen wir gemütlich in ihrem Womo.

22./23. Dezember 2018 Ushuaia

Ushuaia ist der Ausgangspunkt zum Parque Nacional Tierra del Fuego. Die Stadt liegt im süd-östlichen Teil Feuerlands, was zu Argentinien gehört. Die Abwicklung an der Grenze verläuft wie gehabt. Ausreise Chile; 1. Passkontrolle 2. Temporäre Einfuhrgenehmigung fürs Womo abgeben.

Einreise Argentinien; 3. Passkontrolle 4. Temporäre Einfuhrgenehmigung fürs Womo ausstellen lassen. 5. Mit dem kleinen abgestempelten (!!) Zettel zur Final Control fahren und abgeben. Keine Lebensmittelkontrolle. Etwas ungewöhnlich ist, dass die beiden Grenzstationen mehrere Kilometer auseinander liegen.

Je weiter wir nach Süden fahren, umso bergiger wird das Land. Durchzogen von Flüssen und Seen, leuchten die Täler in sattem grün. Wir sind überrascht auch viel Wald vorzufinden. Der Nieselregen hat strahlendem Sonnenschein Platz gemacht. Die Temperatur steigt auf 19° C, doch fühlt es sich durch den starken Wind deutlich kühler an.

Antarktische Südbuche (Fagaceae)

Die vorherrschende Baumart ist die Antarktische Südbuche, mit einer Höhe von bis 15 m. Man sieht die unterschiedlichsten Ausformen, je nach dem wie stark Wind und Wetter einwirken. Weiße Flechten hängen wie lange Bärte an den Zweigen, selbst die Stämme sind weiß marmoriert.

   

Landschaft auf dem Weg nach Ushuaia     Hacienda unterwegs

Übernachtungsplatz kurz vor Ushuaia

 

24 Dezember 2018 Ushuaia

Feliz Navidad a nosotros amigos.

Wir stehen am Hafen in Ushuaia. Gerade versuchen wir mit whatsup Kontakt mit Heike und Dieter aufzunehmen. Falls es geklappt hat, sind sie gestern Ábend mit dem Bus angekommen. Da klopft es am Womofenster und die Beiden stehen vor uns. Wir gehen zusammen ins Ramos Generales, ein ehemaliger Gemischtwarenladen, jetzt eine interessante Mischung aus Restaurant, Bar, Bäckerei und Museum. Zufällig kommen wir mit dem Inhaber und dessen Neffe ins Gespräch und erfahren vieles über die Renovierug des Gebäudes und Erklärungen zu einzelnen der zahlreichen Exponaten.

Im Ramos Generales.

Wir suchen nach einem Restaurant um zusammen den Heiligen Abend zu feiern. Entweder ist heute geschlossen oder nur auf Vorbestellung. Dann kochen wir uns das Weihnachtsessen im Womo, Steak, Bratkartoffeln und Salat. Direkt am Hafen haben wir eine schöne Aussicht auf das Meer. Es sind kaum Leute unterwegs, um uns ist es ruhig, bis kurz nach Mitternacht ein Kreuzfahrtschiff mit lautem Trönnen des Schiffshorn einläuft und Feuerwerkskörper abschießt. 

Am Hafen von Ushuaia

 

25 - 27. Dezember 2018 Parque Nacional Tierra del Fuego

 

Die Landschaft im Nationalpark Feuerlands gestaltet sich aus kalten Regenwälder, schroffen Klippen an den Seen und Fjorden und Gletschern auf den Bergen ringsum. Die Ruta 3 führt durch den Park und endet mit 3079 km seit Buenos Aires in Bahia Lapataia nahe der chilenischen Grenze. Durch die Nähe zu Ushuaia mit entsprechender touristischer Infrastruktur ist der Park sehr stark mit Tagesbesuchern frequentiert. Viele Pkws, kleinere Tourenbusse und große Reisebusse stauben über die nicht asphaltierten Straßen. Spucken ihre Fahrgäste an den Aussichtsplätzen aus, um sie bald darauf wieder einzusammeln und zum Nächsten zu bringen. Die vier Zeltplätze im Park sind kaum belegt und auch auf den Wanderwegen hält sich der Ansturm in Grenzen. Heike und Dieter begleiten uns. Auf den gemeinsamen Wanderungen können viel von ihrem gärtnerischen Wissen lernen. Die Wanderung zum Cerro Guanaco ist eine Herausforderung. Der Gipfel ist zwar nur auf 973 m und die Wegstrecke 4 km. Aber der Start ist bei 0 m NN, dann sind es eben auch 973 Höhenmeter auf 4 km. Ein mit Pflöcken mehr oder weniger gut markierter Trampelpfad führt auf kürzester Strecke immer steil bergauf. Nach der Baumgrenze geht es durch ein Stück Moor, wo bei jedem Schritt die Gefahr besteht knöcheltief einzusinken. Auf Wurzeln balancierend versucht man sich trockenes Fußes durchzukämpfen. Immer wieder hört man jemanden schimpfen der einsinkt. Wäre vielleicht eine gute Idee dieses Stück mit Stegen zu befestigen, würde auch nicht jeder Wanderer die Moorpflanzen zertreten und bei einem Parkeintritt von € 12 pro Person durchaus machbar, doch die argentinischen Hirne ticken wohl anders. Ebenso steil geht es natürlich auch wieder zurück. Wir werden mit tollen Aussichten aber sicher auch mit einem erbärmlichen Muskelkater belohnt.

Zurück in Ushuaia liegen 3 Kreuzfahrschiffe im Hafen!

 

 

28 – 29. Dezember 2018 Estancias Haberton und Moat

 

Auf der Ruta 3, 40 km nach Ushuaia biegen wir rechts ab. Auf einer staubigen, breiten Schotterstraße durch den Wald, treffen wir bei der Estancia Haberton auf den Canal Beagle. Haberton ist die älteste Estancia Feuerlands. Die landwirtschaftliche Produktion steht heute im Hintergrund. Die Estancia hat sich dem Tourismus zugewandt, ist mit Museum, Restaurant, Übernachtung und touristischen Angeboten nicht nur für Individualreisende, sondern auch für große Reiseanbieter eingerichtet. Die weiteren 50 km führen dicht am Canal entlang, bieten auf der einen Seite tolle Ausblicke aufs Meer und auf der Anderen auf vom Wind schräg geneigt wachsende Wälder. Wie in ganz Feuerland sind auch hier die durch Biber verursachte Schäden deutlich sichtbar. In den 1940er wurden wenige Tiere zur Pelzzucht von Kanada eingeführt. Zwischenzeitlich verwildert haben sie sich mangels natürlicher Feinde zur Plage vermehrt. Kaum sind wir an unserem Übernachtungsplatz angekommen, als ein Graufuchs keine 10 Meter entfernt auftaucht. Er schaut uns an und geht in aller Ruhe seinen Weg. 

 

 

Am Canal Beagle 

Biber neben der Straße

Übernachtungsplatz

 

Wanderung zu einem kleinen Fluß der eine Schlucht durchs Gestein gegraben hat und in Kaskaden abfällt.  

 

30 – 31.Dezember 2018 Tolhuin, Rio Grande und Argentinische Grenze Bella Vista

 

Auf der Ruta 3 nach Nord-Westen fahren wir entlang des Lago Fagnano nach Tolhuin. Heike und Dieter begleiten uns noch ein paar Tage. Um die Mittagszeit kommen wir in Tolhuin an. In einer Parrillada (Grillrestaurant) sehen wir dass ein Asado zubereitet wird und beschließen diese argentinische Spezialität zu testen.

 

Um von Tolhuin mit einem Fahrzeug in den chilenischen Teil Feuerlands zu kommen, bleibt nur die Möglichkeit nach Norden über Rio Grande zu fahren. Von dort, über die nicht asphaltierte Ruta 8 nach Westen gibt es einen kleinen Grenzübergang mit dem viel versprechenden Namen Bella Vista. Bei der Einreise nach Chile wird uns wieder diese leidliche Lebensmittelkontrolle bevorstehen. Unser Plan ist, vorher zu übernachten und als Silvestermenü alle Lebensmittel die nicht eingeführt werden dürfen zu verkochen. Allerdings nehmen die Zäune beiderseits der Straße kein Ende, um einen Stell- und Zeltplatz zu finden, bis wir bei der argentinischen Grenze vor dem Schlagbaum stehen. Daneben ist eine Wiese an einem kleinen Fluss, genau der Platz wonach wir suchen und es ist auch schon Abend. Um Erlaubnis fragen kann man ja mal! Der junge Uniformierte kann es nicht beantworten und sein Chef ist mit dem Quad unterwegs auf Grenzpatrouille. Nach einer Weile kommen zwei Quads angefahren, eines hält an, nur leider der Chef fährt weiter. Irgendwann kommt auch dieser zurück, begrüßt uns mit Handschlag, entscheidet mit Si claro und zeigt Heike und Dieter einen windgeschützten Platz für ihr Zelt. Es gibt keinen weiteren Grenzverkehr und die drei Autos die vollbesetzt anrollen, verschwinden hinter den Häusern, woher wir später Stimmen und leise Musik, vermutlich einer Silvesterfeier hören.

Argentinische Grenze Bella Vista

Felíz Ano Nuevo!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare (6)

Start der Reise 6 Nov. 2018

  Kann man da mit?

Wir Rita (57) und Erwin (59) reisen gerne. Mit unserem Blog laden wir Freunde, Bekannte und Interessierte ein, uns in Gedanken und auch gerne mit Kommentaren zu begleiten. 

Der Plan ist unser Womo mit einem Frachtschiff nach Südamerika zu verschiffen. Wir werden als Passagiere mit fahren.

Abfahrt: 06.11.18 Hamburg

Ankunft: 03.12.18 Montevideo

Route: Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Kapverden, Brasilien, Uruquay.

Häfen: Hamburg, Le Havre, Viego (Spanien), Dakar (Senegal),Vitoria (Brasilien), Rio de Janeiro, Santos, Paranagua,  Montevideo (Uruquay).

Name und Daten des Schiffes: Grande Nigeria Ro-Ro Cargo Ship

www.vesseltracking.net/ship/grande-nigeria-9246580

 

Reisedauer: bis ca. März 2019

Die Zeit der Überfahrt wollen wir nutzen um die Reise Route zu planen. 

 

 Grande Nigeria 

 

Reisetagebuch

 

Mit dem Schiff von Hamburg nach Montevideo

 

05/ 06.Nov. 2018

Auf dem großen Parkplatz des Hafenbüros am O´swaldkai in Hamburg verbringen wir eine ruhige Nacht.

Morgens stehen wir pünktlich um 11 Uhr am Schalter. Die Passagierliste der Grande Nigeria liegt dort schon bereit. Die Daten unserer Reisepässe und unser Kfz Kennzeichen werden in einen PC getippt. Eine kurze Unterweisung zum Fahren innerhalb des Zollbereiches. Erwin als Fahrer muss unterschreiben. Wir erhalten einen Passierschein mit einem Strichcode und können damit durch die Schranke in den Zollbereich. Gleich nach der Schranke müssen wir auf ein Fahrzeug warten, welches uns zusammen mit einem weiteren Wohnmobil zum Schiff vorausfährt.

Dort angekommen, müssen wir unsere Reisepässe, Impfpässe (Nachweis der Gelbfieberimpfung) und das Ticket abgeben. Dem Anweiser folgend, fahren wir mit dem Womo in den Bauch des Schiffes. Nachdem wir eingeparkt haben, steht auch schon ein Crewmitglied bereit, der uns in unsere Kabine bringt. Und um 12 Uhr gibt es dann auch gleich Mittagessen.

Wir wären soweit, das Schiff könnte auslaufen. Doch vorher werden noch weitere Container verladen. Geschätzt mindestens 200 Stück. Gegen Mitternacht legt das Schiff ab.

Grande Nigeria 

Küche

 

07./08. Nov. 2018

Vorbei an den Niederlanden und Belgien erreichen wir am Donnerstag Abend den Hafen in Le Havre in Frankreich. Das Schiff fährt je nach Windstärke und Strömung zwischen 20 und 30 km/ Stunde. Vor der Einfahrt in den Hafen kommt ein Lotse an Bord. Schlepperboote leiten die Grande Nigeria erst in die Schleuse, danach an den Kai. Während der Nacht beginnen bereits die Verladearbeiten.

Es sind 30 Crewmitglieder und 10 Passagiere an Board. Mit uns fahren, 1 deutsches Paar, 1 französisches Paar, 1 schweiz/ brasilianisches Paar, 1 Brite und 1 Schweizer.

Der 1. Stuart zeigt uns die Sicherheitseinrichtungen, die Rettungsboote und den Sammelplatz für den Ernstfall.

Rettungsboot und eines der kleinen Schlepperboote

 

Der Kapitän ist sehr freundlich und man darf auch auf die Brücke. Er ging bereits in Dakar an Bord um seinen Vorgänger abzulösen. Der letzte Kapitän hatte wohl ein Problem mit Deutschen und Frauen. Es wird erzählt, dass er dies auch sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

 

09.Nov. 2018

Den ganzen Tag wird weitere Fracht eingeladen. Noch mehr Container aufgestapelt. Mehrere Decks werden gefüllt mit neuen Autos. Auch ein Ein Holzvollernter und mehrere Straßenbahnwaggon werden in den Laderaum gezogen. Dann kommen noch ältere Autos, Lkws und Busse dazu.

Wir haben den Verdacht, dass wir doch Dakar anlaufen. Und kriegen dies auch bestätigt.

Gegen 16 Uhr laufen wir aus. Mit Lotse und Schlepperboote wieder durch die Schleuse. Die Prozedur dauert gut 2 Stunden.

Fracht am Hafen von Le Havre

 

10./ 11.Nov. 2018

Auf See. Der nächste Hafen wird Vigo in Spanien sein. Geplante Ankunft ca. um Mitternacht.

Beim durchqueren der Biskaya, hatten wir ungewöhnlich ruhigen Seegang. Einige Crewmitglieder meinten dies in dieser Gegend noch nie so erlebt zu haben.

Zum Frühstück um 7.30 Uhr, Mittagessen um 11 Uhr und Abendessen um 18 Uhr ist es ratsam pünktlich zu erscheinen. Die Speisen werden nicht nochmals aufgewärmt und genau nach 1 Stunde sollen die Passagiere den Speisesaal verlassen, um für den Kapitän und seiner höhergestellten Crewmitglieder Platz zu machen.

Gekocht wird italienisch. Vegetarier hätten ein Problem.

 

Erwin und Heijo (deutscher Passagier) werden vom Koch und Hilfskoch zum Tischfußball Deutschland gegen Italien herausgefordert. Nur ein Spiel... !? Bloß gut dass die Italiener 9:10 gewonnen haben. Mit dem Koch will man es doch nicht verscherzen. ;-)

 

12. Nov. 2018 Vigo Spanien

 

Noch vor Sonnenaufgang sind wir in Vigo eingelaufen.

Wir Passagiere freuen uns auf einen Landgang, was jedoch erst nach einigem hin und her vom Kapitän erlaubt wurde. Es wird uns eindringlich eingeschärft pünktlich zurück zu sein! Mit einer Kopie unserer Reisepässe ausgestattet, laufen wir quer über die weitläufigen Parkflächen des Zollbereich. Die Kontrolleure an der Ausgangsschranke wissen wohl schon Bescheid und winken uns durch.

Am Kai nahe der Altstadt liegt ein Kreuzfahrtschiff die Port Elisabeth.

Als wir am späten Nachmittag zurückkommen, sind die Verladearbeiten noch bis tief in die Nacht im Gange. Mit weit über 200 000 Tonen Fracht laufen wir erst nach Mitternacht aus.

 

13. - 18. Nov. 2018 auf See

„Langsam Reisen“ Ist der Name einer Reiseagentur, bei der einer der Passagiere gebucht hat.

Genau das tun wir. Träge bewegt sich das große Schiff mit ~ 25 km/h vorwärts. Begleitet vom immerwährenden dumpfen Geräusch der Ventilatoren. Nahe an der Reling stehend ist das Plätschern der sehr ruhigen See zu hören. Ringsum Wasser, ab und zu sind in der Ferne einzelne Schiffe zu sehen. Der geduldige Beobachter (Erwin) sieht immer wieder Delfinschwärme auf der Jagd oder kleine Gruppen mit wenigen Tieren. In den Morgenstunden leicht trüb, kommt die Sonne bald durch und täglich wird es wärmer. Die Natur bietet uns herrliche Sonnenuntergänge.

 

Die Passagiere werden vom 1. Ingenieur durch die Maschinen- und Werkstatträume geführt, die sich im 3. Deck befinden. Bereits bei der ersten Frage, stellt er klar, dass er das Wissen seines 9jährigen Studiums nicht in einer halben Stunde erklären kann. Wie? ?... eigentlich hatte wir schon erwartet im Anschluss an die Führung ein Ingenieursdiplom zu kriegen. :-) ;-)

Bild recht. 1 Ingenieur

Maschinenraum und Werkstatt

Doch dann müht er sich freundlich und redlich. Die Größe und Kraft der Maschinen und technischen Anlagen sind beeindruckend. Bei Erwin blieb sicher mehr technisches Wissen hängen als bei mir. Im Wesentlich habe ich mir gemerkt, dass das Schiff kontinuierlich mit knapp 2/3 der möglicher Geschwindigkeit fährt. Eco Speed um Maschine und Treibstoff zu sparen. Der Verbrauch dann bei 40 to Rohöl pro 24 Stunden beträgt.

Täglich sind irgendwelche Reparaturen und Renovierungsarbeiten im Gange. Fenster werden entrostet und gestrichen.

Schon in LeHavre haben 2 Crewmitglieder das Schiff verlassen. Einer um zu heiraten. Der Andereist an Malaria erkrankt und muss in ärztliche Behandlung. Auf Anweisung der Reederei wird für die Mannschaft und die Passagiere, der Schiffe die Dakar anlaufen, eine Malaria Profilaxe angeboten. Mit Unterschrift wird dokumentiert wer das Angebot nutzt oder ablehnt.

Der Frachthafen von Dakar bietet oft nicht genügende Liegeplätze. Oft müssen die Schiffe weit davor ankern und Tage warten. Befürchtet wird dabei die Gefahr von Piraterie. Wir können voraussichtlich am Sonntag früh die Einfahrt passieren. Den zweiten Abend davor werden die Motoren abgestellt. Das erste mal seit wir unterwegs sind, wird angeordnet sämtliche Außentüren zu verriegeln. Erst am Morgen wird wieder Fahrt aufgenommen. Bevor unser Schiff anlegen darf, müssen wir noch gut 1 Stunden ankern. Ein Lotse wird an Bord gebracht und dirigiert durch die enge Hafeneinfahrt.

 

  1. Nov. 2018 Dakar Senegal

Vor der Hafeneinfahrt, weit verstreut ins Meer hinein ankern Frachtschiffe. Grob gezählt kommen wir auf 20. Zahlreiche kleine Fischerboote fahren kreuz und quer dazwischen.

 

In den europäischen Häfen waren nur wenige Ladearbeiter beschäftigt. Hier wimmelt es vor Leuten. Zum Andocken es Schiffes wurden dort 1 max. 2 Personen nötig, hier sind es 8 Arbeiter. 

Zum Entladen der fahrbaren Ladung stehen die Arbeiter Schlange. Jeder muss sich ausweisen und wird in einer Liste abgehackt.

Wir Passagiere freuen uns auf einen Landgang und möchten nach dem Frühstück gleich los. Doch das wird noch Stunden dauern. Erst muss der Security Check des Schiffes und die Zollformalitäten der Ladung durch die Senegalesischen Behörden abgeschlossen sein. Zöllner sind auf dem gesamten Schiff unterwegs. Ein Zöllner spricht uns auf dem Flur an und kommt schnell zu der Frage, ob wir französische Bücher übrig haben. Können wir nicht dienen! Als sie das Schiff verlassen hat jeder ein mit schwarzer Folie umwickeltes Päckchen in der Hand. Bücher... oder …?

 

Unser Womo steht auf Deck 6. Dort sind ca. 1 Stunde Verladearbeiten in Gange. Danach wird es vergittert. Ein Zugang von außer ist nicht mehr möglich. Erwin schaut nach. Alles in Ordnung!

… und unsere Genehmigung zum Landgang dauert... ! Erst gegen 13 Uhr scheint es zu klappen. Wir erhalten wieder eine Fotokopie unserer Reisepässe, fahren mit dem Aufzug nach unten, am Schiffsausgang wird auf einer Liste abgehackt und …. werden von der Hafen Security vor Verlassen des Schiffes wegen nicht vorschriftsmäßiger Sicherheitskleidung aufgehalten.

  Kapitän, Passagier, Security

Wir müssen Helme und Warnwesten tragen. Einer der Crew sammelt die einzelnen Helme aus den Passagierkabinen und holt Westen. Wir warten ….

Der Security Mann geht voraus, Wir folgen ihm in Entenanordnung. Die Fußgängerwege sind schmal und streng abgesperrt. Schon kleine Abweichungen werden nicht geduldet. Nach einem Drehtor stehen wir vor einem Containerbüro. So nur noch unsere Passkopien zeigen und weiter... denken wir! Doch wo ist die Liste die jetzt eingefordert wird? Der Security Mitarbeiter geht zum Schiff zurück, die dort erst gedruckt werden muss. Wir warten, es ist schwül heiß ....

 

… er kommt mit der Liste, wir werden durchgezählt und dürfen das Zollgelände verlassen.

Ein kurze Strecke entfernt trennt uns noch eine Polizeikontrollstation von der öffentlichen Straße.

Was kommt jetzt? … doch die winken uns einfach durch.

Ein kurzes Stück der Hafenstraße entlang, nutzen einige unserer Mitreisenden in einem Casino die Möglichkeit zum Geld wechseln. Kaum Verkehr auf den Straßen, die meisten Geschäfte haben geschlossen, wenige Menschen sind unterwegs. Es ist Sonntag Nachmittag! Auf dem Markt wird aufgeräumt. Nur noch wenige Fisch-, Fleisch- und Gemüsestände haben offen. Nur die vielen Händler, die ihre Ware an den Straßenrändern auslegen sind noch da. Nur keine Kunden. Schon ein kurzer Blick in Richtung der Ware genügt um einen Wortschwall auszulösen der über uns schwappt. Eigentlich muss man nicht mal gucken um voll gequatscht zu werden. Vielleicht wäre für uns ein geschäftiger Werktag angenehmer.

Direkt beim Fährhafen wird ein neuer Bahnhof gebaut. Ein Milliardenprojekt im Rohbau.  

Auf einem großen Postern am Bauzaun ist er fertig zu sehen. Eröffnung 2019! Züge sind bereits in unserer Schiffsladung.

Bei der Polizeistation beim Hafeneingang stehen jetzt blinkende Polizeifahrzeuge und viele Uniformierte sind zugegen. Wir haben hier den Hafen verlassen, doch jetzt dürfen wir nicht mehr passieren. Kurze Anweisungen die keine Diskussion zulassen, schicken uns zu einem anderen Eingang. Auf der Suche danach laufen wir die Hafenmauer entlang.Als wir sehen wie Hafenarbeiter durch ein schmales Drehkreuz verschwinden, gehen wir hinterher. Niemand hält uns auf! Zurück zum Eingang des Zollbereichs und zum Schiff kommen wir ohne Probleme.

Dort angekommen, erfahren wir, dass der Premierminister persönlich beim Entladen der Züge zugegen war. Deshalb der extra Polizeieinsatz.

 

  1. - 26. Nov. 2018 auf See

„Langsam Reisen“ Es ist schwül heiß. Kurze Regenschauer bringen nur kurz Abkühlung.

Am 22.11. um 0.52 Uhr überschreiten wir den Äquator. Mit einigen der Passagiere stoßen wir mit Calvados und Schweitzer Schokolade darauf an. Man muss die Feste feiern wie sie fallen!

Für den Nachmittag ist eine Notfallübung angekündigt. Kurz nach 16 Uhr ertönt im ganzen Schiff das schrille Signal. FEUER!

Schwimmweste an, Helm auf den Kopf und den Neoprenanzug im Sack eilen alle zum Sammelplatz auf das obere Deck. Einige der Crew sind außerdem mit Sauerstoffflaschen und Leuchtraketen ausgestattet. Die Vollständige Anwesenheit der Crew wird namentlich gecheckt. Die Passagiere werden gezählt. Dann werden die Passagiere ein Deck nach unten ins Schiffsinnere geschickt. HILFE! Es brennt doch! … wir werden geopfert! ;-)

Kurze Zeit später dürfen wir wieder rauf. Zwischenzeitlich liegt ein transportfähig vorbereiteter Verletzter auf dem Boden. Jemand versucht mit den Leuchtraketen klarzukommen. Alle sollen zu den Rettungsbooten. Wir Passagiere folgen, werden dann aber zum Rettungsboot auf der anderen Seite geschickt und von dort wieder zurück. Die gesamte Schiffsbesatzung steht vor dem einen Boot. Der 2. Kapitän ist offensichtlich der Übungsleiter. Seine vielen Erklärungen in italienisch-englisch sind an die Mannschaft gerichtet. Den Passagieren bleibt die Rolle als Statisten. Der Eingang des Sicherheitsbootes wird geöffnet. … werden wohl auch die Passagiere gerettet? Das Boot ist für 46 Personen ausgelegt.

Der 1. Offizier voraus, steigen 4 Männer ein. Dieser liest aus dem Rettungsboot heraus irgend etwas vor? Dann ist die Übung zu Ende!

Unser Glauben auf Rettung, wurde nach dieser Übung doch etwas gedämmt. :-(

 

  1. Nov. 2018 Vitoria

 

Brasilien begrüßt uns mit einem spektakulären Sonnenaufgang.

Das Schiff legt für kurze Zeit anker, bis der Lotse durch die schmale Zufahrt zum Dock leitet. Verstreut um uns liegen 30 – 40 Cargo Schiffe.

Der Wasserarm wird immer schmaler. Um mit der Verladeseite am Dock zu liegen, muss sich das Schiff 180° um die eigene Achse drehen. Die Breite der Wasserstraße reicht gerade aus. Zwei Schlepperboote drücken es Zentimeter um Zentimeter ans Dock. Die Navigation in den Hafen bis zur endgültigen Positionierung am Dock dauert gut 1 ½ Stunden.

Dieses Mal sind wir mit Helm, Sicherheitsweste und Passkopie ausgerüstet. Beim Verlassen des Schiffes, fahren neben uns funkelnagelneue Porsche über die Verladerampe. In langen Schlangen geparkt, werden sie dann gleich sehr (!) vorsichtig auf Lkws gefahren. Ein Passagier der während des Tages an Bord blieb, hat bei 500 Fahrzeugen zu zählen aufgehört. Alles hochpreisige Autos wie Porsche und Volvo SUV, pro Fahrzeug ab 80.0000 €.

Den schmalen Fußgängerwegen folgend suchen wir uns den Weg durch die Containerreihen zum Ausgang. Wir müssen Taschen und Rucksäcke öffnen, werden einzeln fotografiert und die Daten unserer Reisepässe polizeilich erfasst. Die Zollbeamtin trägt ihre Waffe griffbereit vorne am Körper. Lucia, eine Mitreisende, ist in Brasilien zuhause. Angeregte Unterhaltung in portugiesisch, viel Lachen, alles entspannt. Dann organisiert sie zwei Taxis, die uns in die Stadt bringen. Wir müssen nur hinterher laufen. Prima! Wir können uns mal fühlen, wie Pauschaltouristen. ;-)

 

  1. Nov 2018 Rio de Janeiro

Die Verladearbeiten in Viktoria haben noch bis weit nach Mitternacht gedauert. Kaum fertig, legen wir ab. Die Schiffsmotoren laufen auf hohen Touren, gegen den Wind und die Strömung, fährt das Schiff mit ~ 35 km/h. Die Fracht steht unter Termindruck. Das „Langsam Reisen“ Feeling wird gedämmt. Knapp außerhalb der 12 Meilen Zone nach Süden, nähern uns am Cap Frio auf 3 ½ km, wenden nach Westen und kommen gegen 22 Uhr in Rio de Janeiro an. In einer weitläufigen Bucht liegend, leuchten uns Millionen Lichter entgegen. Die Ausdehnung der Stadt ist riesig und zieht sich bis weit hinaus in die Berghügel. Weiter als das Auge reicht. Wir passieren den Zuckerhut, der sich aus seiner Wolkenhülle schält.

Wir stehen an Deck und beobachten wie das Pilotboot heranbraust. Mehrere Versuche sind dieses mal nötig, bis der Pilot seine Leiter anlegen und durch die Luke an Bord klettern kann. Immer wieder baut sich zwischen dem Schiff und dem Pilotboot ein Welle auf, die das kleine Boot abdrängt.

Mit brasilianischem Wein, sagen wir Passagiere zu unseren Reisegefährten Gilles und Fred; Lebt wohl! Gute Reise! Bleibt gesund! Die Beiden werden morgen sehr früh das Schiff verlassen.

 

  1. Nov. 2018 Santos 

Gegen 4.30 Uhr laufen wir aus.

Beim Frühstück erfahren wir, dass vor Montevideo nur noch die Häfen Santos und Paranagua angefahren werden. Zarate erst auf dem Rückweg. Erwin ist enttäuscht. Gerne würde er auf dem Rio Parana de las Palmas, der nach Zarate führt, fahren.

Die geplante Ankunftszeit in Santos ist 16.00 Uhr. Schon kurz nach dem Mittag werden die Motoren auf ~ 12 km/h gedrosselt. Wohl wieder keine Einfuhrerlaubnis im Hafen. „Sehr langsam reisen“! Erst um Mitternacht macht das Schiff am Dock fest.

Beim Mittagessen zeigt uns der Koch ein Bild seiner Frau. Sie und die Frau des Kapitän wollen in Santos an Bord gehen, nach Montevideo und zurück nach Santos mitfahren. Ein Strahlen geht über sein Gesicht. Nachmittags hören wir aufgeregte Telefonate, mit Gesprächsfetzen wo von Policia und Passaporte die Rede ist. Er hat seine Frau schon Wochen lang nicht mehr gesehen. Sehr traurig erzählt er uns, dass die brasilianische Polizei den Frauen den Zutritt verwehrt. Im vergangenen August wurde in einem Container der Grande Nigeria 1,2 to Kokain gefunden. Das Schiff mit Crew wurde daraufhin für 3 Wochen festgesetzt. Jetzt dürfen keine Personen von außerhalb an Bord.

 

  1. Nov. 2018 Santos

Beim Frühstück frage ich den Kapitän ob wir heute an Land dürfen. „Yes, surely!“ Wann? „Immediately!“ (… wie, ohne lange auf irgend etwas zu warten??!!) Helme und Sicherheitswesten? „Not necessary!“ Aha; na dann! Mit einer Kopie unserer Reisepässe in der Tasche laufen wir zum nahen Hafenausgang. Der Wachmann markiert unsere Namen auf einer vorliegenden Liste, wirft einen schnellen Blick auf unsere Passkopien und winkt uns durch.

Zur Kolonialzeit mit dem Kaffeehandel zu Reichtum gelangt, bietet das Stadtzentrum viele mehr oder weniger gut restaurierte Prachtbauten in kolonialem, barockem und neugotischem Stil. Besonders rund um die Bolsa do Cafe (Kaffeebörse) von 1922 (heute ein Museum), ist mit einer kleinen Fußgängerzone der Fair der Kolonialzeit wiederbelebt.

 

                                      Bolsa do Cafe               Kaffeebörse im Museum

Natürlich sind wir abends pünktlich zurück. Durch vorsichtiges Klopfen an die Scheibe, wecken wir den Wachmann aus „intensiven Nachdenken“. Er lacht, hackt uns auf der Liste ab; Boa noite!

… nicht mal ein Blick in unseren Rucksack??

 

  1. Nov. 2018 Paranaquá

Die Einfahrt zum Hafen führt kilometerlang durch die Inselwelt rund um die Ilha do Mel, die streng unter Naturschutz steht. Wie bei einem Ausschnitt aus der TV Serie Traumschiff stehen alle (acht!) Passagiere fasziniert an Deck. Der brasilianische Pilot, nimmt sich ein paar Minuten Zeit, lobt in einem Wortschwall in bestem Englisch die Naturschönheit und empfiehlt auch gleich ein Restaurant. Vielleicht ist er im Zweitjob im Tourismus tätig oder gehört seiner Verwandtschaft das Restaurant. ;-) Bei blauem Himmel ist es sehr heiß an Deck. Wohl doch nicht auf dem Traumschiff, da kriegen die Passagiere bestimmt Sonnenschirme. :-)

Genau um 11 Uhr, exakt zum Mittagessen legen wir an. Gerade unterhalten wir uns bei Tisch, ob

wir wohl an Land dürfen, da kommt einer der Crew, der uns mitteilt, dass um 14.00 Uhr ein Mitarbeiter der Immigrationsbehörde am Schiffsausgang mit unseren Reisepässen auf uns wartet. Helme und Sicherheitswesten sollen wir dabeihaben. Soviel Service und Information sind wir gar nicht gewohnt. Alle Passagiere und vier Männer der Crew stehen um 14 Uhr am Ausgang. Und der Immigrationsmensch ist nach knapp einer Stunde auch schon da! :-(

Mit einem Pendelbus, der auch die Hafenarbeiter durch das Gelände fährt gelangen wir zum Ausgang. Ein Donner brüllt und fast gleichzeitig entlädt sich heftiger Regen. Geschützt unter einem Dach stehen wir im Trocknen. Mit einer Liste werden wir auf Vollständigkeit kontrolliert und werden dann mit einem Kleinbus zur polizeilichen Erfassung in die Stadt gefahren. Dann weiter ins Centro Histórico. Mit einem Terminabsprache zur Abholung, haben wir „Freigang“.

Paranaquà ist die älteste Stadt des Bundesstaates (17. Jh.). Der frühere Reichtum bedingt durch den großen Hafen ist jedoch verblasst. An der Rua da Praia (Uferpromenade) ist noch etwas die Stimmung aus vergangenen Tagen einzufangen.

Rua da Praisa 

Der Kleinbus der uns zurück bringt, hat wieder knapp eine Stunde Verspätung. Aber vielleicht verstehen wir da etwas falsch. ;-) 

  1. - 2. Dez. 2018 auf See

Das Schild hängt groß in unserer Kabine. Super!

.... nur haben wir bis jetzt kein Telefon gefunden. undecided

  1. Dez. 2018 Montevideo

Nach 28 Tagen und ~ 13.200 km legt die Grande Nigeria in Montevideo an. Vom Kapitän kriegen wir unsere Reisepässe mit den Einreisestempel für Uruguay ausgehändigt. Die Passagiere mit eigenem Fahrzeug werden von zwei Agenten der Grimaldi Line erwartet. Wir folgen ihrem Auto, das uns zum Zoll bringt, um die Einfuhr der Fahrzeuge abzuwickeln. Die Beiden sprechen außer spanisch, perfekt portugiesisch und englisch und helfen bei Sprachschwierigkeiten. Problemlos haben wir alle, knapp eine halbe Stunde später, die Einfuhrgenehmigung gültig für 12 Monate

von Hamburg nach Montevideo

 

 

Unterwegs in Uruguay

 

  1. Dezember 2018 Montevideo

 

Aus der Silhouette der Stadt, erhebt sich schon aus der Ferne sichtbar, der Palacio Salvo, einst das höchste Gebäude Südamerikas, der das Wahrzeichen der Stadt ist. (wie der Eiffelturm in Paris)

 Palacio Salco

Wir besichtigen die Ciudad Vieja (Altstadt). Vom Plaza de la Independencia durch das alte Stadttor beginnt die Fußgängerzone.

Nach Westen am Rio del la Plata entlang führt die fast 22 km lange Rambla (Uferpromenade). Ein breiter parkähnlich angelegter Grünstreifen trennt die befestigte Promenade entlang der vierspurigen Straße vom Wasser. Besonders morgens und abends sind viele Sportler und Spaziergänger unterwegs oder Leute die sich den Sonnenuntergang ansehen. Hier ist der wohlhabende Teil Montevideos in schönen Gebäuden zuhause. Die Botschaften der verschiedensten Länder sind ebenfalls hier angesiedelt. Im krassen Gegensatz zeigt sich die Stadt in Richtung Osten, wo sich die Elendsviertel befinden.

Einem Tipp folgend, übernachten wir entlang der Rambla beim Leuchtturm.

 

  1. Dezember 2018 San José

 

Nachdem wir unsere Gasflasche aufgefüllt haben, fahren wir nach Westen. Entlang de Rio San José nach San José de Mayo. Die Stadt entstand Ende des 18. Jahrhunderts und gehört zu den ältesten Städten des Landes, mit vor allem im Stadtkern gut erhaltener Architektur. In der Markthalle kaufen wir ein. Die Preisunterschiede zwischen den lokalen Märkten und Supermärkten sind enorm. In den Supermärkten zahlt man oft das Doppelte.

Bar/ Pizzeria in der kleinen Markthalle in San Josè 

Nach Süden zurück zum Rio del la Plata, finden wir auf Anhieb im Naturschutzgebiet Parque Fomento einen schönen Platz für die Nacht.

 

  1. Dezember 2018 Colonia del Sacrameto

 

Ist die älteste Stadt Uruguays, im Auftrag des portugiesischen Prinzregenten Pedro II, 1680 gegründet. Vom Hafen geht mehrmals täglich eine Fähre zum ca. 50 km entfernten Buenos Aires am gegenüberliegenden Flussufer. Die Altstadt liegt auf einer kleinen Landzunge, die in den Rio del la Plata hineinragt. Die gut erhaltene Altstadt wurde 1995 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Das Städtchen ist sehr schön, wenn auch für unseren Geschmack, mit den vielen Restaurants, Straßen Kaffees und Andenkenläden etwas sehr touristisch angehaucht.

 

Abends zieht eine Gruppe junger Leute trommelnd und tanzend durch die Stadt. Der Rhythmus ist ansteckend.

  

Schüler beim Ausflug in Colonia del Sacramento.

Die weißen Kittel mit den blauen Schleifen sind Schuluniformen, die soweit wir gesehen haben, im ganzen Land getragen werden.

 

 

  1. Dezember 2018 Fray Benton 

Unseren Plan mit der Autofähre über den Rio de la Plata nach Argentinien zu fahren haben wir verworfen. Sie ist zu teuer und wir würden am Hafen, d.h. mitten im Großstadtgewirr von Buenos Aires ankommen. Dazu kommt, dass wir dann die Einfuhrgenehmigung für das Womo dort regeln müssten. So entscheiden wir uns, nach Norden entlang des Rio Uruguay zur Grenze bei Fray Bentos zu fahren. Der Camping Municipal (meist kostenlose Plätze mit einfachen Sanitäreinrichtungen) liegt in einem kleinen Wäldchen direkt am Fluss. Ein Sprinter und ein winkender Mann, stellen sich als Ayse und Hakan vor, die Ende 2015 in Istanbul gestartet sind. Sie laden uns zum Tee ein. Über die Grenze können wir auch noch morgen. Wir bleiben und sitzen abends nochmals mit den Beiden zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                       

 

                              

 

 

                              

 

 

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